Arzneimittelverordnungen in der PKV

Das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) hat analysiert, wie häufig und weswegen im Jahr 2010 eine Arzneimittelverordnung bei Mitgliedern der privaten Krankenversicherung (PKV) vorlag. Bei dieser Analyse fiel auf, dass die Anzahl der verordneten Generika erneut zunahm und Re- und Parallelimporte von Medikamenten bei den Arzneimittelverordnungen eine immer wichtigere Rolle spielen. Für Medikamente gegen Rheuma musste die PKV 2010 tiefer in die Tasche greifen.

Die Analyse des WIP zu Arzneimittelverordnungen

Das WIP untersuchte rund 44,6 Millionen Arzneimittelverordnungen von zwölf privaten Krankenkassen aus dem Jahr 2010. Diese Auswahl ist deshalb repräsentativ, weil deren Mitglieder fast zwei Drittel (62 %) der privat Versicherten in Deutschland ausmachen. Anhand der Arzneimittelverordnungen der Mitglieder sollte ermittelt werden, wie privat Versicherte mit Medikamenten und Generika versorgt werden.

Wo die PKV mehr Geld ausgeben musste

Die Analyse des WIP brachte für die privaten Krankenkassen gute und schlechte Nachrichten. So konnten diese bei Impfstoffen, Allergenen, Antibiotika, sowie Husten- und Erkältungspräparaten Kosten einsparen, weil hierfür weniger Arzneimittelverordnungen eingereicht wurden. Ganz anders sieht es bei Immunsuppressiva und kardiovaskulären Medikamenten aus: Hier entstanden für die PKVhöhere Ausgaben. Insbesondere bei Rheumapräparaten wurden mehr Arzneimittelverordnungen als noch im Jahr davor eingereicht.

Ein weiterer Trend, den die Analyse des WIP zutage brachte, war die immer größer werdende Bedeutung von Re- und Parallelimporten bei Arzneimittelverordnungen. Besonders bei häufig verkauften Medikamenten liegt bei einem Großteil der Arzneimittelverordnungen ein Re- oder Parallelimport vor.

Generika weiter auf dem Vormarsch

Im Jahr 2010 hat sich auch ein Trend fortgesetzt, der schon lange anhält: Erneut hat sich der Anteil an Generika in Arzneimittelverordnungen für PKV-Mitglieder gesteigert. Betrug dieser Anteil 2009 noch 55,2 %, so lag er 2010 bereits bei 55,5 %. Schon seit mehreren Jahren steigt der Anteil an Generika bei Arzneimittelverordnungen in der PKV beständig an.