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Firmenkarten: die vier Posten, die den Preis machen
Die variable Gebühr setzt sich wie folgt zusammen:
1,95 % vom Auszahlungsbetrag, zzgl. 0,59 % Fremdwährungsgebühr
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Fremdwährungsgebühr: 1,75 %, min. 1,50 €
zzgl. 0,5 % Währungsumrechnungsentgelt
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Währungsgebühr variiert je nach Währung. Mindestens jedoch 0,33 %.
The currency exchange fee varies by currency—minimum 0.33%.
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- Vier Posten bestimmen, was eine Firmenkarte im Jahr kostet: der Grundpreis der ersten Karte, der Preis jeder weiteren Karte, das Entgelt für Umsätze in fremder Währung und die Bargeldgebühr.
- Der Grundpreis ist der kleinste dieser Posten. Zwischen der günstigsten und der teuersten Karte im Vergleich liegen 0 € und 850 € im Jahr – bei zehn Karten und 200.000 Euro Auslandsumsatz entscheidet trotzdem das Währungsentgelt.
- Bei den Karten fürs Team gehen die Preise am weitesten auseinander: American Express gibt Zusatzkarten zur Business Gold Card für 0 € aus, für eine zweite Miles & More Gold Credit Card Business werden 94,80 € fällig.
- Das Abrechnungsmodell entscheidet, ob überhaupt Zinsen entstehen können. Debitkarten belasten das Konto sofort, Charge Cards einmal im Monat vollständig, echte Kreditkarten räumen einen Rahmen ein – dort steht dann auch ein Sollzins im Preisverzeichnis.
- Umsätze in fremder Währung liegen zwischen 0,33 % und 3 % des Betrags. Bei 50.000 Euro Fremdwährungsumsatz im Jahr sind das 165 Euro Unterschied gegenüber 1.500 Euro.
Eine Firmenkarte kostet selten das, was auf der Produktseite steht. Der Grundpreis ist der Posten, den jeder Anbieter groß schreibt; die Posten, die eine Firma am Jahresende wirklich belasten, stehen im Preis- und Leistungsverzeichnis: was die vierte Karte kostet, wie viel Prozent bei einer Hotelrechnung in Dollar abgehen, was eine Bargeldabhebung im Nicht-Euro-Ausland auslöst. Dieser Vergleich rechnet die Kostenlogik von der anderen Seite auf – nicht Produkt für Produkt, sondern Posten für Posten – und zeigt an drei Beispielrechnungen, welcher Posten bei welchem Nutzungsprofil den Ausschlag gibt (Stand: 16.09.2026).
Debit, Charge, Kredit: die Entscheidung vor der Preisfrage
Der Begriff „Firmenkreditkarte“ deckt drei Produkte ab, die sich im Alltag unterschiedlich verhalten. Wer sie nicht auseinanderhält, vergleicht Preise, die nicht dasselbe kaufen.
Eine Debitkarte bucht jeden Umsatz sofort vom Geschäftskonto ab. Es gibt keinen Kreditrahmen, also auch keinen Sollzins und keine Bonitätsentscheidung im engeren Sinn. Fast alle Karten der Zahlungsdienstleister arbeiten so; Finom schreibt im eigenen Hilfezentrum ausdrücklich, derzeit keine Kreditkarten anzubieten, sondern physische und virtuelle Debitkarten von Visa. Dasselbe gilt für die Karten von Qonto, N26 Business, Tide, Wise und Kontist.
Eine Charge Card sammelt die Umsätze einen Monat lang und stellt sie dann in voller Höhe in Rechnung. Ein Rahmen existiert, aber er ist kein Kredit auf Zeit: Der Betrag ist zum Stichtag fällig. American Express arbeitet so und nennt für die Business Gold Card ein Zahlungsziel von bis zu 50 Tagen, für die Business Platinum Card bis zu 58 Tagen – gerechnet vom Einkauf bis zur Belastung. Für ein Unternehmen mit langen Zahlungszielen gegenüber den eigenen Kunden ist das der eigentliche Produktvorteil.
Eine echte Kreditkarte räumt einen Verfügungsrahmen ein, der auch über den Abrechnungstag hinaus stehen bleiben darf. Das kostet dann Zinsen. Die Miles & More Gold Credit Card Business weist in unserer eigenen Produktdatenbank 10,05 % aus, die Commerzbank Business Premium 10,2 %, die Business Classic 12,2 %. Diese Sätze sind für die Kostenrechnung nur dann relevant, wenn der Saldo tatsächlich stehen bleibt – als Dauerfinanzierung ist eine Kreditkarte das teuerste Instrument, das ein Betrieb zur Verfügung hat.
Steht im Antrag eine Frage nach dem Jahresumsatz, der Rechtsform und dem Gründungsdatum, geht es um einen Rahmen – also um Charge oder Kredit. Wird nur die Identität geprüft und das Konto gleich mit eröffnet, ist es eine Debitkarte. Der zweite Weg dauert Minuten, der erste Tage bis Wochen.
Posten eins: der Grundpreis, und wo er versteckt ist
Der Grundpreis erscheint in drei Formen, und nur eine davon ist auf den ersten Blick vergleichbar.
Als Jahresgebühr rechnen die klassischen Herausgeber. Die Deutsche Bank BusinessCard kostet 29 € im Jahr, die Variante mit PlusPaket 79 €, die Postbank Mastercard Business Card Classic 30 €, die Business Card Gold 80 €. Bei der Commerzbank liegen Business Classic und Business Premium 34,90 € und 79,90 € auseinander.
Als Monatsbeitrag rechnen die Kartenprogramme, die an ein Unternehmenskonto gekoppelt sind. Die Miles & More Gold Credit Card Business kostet 11,50 € im Monat, die Blue Credit Card Business 5,50 €. Auf zwölf Monate gerechnet sind das 138 € und 66 € – dieselbe Zahl, anders geschrieben.
Ein Teil der Herausgeber verschenkt das erste Jahr. American Express gibt die Business Gold Card im ersten Jahr beitragsfrei aus und berechnet ab dem zweiten Jahr 175 €. Die Postbank nennt für die Mastercard Business Card Classic ein entgeltfreies erstes Jahr, wenn Konto und Karte im Modell Business Giro aktiv gemeinsam beantragt werden, und danach 30 Euro im Jahr. Für eine Kostenrechnung über drei Jahre ist der Nachlass ein Drittel eines Jahres, nicht ein Drittel der Kosten – die Tabelle unten führt deshalb den regulären Jahrespreis.
Im Kontopreis enthalten ist die Karte bei den Zahlungsdienstleistern und bei einem Teil der Bankkonten. Bei Qonto steckt eine Mastercard One Card in jedem Tarif; erst die zweite physische Karte wird mit 60 € berechnet. Bei der Deutschen Bank weist das Preis- und Leistungsverzeichnis für einzelne Kontomodelle aus, dass die Karte enthalten ist. Für den Kostenvergleich heißt das: Ein Grundpreis von null ist nur dann wirklich null, wenn das Konto ohnehin gebraucht wird – sonst wandert der Betrag nur in eine andere Zeile.
Posten zwei: was jede weitere Karte kostet
Hier gehen die Modelle am weitesten auseinander, und hier entscheidet sich die Rechnung für jedes Unternehmen mit mehr als einer Person.
American Express gibt Zusatzkarten zur Business Gold Card ohne Aufpreis aus – unsere Produktdatenbank führt 0 € je Karte im Jahr – und nennt dafür eine Obergrenze von bis zu 99 Zusatzkarten. Bei der Business Platinum Card ist eine weitere Business Platinum Card als Zusatzkarte enthalten, die übrigen 98 sind Business Gold Cards. Wer zehn Mitarbeitende ausstatten will, zahlt also einmal den Grundpreis und für die restlichen neun Karten nichts.
Die Gegenrechnung liefert Miles & More: Jede weitere Gold Credit Card Business kostet 94,80 €, jede weitere Blue Credit Card Business 52,80 €. Dafür bekommt das Unternehmen etwas, das die Zusatzkarte nicht leistet: Der Kreditrahmen wird laut Anbieter „übergreifend“ geführt und lässt sich individuell auf die Karten der Mitarbeitenden verteilen; abgerechnet wird über ein Firmenkonto. Das ist ein Steuerungsinstrument, kein reiner Kostenposten.
Bei den Zahlungsdienstleistern hängt der Preis am Tarif. Qonto berechnet für jede weitere physische One Card 60 € und für die Plus Card 24 € im Jahr; virtuelle Karten kosten nach der Preisseite des Anbieters je nach Tarif 1 oder 2 Euro im Monat. Kontist begrenzt die Karten nach Tarif: eine physische Karte im Tarif Free, zwei im Tarif Start, fünf im Tarif Plus, dazu virtuelle Karten ab dem Tarif Start. N26 gibt zum Konto Business Smart bis zu vier zusätzliche physische Karten für eine einmalige Gebühr von je 10 Euro aus.
| Karte | Abrechnung | Grundpreis je Jahr | Jede weitere Karte je Jahr | Fremdwährung |
|---|---|---|---|---|
| American Express Business Gold | Charge | 175 € | 0 € | 2 % |
| American Express Business Platinum Card | Charge | 850 € | 0 € | 2 % |
| Miles & More Gold Credit Card Business | Kredit | 138 € | 94,80 € | 1,95 % |
| Miles & More Blue Credit Card Business | Kredit | 66 € | 52,80 € | 1,95 % |
| Deutsche Bank BusinessCard | Kredit, 10 Tage Zahlungsziel | 29 € | – | 2,25 % |
| Deutsche Bank BusinessCard mit PlusPaket | Kredit, 20 Tage Zahlungsziel | 79 € | – | 2,25 % |
| Deutsche Bank BusinessCard Direct | Debit | 24 € | 24 € | 1,5 % |
| Commerzbank Business Classic | Kredit | 34,90 € | – | 1,5 % |
| Commerzbank Business Premium | Kredit | 79,90 € | – | 1,5 % |
| Postbank Mastercard Business Card Classic | Kredit, 10 Tage Zahlungsziel | 30 € | – | 1,5 % |
| Postbank Business Card plus | Debit, für Mitarbeitende ohne Kontovollmacht | 24 € | – | 1,85 % |
| Qonto One Card | Debit, im Tarif enthalten | 0 € | 60 € | 2 % |
| N26 Business Standard Mastercard | Debit | 0 € | – | 0 % |
| Finom Solo Business Debit Visa | Debit | 0 € | – | 3 % |
| Wise Business Card | Debit | 0 € | – | 0,33 % |
| Tide Debit Business | Debit | 0 € | – | 1 % |
| Grundpreis, Preis der weiteren Karte und Fremdwährungsentgelt aus unserer eigenen Produktdatenbank, abgerufen am 16.09.2026; der Grundpreis ist der reguläre Jahrespreis, ein beitragsfreies erstes Jahr ist darin nicht abgebildet. Ein Strich heißt: Der Anbieter führt für diese Karte keinen eigenen Preis für eine weitere Karte, die Zahl der Karten hängt am Konto- oder Tarifmodell. Zahlungsziele nach den Angaben der Herausgeber, Stand 16.09.2026. Bei Zahlungsdienstleistern sind die Beträge teils zuzüglich Umsatzsteuer. | ||||
Posten drei: das Entgelt für fremde Währungen
Dieser Posten hat die größte Spannweite und die geringste Aufmerksamkeit. Er wird auf den Umsatz gerechnet, nicht auf die Karte – er wächst also mit dem Geschäft.
Am unteren Ende steht Wise mit 0,33 %, am oberen Finom mit 3 % im Tarif Solo. Dazwischen liegen die Bankkarten zwischen 1,5 % bei der Commerzbank und 2,25 % bei der Deutschen Bank. American Express berechnet 2 %, Miles & More 1,95 %.
Ein Einkauf über 10.000 Dollar bei einem amerikanischen Lieferanten kostet damit je nach Karte zwischen rund 30 und rund 270 Euro zusätzlich. Wer im Jahr 50.000 Euro außerhalb des Euroraums umsetzt, zahlt bei 0,33 Prozent 165 Euro und bei 3 Prozent 1.500 Euro – ein Unterschied, der jede Jahresgebühr im Vergleich klein aussehen lässt.
Zwei Feinheiten gehören dazu. Erstens: In der Eurozone fällt bei den hier verglichenen Karten kein Einsatzentgelt an – die Deutsche Bank, die Commerzbank, die Postbank, American Express, Miles & More und N26 weisen dafür jeweils 0 % aus. Der Posten trifft also nur Umsätze in fremder Währung, nicht jede Auslandszahlung. Zweitens: Wird an der Kasse oder im Automaten angeboten, gleich in Euro abzurechnen, übernimmt der Händler oder der Automatenbetreiber den Umrechnungskurs – und der ist in aller Regel schlechter als der Kurs der Kartenorganisation. Die Antwort lautet in diesem Fall immer: in Landeswährung abrechnen.
Posten vier: Bargeld, der teuerste Weg zum Geld
Bargeld ist bei Firmenkarten kein Nebenschauplatz, weil die Entgelte anders gebaut sind als bei Privatkarten: Sie haben oft einen Mindestbetrag, der kleine Abhebungen überproportional verteuert.
| Karte | Entgelt je Abhebung | Bauart |
|---|---|---|
| Wise Business Card | 0,50 € | fester Betrag |
| Qonto One Card | 2 € | fester Betrag |
| Finom Solo Business Debit Visa | 2 € | fester Betrag |
| Tide Debit Business | 2 € | fester Betrag |
| American Express Business Gold | mindestens 5 € | Prozentsatz mit Mindestbetrag |
| Miles & More Gold Credit Card Business | mindestens 5 € | Prozentsatz mit Mindestbetrag |
| Postbank Business Card plus | mindestens 5 € | Prozentsatz mit Mindestbetrag |
| Deutsche Bank BusinessCard | mindestens 5,75 € | Prozentsatz mit Mindestbetrag |
| Commerzbank Business Premium | mindestens 5,98 € | Prozentsatz mit Mindestbetrag |
| Werte aus unserer eigenen Produktdatenbank, abgerufen am 16.09.2026. Der Mindestbetrag greift, solange der Prozentsatz darunter bleibt; bei größeren Beträgen rechnet der Prozentsatz. Außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums gelten bei mehreren Karten abweichende, höhere Sätze. | ||
Die Deutsche Bank verkauft das PlusPaket zur BusinessCard unter anderem über diesen Posten: Bei Euro-Abhebungen an Geldautomaten im Ausland entfällt dort das Barabhebungsentgelt, während das Entgelt für Fremdwährungsumsätze und für Abhebungen außerhalb der EU- und EWR-Staaten bestehen bleibt. Der Aufpreis von 79 € gegenüber 29 € rechnet sich damit ab wenigen Abhebungen im Jahr – vorausgesetzt, es geht um Euro.
Unabhängig von der Karte gilt: Wer Bargeld über eine Kreditkarte zieht, löst bei vielen Herausgebern einen Sollzins ab dem Abhebungstag aus, auch wenn der Kartensaldo pünktlich ausgeglichen wird. Für Firmen ist die günstigere Lösung fast immer die Debitkarte zum Geschäftskonto.
Die Posten, die erst im Preisverzeichnis auftauchen
Neben den vier großen Posten steht in jedem Preis- und Leistungsverzeichnis eine Handvoll Einzelpreise, die selten jemand vergleicht – bis der Fall eintritt.
Der häufigste ist die Ersatzkarte. Sie kostet bei der Postbank Business Card plus 0 € und bei den Karten der Deutschen Bank 0 €, bei Wise 4 €, bei Qonto 6 €, bei Tide 5 €, bei Kontist 10 €, bei N26 10 € und bei den Business-Karten der Commerzbank 12,50 €. In einem Betrieb mit zehn Karten im Außendienst ist das kein theoretischer Posten.
Dazu kommen die Limits, die zwar kein Preis sind, aber Kosten verursachen, wenn sie nicht passen. Unsere Produktdatenbank führt für die Qonto One Card ein Kartenzahlungslimit von 20.000 € im Monat und für die N26 Business Standard Mastercard 80.000 €. Bei mehreren Anbietern hängt das Limit am Tarif: Kontist nennt in der eigenen Preisliste 20.000 Euro im Tarif Free, 40.000 Euro im Tarif Start und 50.000 Euro im Tarif Plus. Wer eine Messe, eine Software-Jahreslizenz oder eine Anzahlung über die Karte zahlen will, prüft dieses Limit vor dem Antrag – nicht am Tag der Zahlung.
Der dritte Punkt ist die Mietwagen-Kaution. Viele Autovermieter akzeptieren für die Kaution nur eine Karte mit Kreditrahmen und keine Debitkarte. Das ist kein Entgelt, aber es entscheidet darüber, ob die Karte auf einer Dienstreise überhaupt funktioniert – und ist einer der wenigen Gründe, aus denen ein Betrieb mit ansonsten reiner Debit-Ausstattung eine einzelne Kreditkarte vorhält.
Drei Beispielrechnungen
Die Posten lassen sich nur an einem Nutzungsprofil gewichten. Drei Profile decken die Mehrzahl der Fälle ab.
Die Einzelkämpferin. Eine Beraterin arbeitet allein, braucht eine Karte, setzt im Jahr rund 3.000 Euro in fremder Währung um und hebt praktisch kein Bargeld ab. Ihre Kostenrechnung besteht fast vollständig aus dem Grundpreis; das Fremdwährungsentgelt bewegt sich zwischen rund 10 und 90 Euro. Eine Debitkarte, die im Preis ihres Geschäftskontos enthalten ist, kostet sie in Summe nichts zusätzlich. Ob eine Karte mit Grundpreis sich lohnt, entscheidet für sie allein die Versicherungsfrage – nicht der Preis.
Der Handwerksbetrieb mit vier Mitarbeitenden. Vier Karten, kaum Auslandsumsatz, gelegentlich Bargeld für Material. Hier zählt Posten zwei. Bei einer Karte mit kostenlosen Zusatzkarten bleibt es beim einfachen Grundpreis; bei einem Programm mit 52,80 € je weiterer Karte kommen für drei zusätzliche Karten über 150 Euro im Jahr dazu. Wer vier Debitkarten über einen Tarif des Zahlungsdienstleisters bezieht, prüft, wie viele Karten der Tarif abdeckt – bei Kontist zum Beispiel eine im Tarif Free, fünf im Tarif Plus.
Das exportierende Unternehmen. Zehn Karten, 200.000 Euro Umsatz außerhalb des Euroraums, regelmäßige Geschäftsreisen. Hier dominiert Posten drei alles andere: Zwischen 0,33 % und 3 % auf 200.000 Euro liegen 660 Euro und 6.000 Euro. Selbst eine Karte mit 850 € Grundpreis ist in dieser Rechnung günstiger als eine kostenlose Karte mit hohem Währungsentgelt – wenn ihr Entgelt niedriger liegt und die Reiseversicherungen tatsächlich genutzt werden.
Was die Karte für Buchhaltung und Vorsteuer bedeutet
Ein Kostenvergleich ist unvollständig, wenn er die Arbeitszeit ausblendet. Sie ist bei Firmenkarten der Posten, den niemand in Euro ausweist.
Drei Dinge entscheiden darüber, wie viel Aufwand eine Karte im Monat macht. Erstens die Belegzuordnung: Ob sich zu jeder Buchung ein Beleg in derselben Oberfläche hinterlegen lässt oder ob der Beleg per Mail in die Buchhaltung wandert. Zweitens die Schnittstelle zur Buchhaltungssoftware: Läuft der Kartenumsatz automatisch in DATEV, lexoffice oder sevdesk, entfällt das manuelle Erfassen. Drittens die Abrechnungsform: Eine Charge Card liefert eine Monatsabrechnung, eine Debitkarte liefert Einzelbuchungen auf dem Kontoauszug – beides hat Vor- und Nachteile, aber sie führen zu unterschiedlichen Buchungsprozessen.
Für den Vorsteuerabzug ist keiner dieser Punkte ein Ersatz für die Rechnung. Der Kartenbeleg allein genügt nicht; es braucht die Rechnung des Leistenden mit den gesetzlichen Pflichtangaben. Die Karte vereinfacht die Zahlung und die Zuordnung, nicht den Nachweis. Welche Ausgaben über ein Geschäftskonto laufen sollten und warum ein privates Konto dafür nicht taugt, steht im Geschäftskonto-Vergleich.
Welche Karte zu welchem Kostenprofil passt
| Profil | Entscheidender Posten | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Eine Person, kaum Ausland | Grundpreis | Karte, die im Preis des Geschäftskontos enthalten ist; Grundpreis nur zahlen, wenn Versicherungen oder Zahlungsziel gebraucht werden |
| Mehrere Mitarbeitende, Inland | Preis je weiterer Karte | Kostenlose Zusatzkarten oder ein Tarif, der die nötige Kartenzahl abdeckt; Limits je Karte einstellbar |
| Regelmäßige Geschäftsreisen | Fremdwährung und Bargeld | Niedriges Einsatzentgelt, fester statt prozentualer Bargeldpreis, Versicherungspaket prüfen |
| Import oder Export | Fremdwährung | Der Prozentsatz schlägt jede Jahresgebühr; Abrechnung immer in Landeswährung |
| Angespannte Liquidität | Zahlungsziel | Charge Card mit langem Zahlungsziel statt Kreditrahmen; Sollzinsen sind die teuerste Finanzierung im Betrieb |
| Eigene Zuordnung anhand der vier Kostenposten dieser Seite; Preisangaben der Anbieter und unserer eigenen Produktdatenbank, Stand 16.09.2026. | ||
Eine Reihenfolge lässt sich daraus nicht bilden, und sie wäre auch nicht hilfreich: Die Karte, die bei zehn Mitarbeitenden die günstigste ist, ist bei einer Person die teuerste. Wer die vier Posten für das eigene Jahr einmal durchrechnet, hat die Antwort in zehn Minuten – und sie gilt so lange, bis sich das Geschäft ändert.
Häufige Fragen zu Firmenkarten
„Firmenkarte“ ist der Oberbegriff für alle Karten, die auf ein Unternehmen laufen – Debitkarten, Charge Cards und Kreditkarten. „Firmenkreditkarte“ meint streng genommen nur die Karten mit Kreditrahmen, wird im Sprachgebrauch aber auch für Charge Cards und für Business-Debitkarten verwendet. Für die Kostenrechnung ist der Unterschied wichtig: Nur bei einem Kreditrahmen kann ein Sollzins entstehen.
Rechtlich vorgeschrieben ist sie nicht. Praktisch trennt sie geschäftliche von privaten Ausgaben, und genau diese Trennung erspart bei der Gewinnermittlung und bei einer Prüfung die meiste Arbeit. Bei den Zahlungsdienstleistern ist eine Debitkarte im Kontopreis enthalten, sodass diese Trennung nichts zusätzlich kostet.
Das hängt am Modell. American Express nennt für die Business Gold Card und die Business Platinum Card bis zu 99 Zusatzkarten. Bei den Zahlungsdienstleistern begrenzt der Tarif die Zahl: Kontist gibt im Tarif Free eine physische Karte aus, im Tarif Plus fünf; N26 lässt zum Konto Business Smart bis zu vier zusätzliche physische Karten zu. Bei Kartenprogrammen mit gemeinsamem Kreditrahmen begrenzt zusätzlich der Rahmen selbst.
Sie rechnet sich über die anderen drei Posten oder über Leistungen, die sonst einzeln gekauft werden müssten – ein niedrigeres Fremdwährungsentgelt, ein längeres Zahlungsziel, Reiseversicherungen für alle Kartennutzer. Wer keinen dieser Punkte braucht, zahlt mit der Jahresgebühr für etwas, das im Betrieb nicht ankommt.
Der Aufschlag ist nicht in der Preisliste der Karte zu finden, weil ihn nicht der Kartenherausgeber erhebt, sondern der Händler oder der Automatenbetreiber über den Umrechnungskurs. In der Praxis liegt er meist deutlich über dem Entgelt der eigenen Karte. Die Abrechnung in Landeswährung ist deshalb in fast allen Fällen die günstigere Wahl.
Die Gebühren einer betrieblich genutzten Karte sind Betriebsausgaben. Wird die Karte auch privat genutzt, ist der private Anteil herauszurechnen – ein weiterer Grund, geschäftliche und private Karten sauber zu trennen.