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Kreditkarte mit Mietwagenversicherung
Am Mietwagenschalter kostet der Ausschluss der Selbstbeteiligung bei Avis 30,50 € bis 53,90 € am Tag; die Haftungsreduzierung selbst ist meist schon im Tarif enthalten und kostet sonst 27,00 € bis 37,00 €. Über eine Kreditkarte ist derselbe Schutz mit der Jahresgebühr abgegolten – wenn die Karte ihn überhaupt hat. Von den Karten, die 2026 auf dem deutschen Markt beworben werden, trägt nur ein kleiner Teil einen Mietwagenbaustein, und „Mietwagenversicherung“ meint dabei zwei grundverschiedene Dinge. Dazu kommt eine Klausel, die in jedem einzelnen Bedingungswerk steht und den Wert der Leistung entscheidet. Alle Angaben stammen aus den Versicherungsbedingungen und Preisverzeichnissen der Herausgeber, den Mietbedingungen der Vermieter sowie aus Gesetzestexten und Gerichtsentscheidungen im Volltext (Stand: 05.09.2026).
Die Karten direkt zum Vergleichen:
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Zweierlei heißt „Mietwagenversicherung“
Die erste Bauart ersetzt die Vollkasko des Vermieters. Sie zahlt den Schaden am Mietwagen bis zu einer Deckungssumme, meist 75.000 €, abzüglich eines festen Selbstbehalts. Die zweite Bauart erstattet nur die Selbstbeteiligung – und setzt dafür voraus, dass Sie beim Vermieter eine Vollkasko abgeschlossen haben. Revolut formuliert das als Bedingung Nr. 8 seiner Bedingungen: „Sie haben mindestens die grundlegendste CDW-Versicherung abgeschlossen, die von der Autovermietung angeboten wird.“ Ohne diese Grundkasko zahlt die Karte gar nichts.
Vergleichstabellen führen beides unter demselben Wort und verdecken damit den entscheidenden Unterschied. Eine Karte mit 2.000 € Selbstbehalts-Erstattung und eine mit 75.000 € Kaskodeckung leisten nicht dasselbe in unterschiedlicher Höhe, sondern etwas grundlegend anderes.
Was beide Bauarten teilen, ist eine Subsidiaritätsklausel. American Express schließt in Ziffer 2.1 der Bedingungen Leistungen aus, die eine bestehende Vermieter-Kasko deckt: Der Versicherer bezahlt „ausschließlich Leistungen im Anschluss an die im Mietwagenvertrag enthaltenen Versicherungen (z. B. den Selbstbehalt)“. Miles & More, Santander und die VR ExclusiveCard führen dieselbe Klausel. Praktisch heißt das: Wer am Schalter zusätzlich die Vollkasko bucht, hat für die Kartenleistung bezahlt und bekommt nur noch die Selbstbeteiligung erstattet.
American Express geht sogar weiter. Nach Ziffer 10 der Definitionen gelten alle Leistungen „streng subsidiär“ – ein Anspruch besteht „von Anfang an nicht, soweit Sie … Ersatz aus einem konkurrierenden, anderen, eigenen oder fremden … Versicherungsvertrag beanspruchen können“. Wer eine eigene Kfz-Vollkasko mit Mietwagenklausel oder eine zweite Karte mit Mietwagenschutz besitzt, sollte vor der Anmietung klären, welcher Vertrag vorgeht.
Umgekehrt sagt American Express ausdrücklich, dass Sie die Schalterprodukte nicht brauchen (Ziffer 1.4): keine CDW, keine LDW, keine Super-CDW, keinen Diebstahlschutz, keine Haftpflichterhöhung und keine persönliche Unfallversicherung. Das ist der eigentliche Sinn einer Karte mit echter Kaskodeckung – und zugleich der Punkt, an dem es unangenehm werden kann: Ohne Schalterschutz haften Sie dem Vermieter gegenüber in voller Höhe, treten in Vorleistung und holen sich das Geld später beim Kartenversicherer zurück.
Die „Vollkasko“ am Schalter ist ein vertraglicher Haftungsverzicht, kein Versicherungsvertrag. Der Bundesgerichtshof hat das im Urteil vom 25.11.2009 (Az. XII ZR 211/08) in ständiger Rechtsprechung so beschrieben: Wer „gegen Zahlung eines Entgelts nach Art einer Versicherungsprämie“ Haftungsfreistellung verspricht, ist gehalten, „diese Haftungsbefreiung nach dem Leitbild der Kaskoversicherung auszugestalten“. Europcar verweist in seinen Vermietbedingungen entsprechend auf die Musterbedingungen der AKB, Sixt schreibt, die Freistellung „entspricht dem Leitbild einer Vollkaskoversicherung“. Für Sie hat das eine Folge: Der Vermieter kann Obliegenheiten verlangen, deren Verletzung die Freistellung kostet.
Die Karten mit Mietwagenschutz
| Karte | Jahresgebühr | Was gedeckt ist | Selbstbehalt | Mietdauer | Bedingung |
|---|---|---|---|---|---|
| easybank Kreditkarte Platinum | 99 € | Teil- und Vollkasko je bis 100.000 €; Haftpflicht-Zusatz bis 1.000.000 € oder bis zum Höchstbetrag der EU-Kfz-Haftpflichtrichtlinie | in der Leistungsübersicht keiner ausgewiesen | 90 Tage | Mietwagen zu 100 % vorab mit der Karte bezahlt; gilt nur im Ausland |
| American Express Platinum Card | 720 € | Kasko bis 75.000 €, dazu Haftpflicht-Zusatz bis 750.000 € (in den USA 1.000.000 USD) | 200 € je Versicherungsfall | 120 Tage je Reise | Anmietung mit der Karte bezahlt; Reise ins Ausland oder im Inland mit Flug oder Übernachtung |
| American Express BMW Premium Card Carbon | 500 € | Kasko bis 75.000 €, keine Haftpflicht-Aufstockung | 200 € | 120 Tage | Anmietung mit der Karte bezahlt; kein Reisekriterium |
| easybank Eurowings Kreditkarte Premium | 99 € (im ersten Jahr 49,50 € für Neukunden) | Kasko bis 75.000 €, keine Haftpflicht-Aufstockung | 230 € | 30 Tage | Mietfahrzeug vollständig mit der Karte bezahlt; gilt weltweit |
| Lufthansa Miles & More Credit Card Gold | 138 € | Kasko bis 75.000 €, ausdrücklich keine Haftpflicht | 200 € fest | 30 Tage | Anmietung vollständig mit der Karte bezahlt; Reiseziel im Ausland, 50 km entfernt oder mit Übernachtung |
| Santander BestCard Premium | 118,80 € | Kasko bis 50.000 €, begrenzt auf den Barwert; Reifen ausgeschlossen | keiner ausgewiesen | 30 Tage, verlängerbar | vollständig mit der Karte bezahlt; Polizei binnen 24 Stunden |
| Mercedes Credit Card Gold (BW-Bank) | 83,40 € (6,95 € je Monat) | Kasko bis 75.000 €, Mercedes-Serienfahrzeuge bis Wiederbeschaffungswert | 150 € | 31 Tage | Bezahlung mit der Karte |
| VR ExclusiveCard | 198 € bis 240 € je nach Bank | Kasko bis 75.000 €, begrenzt auf den Barwert | 200 € je Schadenfall | 30 Tage, verlängerbar | vollständig mit der Karte bezahlt |
| Sparkassen Mastercard Platinum | 200 € bis 250 € je Institut | nur Erstattung der Selbstbeteiligung: 2.000 € Vollkasko und 300 € Teilkasko (München) bzw. 1.000 € (Duisburg) | entfällt – der Selbstbehalt ist die Leistung | 31 Tage | mit der Karte bezahlt; in Duisburg zusätzlich Kartennummer im Mietvertrag |
| Consorsbank Visa Card Gold | 108 € (Verträge ab 09.07.2022) | nur Erstattung der Selbstbeteiligung bis 1.500 €; Naturkräfte ausgeschlossen | keiner auf die Erstattung | 30 Tage | mit der Karte oder dem zugehörigen Girokonto bezahlt |
| Revolut Metal und Ultra | 155 € bzw. 650 € im Jahr | nur Erstattung der Selbstbeteiligung bis 2.000 €; Vollkasko beim Vermieter zwingend | keiner ausgewiesen | 30 Tage, danach kein Schutz | Haupttransport und Unterkunft mit dem Tarif bezahlt, nicht der Wagen |
| Quellen: Versicherungsbedingungen und Preisverzeichnisse der Herausgeber, abgerufen am 05.09.2026 – easybank (Preisverzeichnis 08/2026; Eurowings-Premium-Bedingungen ab 15.10.2023), American Express (Bedingungen CAM 8271, Juli 2026), Miles & More (Versicherungsbestätigung 01/2025), Santander (SANVB 0203 05.2026), Mercedes Credit Card (Produktseite), DZ BANK (Sonderbedingungen 01/2023), Stadtsparkasse München (01/2026) und Sparkasse Duisburg (10/2024), Consorsbank (BNPVB0108 01.2026), Revolut (Bedingungen 05.11.2025). | |||||
| Jahresgebühren und Deckungssummen mit laufender Aktualisierung stammen aus unserer Produktdatenbank. | |||||
Zwei Dinge fallen an dieser Liste auf. Erstens: Kaskodeckung und Haftpflicht-Aufstockung zusammen bieten unter den geprüften Verbraucherkarten nur zwei – die easybank Platinum für 99 € und die American Express Platinum Card für 720 €. Zweitens: Die Sparkassen führen kein bundesweit einheitliches Produkt. Zwei geprüfte Institute erstatten unterschiedlich hoch, versichern bei unterschiedlichen Gesellschaften – und die Hamburger Sparkasse führt die Platinum gar nicht. Wer sie in Betracht zieht, muss die Bedingungen der eigenen Sparkasse lesen.
Wo trotz Premium-Namen nichts drin ist
Der Kartenname sagt über den Mietwagenschutz nichts. Diese Karten haben keinen – geprüft an den jeweiligen Bedingungswerken:
- American Express Gold Card (240 € im Jahr): kein Mietwagenabschnitt in den Bedingungen.
- easybank Kreditkarte Gold (59 €): die Bedingungen kennen Reiserücktritt und Krankheitskosten, aber keinen Mietwagenabschnitt.
- Commerzbank PremiumKreditkarte: Das Wort „Mietwagen“ kommt in der 38-seitigen Versicherungsbestätigung kein einziges Mal vor.
- N26 Metal (202,80 €): kein Mietwagenbaustein. Die Haftpflicht warnt in den Bedingungen (Stand 01/2023) sogar ausdrücklich, wer ein Fahrzeug miete, müsse „die erforderliche Versicherung vom Vermieter oder Eigentümer abschließen“.
- Hanseatic Bank GoldCard (58,80 €): im Inklusivpaket nicht enthalten, nur kostenpflichtig zubuchbar.
- Deutsche Bank Mastercard PLATIN (200 €): „Kein Versicherungsschutz besteht für Schäden an dem jeweiligen Mietfahrzeug.“ Dafür trägt sie eine eigenständige Mietwagen-Haftpflicht. Die Bank veröffentlicht die Bedingungen allerdings nicht mehr; die letzte öffentlich verfügbare Fassung stammt von Mai 2021.
- Die gebührenfreien Karten von Advanzia, TF Bank und Bank Norwegian sowie die Karten der DKB: kein Mietwagenbaustein. Advanzia schließt Mietwagen in der Privathaftpflicht sogar ausdrücklich aus.
Ein Sonderfall ist die Consorsbank „Credit Card Gold Light“: Trotz „Gold“ im Namen enthält sie das Versicherungspaket der Visa Card Gold nicht. Welche Leistungen an der Kartenstufe hängen und welche nicht, steht in unserem Ratgeber zu Gold- und Platin-Kreditkarten.
Fünf Klauseln, an denen der Schutz scheitert
| Klausel | Was sie verlangt |
|---|---|
| Karteneinsatz | Fast überall muss die Anmietung vollständig mit genau dieser Karte bezahlt sein. Miles & More lässt eine Ausnahme zu: Hinterlegung der Karte plus schriftliche Bestätigung, wenn Vorabzahlung nicht möglich ist. |
| Reisekriterium | American Express: Ausland, oder im Inland mit Flug oder Übernachtung. Miles & More: eines von dreien – Ausland, 50 km oder eine Übernachtung. easybank Platinum: nur Ausland. Revolut: Ausland oder über 200 km. BMW Premium Card Carbon: keines. |
| Mietdauer | 30 bis 31 Tage bei den meisten Karten, 90 Tage bei der easybank Platinum, 120 Tage bei den Amex-Karten. Santander und die VR ExclusiveCard verlängern, wenn der Zeitraum über 30 Tage gesondert abgerechnet und gesondert mit der Karte bezahlt wird; bei Revolut entfällt der Schutz ab 31 Tagen ganz. |
| Obliegenheiten | Santander verlangt die Polizeimeldung „unverzüglich noch an der Unfallstelle, spätestens jedoch innerhalb von 24 Stunden“. easybank verlangt für jeden Anspruch einen Polizeibericht, Miles & More ein Übergabeprotokoll mit allen Vorschäden. |
| Fahrzeug- und Schadenausschlüsse | Amex: Wohnmobile, Motorräder, Lkw, Busse. Santander: Markenliste von Ferrari bis Rolls-Royce, Oldtimer über 20 Jahre, Reifenschäden. Revolut: Fahrzeuge über zehn Jahre, über neun Sitzplätze, über 70.000 € Listenpreis – und Geschäftsreisen. |
| Quelle: Versicherungsbedingungen der jeweiligen Herausgeber, abgerufen am 05.09.2026. | |
Santander knüpft die Frist ausdrücklich an den Leistungsausschluss: Wer den Schaden nicht binnen 24 Stunden der Polizei meldet, verliert nach dem Wortlaut der Bedingungen den Anspruch. Solche Polizeiklauseln sind wirksam – der Bundesgerichtshof hat sie für Mietverträge im Versäumnisurteil vom 10.06.2009 (Az. XII ZR 19/08) gebilligt, und im Urteil vom 02.12.2009 (Az. XII ZR 117/08) als Obliegenheit eingeordnet: Der Mieter habe es „in der Hand, entweder die Obliegenheit zu erfüllen, oder sich über sie hinwegzusetzen, dann aber seine Haftungsfreiheit einzubüßen“. Rufen Sie im Zweifel die Polizei, auch bei kleinen Schäden und auch im Ausland.
Was die Bedingungen dabei verschweigen: Der Gesetzgeber ist auf Ihrer Seite. Für die Kartenversicherung gilt § 81 VVG, wenn Sie den Schaden selbst herbeiführen: bei Vorsatz entfällt die Leistung, bei grober Fahrlässigkeit darf der Versicherer sie „in einem der Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers entsprechenden Verhältnis“ kürzen. Für versäumte Pflichten – Polizeimeldung, Fristen, Unterlagen – gilt dagegen § 28 VVG, und der ist für Sie günstiger als der Wortlaut der Bedingungen: Vollständig leistungsfrei wird der Versicherer nur bei Vorsatz, bei grober Fahrlässigkeit darf er lediglich quoteln, und war das Versäumnis für Schaden und Regulierung ohne Folgen, muss er voll zahlen. Bei Auskunfts- und Aufklärungspflichten nach dem Schaden muss er Sie außerdem vorher in Textform auf die Rechtsfolge hingewiesen haben. Eine Ablehnung mit dem Satz „Sie haben die 24 Stunden versäumt“ ist deshalb nicht das letzte Wort.
Das größere Risiko ist die Haftpflicht, nicht die Kasko
Beim Schaden am Mietwagen geht es um einen begrenzten Betrag. Beim Schaden an anderen kann es unbegrenzt teuer werden – und genau dort ist die Deckung außerhalb Europas oft dünn. In Deutschland schreibt die Anlage zu § 4 Abs. 2 PflVG Mindestsummen von 7,5 Mio. € für Personenschäden, 1,3 Mio. € für Sachschäden und 50.000 € für reine Vermögensschäden vor.
In den USA liegen die Pflichtgrenzen um Größenordnungen darunter, und sie unterscheiden sich je Bundesstaat. Florida verlangt vom Halter nur 10.000 USD für Sachschäden und keine eigene Pflicht-Haftpflicht für Personenschäden – für Mietwagen gilt aber eine Sonderregel: Bei Anmietungen unter einem Jahr haftet der Vermieter gesetzlich bis 100.000 USD je verletzter Person und 300.000 USD je Unfall. Mississippi verlangt 25.000 USD je verletzter Person und 50.000 USD je Unfall, Kalifornien hat zum 01.01.2025 auf 30.000/60.000/15.000 USD angehoben. Der Graves Amendment nimmt den Vermieter zwar von der reinen Halterhaftung aus, lässt diese landesrechtlichen Mindestdeckungen aber ausdrücklich unberührt. Alle drei Größenordnungen liegen weit unter den 7,5 Mio. €, die Sie aus Deutschland kennen.
Eine Aufstockung der Mietwagen-Haftpflicht führen nur wenige Karten. Mit Kaskodeckung sind es zwei: die American Express Platinum Card mit 750.000 €, in den USA 1.000.000 USD, und die easybank Platinum mit 1.000.000 €. Ohne jede Kaskodeckung kommen zwei weitere dazu, dafür deutlich günstiger: die Postbank Mastercard und Visa Platinum mit 1.050.000 € für 99 € im Jahr, mit dem Girokonto Giro extra plus 79 €, sowie die Deutsche Bank Mastercard PLATIN mit 1.100.000 € (Bedingungen im Stand Mai 2021, aktuellere veröffentlicht die Bank nicht). Beide letztgenannten stellen ausdrücklich klar: „Kein Versicherungsschutz besteht für Schäden an den Mietfahrzeugen“, und sie greifen nachrangig zur Kfz-Haftpflicht des Mietwagens.
Alle übrigen Karten decken den Schaden am Mietwagen, nicht den an Dritten. Miles & More schreibt das in einen eigenen Warnkasten: Die Versicherung „bietet keinen Haftpflichtversicherungsschutz für Personen-, Sach- und/oder Vermögensschäden“. Wer in den USA oder Kanada mietet und keine der vier genannten Karten hat, sollte die Zusatzhaftpflicht am Schalter kaufen.
Innerhalb Europas ist die Lage entspannter. Sixt beziffert die im Mietpreis enthaltene Haftpflicht auf 100 Mio. € Deckungssumme, höchstens 8 Mio. € je geschädigter Person – ausdrücklich „auf Europa beschränkt“. Europcar, Hertz und Avis nennen die Haftpflicht als enthalten, ohne eine Summe zu veröffentlichen.
Wann sich die Karte rechnet
Die Rechnung ist einfacher, als sie aussieht: Was kostet der Schutz am Schalter für Ihre tatsächlichen Miettage im Jahr – und was kostet die Karte?
Richtpreise veröffentlicht nur Avis, und zwar in den Besonderen Mietbedingungen (Stand 26.08.2026): die Haftungsreduzierung 27,00 € bis 37,00 € am Tag, sofern sie nicht ohnehin im Tarif enthalten ist, der Ausschluss der Selbstbeteiligung 30,50 € bis 53,90 € am Tag. Der Avis-Ratgeber nennt für die Pakete Super Cover und Super Cover Plus 19 € bis 28 € am Tag – rechnen Sie also mit einer Spanne, nicht mit einem festen Wert. Sixt und Hertz nennen ihre Paketpreise erst im Buchungsvorgang, Europcar veröffentlicht sie gar nicht.
Der zweite Rechenposten ist der Selbstbehalt, den Sie ohne Schutz tragen. Europcar staffelt ihn nach Fahrzeugkategorie von 1.050 € bis 2.000 €, für Porsche 3.000 € und 4.500 €; bei Hertz reicht die Staffel an der Station Frankfurt Flughafen von 850 € im Kleinwagen bis 3.000 € bei Tesla und Mercedes EQS. Und „Ausschluss“ heißt nicht immer null: Das SuperCover von Hertz lässt bei Transportern 150 € und bei achtzehn Premiumgruppen 250 € stehen.
Wie hoch ein solcher Schaden ausfällt, zeigt die Statistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft: Der durchschnittliche Vollkaskoschaden an einem Pkw lag 2024 bei 2.627 €, 2020 waren es 1.987 €. Der typische Schaden übersteigt also die typische Selbstbeteiligung – aber nicht um ein Vielfaches.
Zehn Miettage im Jahr mit Selbstbeteiligungs-Ausschluss kosten damit grob 300 € bis 540 €. Das ist mehr als die Jahresgebühr der meisten Karten in der Tabelle – aber weniger als die der Amex Platinum, der Amex BMW Premium Card Carbon und von Revolut Ultra.
- rechnet sich schon ab wenigen Miettagen: Bei einer Karte für rund 100 € ist die Gebühr nach drei bis vier Tagen Selbstbeteiligungs-Ausschluss eingespielt, bei 250 € nach acht bis zehn, bei 500 € und mehr erst nach über zwei Wochen
- der Umfang steht vorher fest und lässt sich in Ruhe nachlesen, statt am Schalter unter Zeitdruck entschieden zu werden
- zwei Karten verbinden die Kaskodeckung mit einer Haftpflicht-Aufstockung – das kauft man am Schalter sonst teuer dazu
- Sie treten in Vorleistung: Der Vermieter belastet die Karte, das Geld kommt erst nach der Regulierung zurück
- eine verpasste Obliegenheit kann den Anspruch kosten; ganz entfällt er nach § 28 VVG aber nur bei Vorsatz
- wer am Schalter zusätzlich die Vollkasko bucht, zahlt doppelt und bekommt nur noch den Selbstbehalt
- die Jahresgebühr fällt auch in Jahren an, in denen Sie kein Auto mieten
Wenn es passiert: Ablauf und Beschwerdeweg
Alle Kartenversicherungen laufen als Gruppenvertrag: Die Bank ist Vertragspartner des Versicherers, Sie genießen den Schutz nur als versicherte Person. Was diese Konstruktion sonst noch bedeutet – Versichererwechsel ohne Ihre Zustimmung, Schutzende mit der Karte –, steht in unserem Ratgeber zur Reiserücktrittsversicherung über die Kreditkarte. Der Ablauf ist überall gleich: Der Vermieter belastet Ihre Karte mit Selbstbeteiligung oder Schadensumme, Sie reichen Mietvertrag, Übergabeprotokoll, Schadenmeldung, Polizeibericht und die Kartenabrechnung beim Versicherer ein und bekommen den Betrag erstattet.
Bleibt der Versicherer bei einer Ablehnung, führt der Weg zum Versicherungsombudsmann. Das lohnt sich, weil die Schlichtung einseitig bindet: Nach § 10 Abs. 3 und § 11 Abs. 1 der Verfahrensordnung ergeht bei einem Beschwerdewert bis 10.000 € eine Entscheidung, und „die Entscheidung zu Lasten des Beschwerdegegners ist für diesen bindend“ – also für den Versicherer. Sie selbst bleiben frei und können weiter vor Gericht ziehen. Zwischen 10.000 € und 100.000 € gibt es nur eine unverbindliche Empfehlung, darüber ist der Ombudsmann nicht zuständig.
Der Weg steht bei allen hier genannten Karten offen: Chubb, SOGESSUR, AWP P&C, Lifestyle Protection, Deutsche Assistance, HanseMerkur, Inter Partner Assistance, Allianz und Steadfast stehen sämtlich im Mitgliederverzeichnis (Stand: September 2026). Welcher Versicherer hinter Ihrer Karte steht, nennt das Bedingungswerk auf der ersten Seite. Achten Sie dabei auf die Firmierung: Cover Genius, der bei Revolut die Abwicklung übernimmt, ist Vermittler und nicht Mitglied – zuständig ist der Versicherer Steadfast.
Eine Formulierung sollten Sie nicht für bare Münze nehmen: Die easybank-Bedingungen schreiben, die Entscheidung des Ombudsmanns sei „nicht verbindlich“. Für Beschwerdewerte bis 10.000 € trifft das nach der Verfahrensordnung nicht zu.
Wie stark der Andrang ist, zeigt der Jahresbericht 2025: 28.904 Eingänge – 34,1 % mehr als im Vorjahr –, davon 20.064 zulässige Beschwerden. Auf Reiseversicherungen entfielen über 1.000 Beschwerden.
Welche Lösung zu welcher Reise passt
| Ihr Profil | Was infrage kommt | Weiterlesen |
|---|---|---|
| Ein bis zwei Anmietungen im Jahr in Europa | Schutzpaket am Schalter buchen; eine Karte mit Jahresgebühr rechnet sich dafür nicht | Kostenlose Kreditkarte |
| Regelmäßig Mietwagen in Europa | Karte mit echter Kaskodeckung, Schutzpaket am Schalter dann bewusst ablehnen | Gold- und Platin-Karten |
| Anmietung in den USA oder Kanada | Karte mit Haftpflicht-Aufstockung oder Zusatzhaftpflicht am Schalter | American Express |
| Karte mit Schutz schon vorhanden | Bedingungen vor der Buchung lesen – und prüfen, welche weiteren Bausteine im selben Versicherungspaket stecken | Auslandskrankenschutz |
| Nur eine Guthaben- oder Debitkarte | zuerst klären, ob der Vermieter die Karte für die Kaution überhaupt akzeptiert | Mietwagen mit Prepaid-Karte |
| Lange Anmietung über 30 Tage | easybank Platinum (90 Tage) oder eine Amex-Karte (120 Tage); sonst Schutz am Schalter | Kreditkarten-Vergleich |
| Grundlage sind die in den Abschnitten oben belegten Bedingungen, Stand 05.09.2026. | ||
Häufige Fragen zur Mietwagenversicherung über die Kreditkarte
Bei einer Karte mit echter Kaskodeckung nicht – American Express führt in seinen Bedingungen ausdrücklich auf, dass CDW, LDW, Super-CDW, Diebstahlschutz, Haftpflichterhöhung und persönliche Unfallversicherung nicht nötig sind. Bei einer Karte, die nur den Selbstbehalt erstattet, ist die Vollkasko des Vermieters dagegen Voraussetzung. Buchen Sie sie im ersten Fall trotzdem, greift die Subsidiaritätsklausel, und es bleibt Ihnen nur die Erstattung der Selbstbeteiligung.
In aller Regel nicht. Der Kaskobaustein deckt den Schaden am Mietwagen. Eine Aufstockung der Haftpflicht bieten die American Express Platinum Card und die easybank Platinum – beide zusätzlich zur Kasko – sowie, ganz ohne Kaskodeckung, die Postbank Mastercard und Visa Platinum und die Deutsche Bank Mastercard PLATIN. Innerhalb Europas reicht die Haftpflicht des Vermieters meist aus, in den USA häufig nicht.
Das hängt von der Karte ab. Die easybank Platinum deckt ausschließlich Auslandsanmietungen, die Eurowings Premium derselben Bank dagegen weltweit. American Express verlangt für Inlandsfahrten einen Flug oder eine gebuchte Übernachtung. Bei Miles & More genügt eine Entfernung von 50 km oder eine Übernachtung. Die BMW Premium Card Carbon verlangt gar kein Reisekriterium.
Nach dem Wortlaut der Bedingungen kann das den ganzen Anspruch kosten: Santander verlangt die Meldung binnen 24 Stunden, easybank für jeden Anspruch einen Polizeibericht. Gesetzlich ist die Lage milder – nach § 28 VVG wird der Versicherer nur bei Vorsatz vollständig leistungsfrei, bei grober Fahrlässigkeit darf er nur kürzen, und ohne Auswirkung auf die Regulierung muss er voll zahlen.
Nein. Der Vermieter belastet Ihre Karte, Sie reichen die Unterlagen beim Versicherer ein und bekommen den Betrag erstattet. Planen Sie deshalb ein ausreichendes Kartenlimit ein – bei Oberklassefahrzeugen können mehrere tausend Euro zusammenkommen.
Für die Kaution meist ja, für den Versicherungsschutz nein. Die gebührenfreien Karten von Advanzia, TF Bank und Bank Norwegian sowie die DKB-Karten haben keinen Mietwagenbaustein. Ob eine bestimmte Karte am Schalter überhaupt akzeptiert wird, steht in unserem Ratgeber Mietwagen mit Prepaid-Karte.