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Luxuskreditkarten: Das bieten Gold und Platin Kreditkarten

Gold- und Platinkarten sind keine Statussymbole mehr, sondern gekaufte Leistungspakete aus Reiseversicherungen, Lounge-Zugang und Service-Extras. Wir vergleichen die wichtigsten Gold- und Platin-Kreditkarten mit ihren echten Kosten, erklären Selbstbehalte, Karteneinsatz-Klauseln und Lounge-Zuzahlungen im Kleingedruckten, räumen mit den Mythen um Ausgabenlimit und Concierge auf und zeigen, wann eine kostenlose Karte die bessere Wahl ist.
Geschrieben von
Charlotte Ruzanski

Gold- und Platin-Kreditkarten umgeben bis heute eine Aura des Exklusiven. Dahinter steckt 2026 allerdings kein Statussymbol mehr, sondern ein nüchternes Geschäftsmodell: Sie kaufen ein Leistungspaket aus Reiseversicherungen, Lounge-Zugang und Service-Extras – zu Preisen von knapp 60 € bis 720 € im Jahr (Stand: August 2026). Ob sich der Aufpreis rechnet, hängt weniger von der Kartenfarbe ab als davon, welche Leistungen Sie tatsächlich nutzen. Hier finden Sie die wichtigsten Gold- und Platinkarten mit echten Zahlen, das Kleingedruckte der Versicherungen – und die Fälle, in denen eine kostenlose Kreditkarte die bessere Wahl ist.

Gold, Platin, Standard: Was die Stufen wirklich unterscheiden

Beim Bezahlen unterscheiden sich die Stufen nicht: Eine goldene Kreditkarte funktioniert an der Kasse exakt wie die Standardversion. Was Sie mit „Gold“ oder „Platin“ kaufen, ist das Paket, das die herausgebende Bank um die Karte herum schnürt – Versicherungen, Lounge-Zugang, Concierge, Boni. Der Hintergrund: Seit die EU die Interbankenentgelte für Verbraucherkreditkarten auf 0,3 % je Zahlung deckelt (Verordnung (EU) 2015/751, Entgeltdeckel seit Dezember 2015), können Banken üppige Extras nicht mehr über Händlergebühren querfinanzieren. Viele haben seither Leistungen gestrichen oder Gebühren erhöht – Premium-Leistungen sind heute explizit kostenpflichtige Pakete. American Express rechnet als sogenanntes Drei-Parteien-System außerhalb dieser Deckelung ab; das erklärt, warum die größten Leistungspakete dort angesiedelt sind – und warum Amex im Handel seltener akzeptiert wird.

Zugleich ist die Kreditkarte im Alltag auf dem Rückzug: Laut der Bundesbank-Studie „Zahlungsverhalten in Deutschland 2025″ bevorzugen nur noch 9 % der Befragten die Kreditkarte als Zahlungsmittel (2023: 13 %). Gold und Platin sind damit ein Nischensegment für Vielreisende – kein Statussymbol der Breite mehr.

Hartnäckig hält sich dabei die Vorstellung, Premium-Karten hätten „kein Ausgabenlimit“. Das stimmt nicht: Auch Gold- und Platinkarten haben einen bonitätsabhängigen Verfügungsrahmen, den die Bank festlegt und anpasst – die Consorsbank Visa Card Gold etwa startet standardmäßig mit einem Kartenlimit von 2.500 € pro Abrechnungszeitraum (Stand: August 2026). Der Sonderfall sind die Charge-Karten von American Express: Dort gilt nach eigener Auskunft „kein standardisierter Verfügungsrahmen“ – die Ausgabengrenze ist dynamisch und richtet sich unter anderem nach der Zahlungshistorie und der bisherigen Kartennutzung. Unbegrenzt ist also auch hier nichts.

Gold im Namen ist keine Gold-Leistung

Der Kartenname sagt nichts über den Leistungsumfang aus. Die Consorsbank Credit Card Gold Light etwa ist dauerhaft kostenlos, enthält aber kein Versicherungspaket – das „Gold“ ist reine Optik. Entscheidend ist allein das Leistungsverzeichnis der Bank, nicht die Farbe der Karte.

Aktuelle Gold- und Platin-Kreditkarten im Vergleich

Gold- und Platinkreditkarten im Vergleich
Entscheidend ist das Leistungspaket, nicht die KartenfarbeFoto: Kenishirotie / iStock

Die wichtigsten Gold- und Platinkarten direkt zum Vergleichen:

Hanseatic Bank GoldCard
Jahresgebühr
58,80 €
Bargeld
0 €
eff. Sollzins
25,79 %
Geringe Jahresgebühr
Keine Fremdwährungsgebühr
Weltweit kostenlos Bargeld abheben
Umfassendes Versicherungspaket
Zum Start bis zu 5.000 € Kreditkarten Limit
Mindestabhebesumme von 50 €
Hohe Sollzinsen bei Teilrückzahlung
Postbank Mastercard Platinum
Jahresgebühr
99 €
Bargeld
2,5 %
mind. 5 €
eff. Sollzins
11,39 %
Kostenlose Zahlungen im Euro-Raum
Umfangreiches Versicherungspaket
Flexible Rückzahlungsmöglichkeiten und hoher Verfügungsrahmen
Bonus- und Reiseleistungen
Nur in Verbindung mit einem kostenpflichtigem Konto
Santander BestCard Premium
Jahresgebühr
118,80 €
Bargeld
0 €
eff. Sollzins
16,72 %
Monatlich 8 x kostenloser Bargeldbezug weltweit
Weltweit 1 % Tankrabatt
Partnerkarte kostenfrei
Umfangreiche Reiseversicherungen
Hohe Jahresgebühr
Miles & More Gold
Jahresgebühr
138 €
Bargeld
2 %
mind. 5 €
eff. Sollzins
10,05 %
Meilenprogramm
Gutes Bonusprogramm
Viele Versicherungen
Willkommensbonus: 4.000 Meilen + 15 % Nachlass im Worldshop
Hohe Jahresgebühr
Commerzbank PremiumKreditkarte
Jahresgebühr
154,80 €
Bargeld
0 €
eff. Sollzins
10,2 %
Jährlich 12 x kostenloser Bargeldbezug in Deutschland
Jährlich 25 x kostenloser Bargeldbezug im Ausland
Kostenlose bargeldlose Zahlungen in der Euro-Zone
Umfassendes Versicherungspaket
Priority Pass
Weltweite Akzeptanz durch Duo aus Mastercard und Visa
Sehr hohe Jahresgebühr
Nur begrenzt kostenloses Bargeld
Deutsche Bank MasterCard Platinum
Jahresgebühr
200 €
Bargeld
2,5 %
mind. 5,75 €
Consierge- und Reiseservice
Priority-Pass Prestige
Besondere Vorzugstarife im Bereich Urlaub, Sport, Kultur und Mobilität
Nur in Verbindung mit einem kostenpflichtigem Konto

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Gold- und Platin-Kreditkarten: Jahresgebühr und Kernleistungen (Stand: August 2026)
Karte Jahresgebühr Kernleistungen (Auswahl)
Hanseatic Bank GoldCard 58,80 € Auslandskranken- und Reiserücktrittsversicherung, 0 % Fremdwährungsentgelt, 0 € Bargeldgebühr weltweit (Mindestabhebung 50 €)
Postbank Mastercard Gold 59 € (30 € mit Girokonto extra plus) 5 % Reisebonus auf kartengezahlte Buchungen über den Postbank-Reiseservice (Urlaubsplus)
easybank Kreditkarte Gold (ehem. Barclays) 59 € Reiserücktritts-, Reiseabbruch- und Auslandskrankenversicherung; 0 € Bargeldgebühr in Euro (Mindestabhebung 50 €; Fremdwährung zzgl. 1,99 %)
Consorsbank Visa Card Gold 108 €* Auslandskrankenversicherung ohne Selbstbehalt und ohne Summenbegrenzung (gilt auch ohne Karteneinsatz), Reiserücktritt bis 10.000 €
Santander BestCard Premium 118,80 €** Versicherungspaket inkl. Mietwagen-Vollkasko, 8 Gratis-Abhebungen pro Monat, 0 € Auslandseinsatzentgelt, 7 % Reisebonus
Miles & More Gold Credit Card 138 € 1 Meile je 2 € Umsatz, Meilenverfallschutz, Reiseversicherungspaket
Commerzbank PremiumKreditkarte 154,80 €*** 7 Reiseversicherungen, Priority-Pass-Mitgliedschaft
Postbank Mastercard Platinum 99 € (79 € mit Girokonto extra plus) Auslandskrankenversicherung auch ohne Karteneinsatz, Priority Pass (33,32 € je Besuch), 5 % Reisebonus (Buchung über Postbank-Reiseservice)
Deutsche Bank Mastercard Platin 200 € Reiseversicherungen, Concierge-Service, Priority Pass (Karteninhaber kostenfrei, Begleitperson 20 €)
American Express Platinum 720 € Lounge-Paket inkl. Priority Pass (50 Freibesuche/Jahr), Concierge, Metallkarte, Guthabenpaket von nominal 650 € pro Jahr
Fußnoten: * Preis für Neuverträge seit 07/2022, nur in Verbindung mit einem Consorsbank-Girokonto. ** Preis ohne Santander-/Openbank-Girokonto; mit Girokonto 70,80 €. *** Preis des PremiumKontos (12,90 €/Monat) – es enthält bis zu zwei PremiumKreditkarten, einzeln ist die Karte nicht erhältlich. Alle Angaben Stand: August 2026.

Die Goldkarten der Sparkassen und Volksbanken fehlen in der Tabelle bewusst: Ihre Preise legt jedes Institut selbst fest. Bei Sparkassen kostet die Mastercard Gold meist rund 80 bis 100 € im Jahr, bei Genossenschaftsbanken häufig 60 bis 90 € (Stand: August 2026) – maßgeblich ist der Preisaushang vor Ort, in Premium-Kontomodellen ist die Karte oft enthalten.

Unterhalb der Platinum führt American Express die Gold Card für 240 € im Jahr (20 € pro Monat, Stand: August 2026). Zwei Umbrüche sollten Sie beim Abgleich mit älteren Ratgebern kennen: Die deutschen Barclays-Karten laufen seit Februar 2026 unter der Marke easybank (BAWAG Group) – Gold und Platinum (99 €/Jahr, Stand: August 2026) gibt es dort weiterhin für Neukunden. Und die Miles & More Gold Credit Card gibt seit Oktober 2025 die Deutsche Bank statt der DKB heraus; die DKB hat Bestandskarten gekündigt, nötig ist ein Neuantrag, gesammelte Meilen bleiben erhalten.

Versicherungen: Das Kleingedruckte entscheidet

Die goldene Kreditkarte bietet meist Zusatzversicherungen
Zusatzversicherungen sind das Herzstück der Pakete – mit KleingedrucktemFoto: Jovanmandic / iStock

Die Reiseversicherungen sind das Herzstück jeder Gold- und Platinkarte – und der Punkt, an dem sich die Pakete am stärksten unterscheiden. Drei Fragen entscheiden über den echten Wert (alle Angaben Stand: August 2026):

  • Wann greift der Schutz? Teils nur, wenn die Reise mit der Karte bezahlt wurde – so bei den Reiseversicherungen der Amex Platinum und beim Reiserücktrittsschutz der Hanseatic GoldCard (mindestens 50 % Kartenzahlung). Andere Bausteine gelten unabhängig vom Karteneinsatz, etwa die Auslandskrankenversicherungen der Consorsbank Visa Card Gold und der Postbank Mastercard Platinum.
  • Wie hoch ist der Selbstbehalt? Die Amex Platinum versichert Auslandskrankenkosten unbegrenzt, zieht aber 10 % Selbstbehalt ab (mindestens 100 €, maximal 500 €); beim Reiserücktritt bis 6.000 € je Person sind es 10 %, bei der Mietwagen-Vollkasko bis 75.000 € pauschal 200 € je Schadensfall. Die Consorsbank berechnet beim Reiserücktritt 20 % Selbstbehalt – ihre Auslandskrankenversicherung kommt dafür ganz ohne Selbstbehalt aus.
  • Wie lange gilt er? Meist nur für die ersten Wochen einer Reise: je 62 Reisetage bei Hanseatic GoldCard, Consorsbank Gold und Postbank Platinum, 120 Reisetage bei der Amex Platinum.

Verbraucherschützer kommen deshalb regelmäßig zu einem nüchternen Urteil: Die Stiftung Warentest kritisiert seit Jahren, dass der Reiseschutz per Kreditkarte wegen Selbstbehalten, zu niedriger Versicherungssummen und Karteneinsatz-Klauseln in der Regel nicht ausreicht – und empfiehlt auch in ihrem zuletzt im April 2026 aktualisierten Reiserücktritts-Vergleich, Reiseversicherungen grundsätzlich separat abzuschließen. Für gelegentliche Städtereisen kann ein starkes Kartenpaket genügen; für lange oder teure Reisen rechnen Sie nach. Wie die einzelnen Bausteine funktionieren, zeigen unsere Ratgeber zur Reiserücktrittsversicherung, zur Auslandsreisekrankenversicherung und zur Mietwagenversicherung per Kreditkarte.

Lounge-Zugang, Concierge und Boni

„Lounge-Zugang inklusive“ ist das dehnbarste Versprechen im Premium-Segment – dahinter stecken drei verschiedene Modelle (Stand: August 2026):

  • Wirklich inklusive: Die Amex Platinum öffnet die Global Lounge Collection mit mehr als 1.550 Lounges an über 500 Flughäfen; enthalten ist ein Priority Pass mit 50 Freibesuchen pro Kalenderjahr (für Anträge seit September 2024), je eine Begleitperson ist frei, weitere Gäste zahlen 30 € pro Besuch. Der Zugang zu Lufthansa-Lounges endet allerdings zum 1. Oktober 2026.
  • Inhaber frei, Begleitung zahlt: Bei der Deutsche Bank Mastercard Platin nutzt der Karteninhaber den Priority Pass kostenfrei, Begleitpersonen zahlen 20 € pro Besuch.
  • Nur die Mitgliedschaft ist inklusive: Bei der Postbank Mastercard Platinum kostet jeder Lounge-Besuch 33,32 € pro Person – auch für den Karteninhaber selbst. Ähnlich die Commerzbank PremiumKreditkarte: Die Priority-Pass-Mitgliedschaft ist enthalten; zu den Kosten je Besuch macht die Commerzbank auf der Produktseite keine Angabe – beim Standard-Modell des Priority Pass zahlen Karteninhaber üblicherweise pro Besuch.

Wie die Zugangsmodelle im Detail funktionieren, lesen Sie in unserem Ratgeber Priority Pass per Kreditkarte.

Auch um den Concierge-Service ranken sich Mythen – etwa, er sei einer Klientel mit Einkommen um die halbe Million vorbehalten. Tatsächlich ist der 24/7-Concierge eine Standard-Leistung der American Express Platinum; ein Mindesteinkommen nennt Amex nicht, Voraussetzungen sind Volljährigkeit, Wohnsitz in Deutschland und eine positive Schufa. Auch die Deutsche Bank Mastercard Platin enthält einen Concierge-Service für Reisen, Tickets oder Restaurantreservierungen. Nur die schwarze Amex Centurion vergibt American Express ausschließlich auf Einladung – dazu unten mehr.

Dazu kommen Boni – meist an den Reisepartner der Bank gebunden: Postbank Gold und Platinum schreiben 5 % des Reisepreises gut, allerdings nur für Reisen, die über den Postbank-Reiseservice (Urlaubsplus) gebucht und mit der Karte bezahlt werden – Direktbuchungen bei Veranstaltern, Airlines oder anderen Reisebüros zählen nicht. Die Santander BestCard Premium gewährt 7 % ebenfalls nur über ihren Reisepartner, die Miles & More Gold sammelt 1 Meile je 2 € Umsatz. Die Amex Platinum wirbt je nach Aktion mit Startguthaben – aktuell bis zu 340 € nach Umsatzstaffel (Stand: 04.08.2026). Einen Überblick über solche Prämien gibt unser Ratgeber Kreditkarten mit Startguthaben.

Die Kostenseite: Wo Premium-Karten Geld kosten

Mit der Gold-Kreditkarte weltweit bezahlen
Weltweit bezahlen – außerhalb der Eurozone oft mit AufschlagFoto: grinvalds / iStock

Die Jahresgebühr ist nur der offensichtlichste Posten. Je nach Karte kommen dazu (Stand: August 2026):

  • Bargeldabhebungen: Die Amex Platinum berechnet (mindestens 5 €), die Postbank Platinum (mindestens 5 €). Gegenbeispiele: Hanseatic GoldCard ohne Abhebegebühr, Santander BestCard Premium mit 8 Freiabhebungen pro Monat.
  • Fremdwährungseinsatz: 2 % außerhalb der Eurozone bei der Amex Platinum, 1,95 % bei der Miles & More Gold, 1,85 % bei der Postbank – Hanseatic GoldCard und Santander BestCard Premium verzichten auf das Entgelt.
  • Zusatzkarten: Die Spanne reicht von kostenlos (bis zu vier Gold- bzw. Amex-Zusatzkarten zur Platinum) über 79 € pro Jahr bei der Postbank Platinum bis 120 € bei der Deutsche Bank Mastercard Platin.
Teilzahlungsfalle auch bei Premium-Karten

Ein hoher Kartenpreis schützt nicht vor hohen Zinsen. Die Spanne ist groß: Die Miles & More Gold berechnet für die flexible Teilzahlung 10,05 % Sollzins (Stand: Juli 2026), die Santander BestCard Premium 16,72 % effektiv (Stand: August 2026) – und bei der Hanseatic GoldCard ist die Ratenzahlung mit 25,79 % effektivem Jahreszins sogar ab Werk voreingestellt; stellen Sie dort auf vollständigen Rechnungsausgleich um. Charge-Karten wie die Amex Platinum oder die Consorsbank Visa Card Gold rechnen dagegen monatlich voll ab – Teilzahlung und Kartenzins gibt es dort nicht. Details in unserem Ratgeber zur Teilzahlungsfunktion.

Wann lohnt sich Gold oder Platin?

Vorteile
  • Reiseversicherungspaket kann separate Einzelpolicen ersetzen – starke Pakete decken auch Partner und Kinder mit ab
  • Lounge-Zugang, Concierge und Reiseboni bündeln Leistungen für Vielreisende
  • Guthaben- und Bonusprogramme können die Jahresgebühr bei konsequenter Nutzung ausgleichen
  • teils deutlich bessere Auslandskonditionen als Standardkarten (kein Fremdwährungsentgelt, Gratis-Abhebungen)

Nachteile
  • Jahresgebühr fällt unabhängig davon an, ob Sie die Extras nutzen
  • Versicherungen mit Selbstbehalten, Karteneinsatz-Klauseln und 62-Tage-Grenzen
  • „Inklusive“-Leistungen wie Lounge-Zugang kosten je nach Karte doch extra
  • Guthabenpakete erfordern Aktivierung und Bindung an Partnerangebote
  • teils hohe Bargeld-, Fremdwährungs- und Teilzahlungskosten

Rechnen Sie den Break-even nüchtern durch. Die American Express Platinum kostet 720 € im Jahr und stellt dem ein Guthabenpaket von nominal 650 € gegenüber (200 € Reise, 200 € SIXT ride, 150 € Restaurant, 100 € Lodenfrey; Stand: August 2026) – auf dem Papier fast ein Nullsummenspiel. Nach übereinstimmenden Berichten von Reise-Fachblogs ist der reale Wert aber niedriger: Das Reiseguthaben gilt nur im Amex-Reiseportal, dessen Preise teils über dem Markt liegen, das Restaurantguthaben nur bei Partnerrestaurants. Wer die Gutschriften nicht ohnehin genutzt hätte, gleicht die Gebühr nicht aus, sondern kauft ein Coupon-Heft. Am anderen Ende der Skala kann sich die GoldCard der Hanseatic Bank schon mit einer Fernreise pro Jahr bezahlt machen – über die Auslandskrankenversicherung und die wegfallenden Auslandsgebühren.

Zur Entscheidung gehört auch ein Blick auf dokumentierte Nutzererfahrungen – mit einer Einordnung: Banken, die nicht aktiv zu Bewertungen einladen, sammeln auf Trustpilot fast nur Beschwerden. American Express steht dort bei 1,3 von 5 Punkten (rund 5.300 Bewertungen), während die deutsche Amex-App im Apple App Store 4,8 von 5 bei über 140.000 Bewertungen erreicht (beides Stand: August 2026) – Kritik entzündet sich vor allem an Service-Erreichbarkeit und Limit-Senkungen, Lob gilt App und Zuverlässigkeit. Die Postbank als Herausgeberin von Gold und Platinum steht bei 1,6 von 5 (über 7.000 Bewertungen, Stand: August 2026); wegen der Servicekrise hatte die BaFin dort von 2023 bis Ende Oktober 2025 einen Sonderbeauftragten im Haus. Wer Wert auf erreichbaren Service legt, sollte das einpreisen.

Als Faustregel lohnt eine Gold- oder Platinkarte, wenn mindestens zwei Punkte zutreffen: Sie reisen mehrmals im Jahr, auch außerhalb Europas; Sie würden Reiseversicherungen sonst separat abschließen; Sie nutzen Flughafen-Lounges tatsächlich; und Sie gleichen Ihre Abrechnung vollständig aus, statt in Raten zu zahlen.

Wann eine kostenlose Karte die bessere Wahl ist

Wer vor allem bargeldlos bezahlt, gelegentlich Geld abhebt und selten verreist, braucht kein gekauftes Leistungspaket. Kostenlose Karten decken den Alltag ab: Die Hanseatic GenialCard kostet 0 € Jahresgebühr, bei der DKB ist die Visa Debitkarte kostenlos und die optionale Kreditkarte kostet 29,88 € im Jahr. Reiseschutz lässt sich bei Bedarf separat abschließen – oft mit besseren Bedingungen als im Kartenpaket. Mehr dazu in unserem Ratgeber kostenlose Kreditkarten; die tagesaktuellen Konditionen zeigt unser Kreditkarten-Vergleich.

Abgrenzung: Schwarze Karten und Metal-Karten

Oberhalb von Gold und Platin liegt ein eigenes Segment: schwarze Karten und Metal-Karten, bei denen Prestige und Status im Vordergrund stehen. Die Amex Centurion („Black Card“) gibt es nur auf persönliche Einladung, die Deutsche Bank Mastercard Black kostet 600 € im Jahr (Stand: August 2026). Die Trennlinie: Gold- und Platinkarten sind frei beantragbare Leistungspakete, die sich über Versicherungen, Lounges und Boni rechnen müssen – schwarze Karten sind Prestige-Produkte, deren Wert sich so nicht nachrechnen lässt. Dass die Amex Platinum aus Metall gefertigt ist, macht sie nicht zur „schwarzen Karte“: Sie gehört ins Leistungspaket-Segment dieser Seite. Mehr zum Prestige-Segment lesen Sie in unserem Ratgeber schwarze Kreditkarten; einen Überblick über alle Kartentypen – von Prepaid bis Platin – gibt unsere Typen-Übersicht.

Häufige Fragen zu Gold- und Platin-Kreditkarten

Was unterscheidet eine Gold- von einer Platin-Kreditkarte?

Es gibt keinen einheitlichen Standard – den Zuschnitt bestimmt die herausgebende Bank. In der Regel bündelt Platin über der Gold-Stufe umfangreichere Versicherungen sowie Extras wie Lounge-Zugang und Concierge-Service. Vergleichen Sie deshalb immer das Leistungsverzeichnis der konkreten Karte, nicht die Kartenfarbe.

Haben Gold- und Platinkarten ein Ausgabenlimit?

Ja. Jede Gold- und Platinkarte hat einen bonitätsabhängigen Verfügungsrahmen, den die Bank festlegt und anpassen kann. Auch die Charge-Karten von American Express sind nicht unbegrenzt: Sie haben statt eines festen Rahmens eine dynamische Grenze, die sich an Zahlungshistorie und Kartennutzung orientiert.

Brauche ich ein sehr hohes Einkommen für eine Platin-Karte?

Nein. Platin-Karten stehen jedem offen, der die üblichen Voraussetzungen erfüllt – Volljährigkeit, Wohnsitz in Deutschland und eine positive Bonitätsprüfung. Auch der Concierge-Service ist bei entsprechenden Karten eine Standard-Leistung und an kein Mindesteinkommen geknüpft. Nur Prestige-Karten wie die Amex Centurion vergeben die Anbieter ausschließlich auf Einladung.

Ersetzen die Kartenversicherungen separate Reiseversicherungen?

Nur teilweise. Viele Kartenversicherungen greifen nur bei Kartenzahlung der Reise, enthalten Selbstbehalte und gelten lediglich für die ersten Wochen einer Reise. Die Stiftung Warentest kritisiert seit Jahren – zuletzt in einem im April 2026 aktualisierten Vergleich –, dass der Reiseschutz per Kreditkarte oft nicht ausreicht, und empfiehlt separate Policen. Prüfen Sie die Versicherungsbedingungen Ihrer Karte, bevor Sie bestehende Policen kündigen.

Lohnt sich eine Goldkarte, wenn ich selten reise?

Meist nicht. Die Leistungspakete drehen sich fast vollständig um das Reisen – wer sie nicht nutzt, zahlt die Jahresgebühr ohne Gegenwert. Für den Alltag reicht eine kostenlose Kreditkarte in der Regel aus; einzelne Reisen lassen sich günstiger über separate Versicherungen absichern.

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Über die Autorin
Charlotte Ruzanski Charlotte Ruzanski recherchiert für onlinevergleich24.de detailliert die Konditionen und spezifischen Angebote von Kreditkarten, Geschäftskonten, Mobilfunkverträgen für unterschiedliche Anwender und Unternehmensformen (Freiberufler, GmbH, UG etc.). Ihre...