Zinsrechner 2026: Zinsen & Zinseszins online berechnen | onlinevergleich24.de
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Wie wir unser Geld verdienen

Zinsrechner

Was wird aus Ihrem Ersparten? Unser Zinsrechner ermittelt Zinsen, Zinseszinsen und Endkapital für einmalige Anlagen und regelmäßiges Sparen. Dazu erklären wir die Zinsformel mit einer Beispielrechnung, zeigen in der Referenztabelle, was aus 10.000 Euro bei verschiedenen Zinssätzen wird, ordnen das aktuelle Zinsumfeld der EZB ein und erläutern, wie Abgeltungsteuer und Sparer-Pauschbetrag Ihren Ertrag beeinflussen.
Geschrieben von
Erkan Boga

Mit unserem kostenlosen Zinsrechner ermitteln Sie in wenigen Sekunden, wie sich Ihr Erspartes entwickelt – inklusive Zinseszinseffekt. Seit dem 17. Juni 2026 liegt der für Sparer maßgebliche EZB-Einlagenzins bei 2,25 %, Tagesgeld und Festgeld werfen damit wieder spürbare Erträge ab. Geben Sie einfach Anfangskapital, Zinssatz und Laufzeit ein – darunter erklären wir die Formel, zeigen durchgerechnete Beispiele und sagen Ihnen, was der Fiskus von Ihren Zinsen beansprucht.

So nutzen Sie den Zinsrechner

Der Rechner benötigt nur drei Angaben:

  • Anfangskapital: der Betrag, den Sie anlegen möchten
  • Zinssatz: der jährliche Nominalzins des Angebots (p. a.)
  • Laufzeit: die Anlagedauer in Jahren

Als Ergebnis erhalten Sie das Endkapital und den gesamten Zinsertrag. Werden die Zinsen jedes Jahr dem Guthaben gutgeschrieben und mitverzinst, entsteht der Zinseszinseffekt – gerade bei langen Laufzeiten macht er einen erheblichen Unterschied, wie das folgende Beispiel zeigt.

Zinsformel und Beispielrechnung

Bei der einfachen Verzinsung werden die Zinsen jährlich ausgezahlt und nicht wieder angelegt:

Endkapital = Anfangskapital × (1 + Zinssatz ÷ 100 × Jahre)

Beim Zinseszins bleiben die Zinsen auf dem Konto und werden in den Folgejahren mitverzinst:

Endkapital = Anfangskapital × (1 + Zinssatz ÷ 100)Jahre

Ein Beispiel: Sie legen 10.000 € zu 3 % pro Jahr für 10 Jahre an. Ohne Wiederanlage erhalten Sie jedes Jahr 300 € Zinsen, am Ende also 13.000 €. Mit Zinseszinsen wächst das Guthaben dagegen auf 10.000 € × 1,0310 = 13.439,16 € – das sind 439,16 € mehr, ohne dass Sie etwas dafür tun müssen. So baut sich der Effekt in den ersten Jahren auf:

Zinseszinseffekt Jahr für Jahr: 10.000 € bei 3 % Zinsen
Jahr Kapital am Jahresanfang Zinsen (3 %) Kapital am Jahresende
1 10.000,00 € 300,00 € 10.300,00 €
2 10.300,00 € 309,00 € 10.609,00 €
3 10.609,00 € 318,27 € 10.927,27 €

Der Zuwachs beschleunigt sich Jahr für Jahr, weil die Zinsbasis stetig wächst: Im zehnten Jahr bringt dieselbe Anlage bereits 391,43 € Zinsen statt 300 €.

Referenztabelle: Das wird aus 10.000 €

Die Tabelle zeigt das Endkapital für 10.000 € Anfangskapital bei jährlicher Zinsgutschrift und Wiederanlage (vor Steuern, auf volle Euro gerundet):

Endkapital aus 10.000 € nach Zinssatz und Laufzeit
Zinssatz p. a. 5 Jahre 10 Jahre 20 Jahre 30 Jahre
1 % 10.510 € 11.046 € 12.202 € 13.478 €
2 % 11.041 € 12.190 € 14.859 € 18.114 €
3 % 11.593 € 13.439 € 18.061 € 24.273 €
4 % 12.167 € 14.802 € 21.911 € 32.434 €

Kleine Zinsunterschiede wirken über lange Zeiträume enorm: Bei 4 % wächst das Kapital in 30 Jahren auf mehr als das Dreifache, bei 1 % nur um gut ein Drittel. Genau deshalb lohnt es sich, mehrere Angebote durchzurechnen, bevor Sie sich festlegen.

Zinsumfeld 2026: Diese Leitzinsen geben die Richtung vor

Welcher Zinssatz im Rechner realistisch ist, hängt vom Leitzinsniveau der Europäischen Zentralbank (EZB) ab. Seit dem 17. Juni 2026 liegt der Einlagenzins (Einlagefazilität), an dem sich Tagesgeld- und Festgeldkonditionen orientieren, bei 2,25 %; der Hauptrefinanzierungssatz beträgt 2,4 %. Am Geldmarkt notiert der 3-Monats-Euribor bei rund 2,484 % (Quellen: EZB, Deutsche Bundesbank).

Für Ihre Eingabe heißt das: Tagesgeldzinsen bewegen sich meist in der Nähe des Einlagenzinses, gute Festgeldangebote können je nach Laufzeit darüber liegen. Deutlich höhere Werbezinsen sind häufig befristete Aktionsangebote – rechnen Sie solche Offerten im Zinsrechner sicherheitshalber mit dem Zinssatz nach, der nach der Aktionsphase gilt. Mehr zu festverzinsten Anlagen lesen Sie in unserem Ratgeber zum Festgeld.

Steuern auf Zinserträge: Abgeltungsteuer und Sparer-Pauschbetrag

Zinsen zählen zu den Kapitaleinkünften und unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % (§ 32d EStG). Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die Steuer – die Soli-Freigrenze gilt für Kapitalerträge nicht – sowie gegebenenfalls Kirchensteuer (8 % in Bayern und Baden-Württemberg, sonst 9 %). Ohne Kirchensteuer ergibt das eine Gesamtbelastung von rund 26,4 %.

Steuerfrei bleibt der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Person und Jahr, bei zusammen veranlagten Ehe- und Lebenspartnern 2.000 € (§ 20 Abs. 9 EStG). Damit die Bank die Steuer nicht automatisch abführt, stellen Sie ihr einen Freistellungsauftrag. Ein Beispiel: Bei 10.000 € Anlage zu 2,25 % fallen 225 € Zinsen im Jahr an – mit Freistellungsauftrag bleibt dieser Ertrag komplett steuerfrei. Beachten Sie: Der Zinsrechner zeigt Erträge vor Steuern.

Fünf Tipps für mehr Zinsertrag

  • Zinsgutschrift beachten: Je häufiger Zinsen gutgeschrieben und wieder angelegt werden (monatlich, vierteljährlich, jährlich), desto höher fällt der effektive Ertrag aus.
  • Freistellungsauftrag stellen und bei mehreren Banken sinnvoll aufteilen, damit kein steuerfreier Ertrag verschenkt wird.
  • Einlagensicherung prüfen: Die gesetzliche Einlagensicherung schützt 100.000 € je Kunde und Bank (§ 8 EinSiG, Aufsicht: BaFin). Größere Beträge verteilen Sie besser auf mehrere Institute.
  • Inflation einrechnen: Real bleibt vom Zinsertrag nur, was über der Teuerungsrate liegt. Vergleichen Sie das Ergebnis des Rechners deshalb immer mit der aktuellen Inflationsrate.
  • Regelmäßig neu vergleichen: Banken passen ihre Konditionen nach jeder EZB-Entscheidung an. Prüfen Sie Ihr Tagesgeld- oder Festgeldangebot deshalb mindestens einmal im Jahr.

Häufige Fragen zum Zinsrechner

Wie wird der Zinseszins berechnet?

Mit der Formel Endkapital = Anfangskapital × (1 + Zinssatz ÷ 100)Jahre. Die Zinsen werden jedes Jahr dem Kapital zugeschlagen und anschließend mitverzinst.

Was ist der Unterschied zwischen einfacher Verzinsung und Zinseszins?

Bei der einfachen Verzinsung werden die Zinsen ausgezahlt, die Zinsbasis bleibt konstant. Beim Zinseszins verbleiben die Zinsen im Guthaben und erhöhen die Basis – über 10 Jahre macht das bei 10.000 € und 3 % bereits 439,16 € Unterschied.

Wann werden Zinsen gutgeschrieben?

Beim Tagesgeld je nach Bank monatlich, vierteljährlich oder jährlich, beim Festgeld meist jährlich oder gesammelt am Laufzeitende. Der genaue Rhythmus steht im Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank.

Wie schnell verdoppelt sich mein Geld?

Eine bewährte Faustformel ist die 72er-Regel: 72 geteilt durch den Zinssatz ergibt ungefähr die Verdopplungszeit in Jahren. Bei 3 % dauert es also rund 24 Jahre, bei 2 % etwa 36 Jahre.

Muss ich Zinserträge versteuern?

Ja – oberhalb des Sparer-Pauschbetrags von 1.000 € pro Person fallen Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an. Mit einem Freistellungsauftrag bleibt der Pauschbetrag automatisch steuerfrei.

Berücksichtigt der Zinsrechner Steuern und Inflation?

Nein. Der Rechner zeigt Bruttoerträge vor Steuern, auch die Inflation ist nicht eingerechnet. Für eine Netto-Betrachtung ziehen Sie auf Erträge oberhalb Ihres Freibetrags rund 26,4 % Steuern ab.

Welcher Zinssatz ist aktuell realistisch?

Orientieren Sie sich am EZB-Einlagenzins von derzeit 2,25 %: Tagesgeld liegt meist in dieser Größenordnung, Festgeld kann je nach Laufzeit und Bank darüber liegen. Deutlich höhere Werte sind in der Regel befristete Aktionszinsen.

Redaktioneller Hinweis: Alle Zahlen wurden am 31. Juli 2026 anhand der Veröffentlichungen von EZB, Deutscher Bundesbank, EStG und BaFin geprüft. Dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche Beratung.

Über den Autor
Erkan Boga Erkan Boga ist Gründer der qmedia GmbH und Herausgeber des Portals onlinevergleich24.de. Seit über einem Jahrzehnt beschäftigt er sich mit der Entwicklung von digitalen Plattformen,...