Kreditkarte mit Reiserücktrittsversicherung: wann sie greift
Wie wir unser Geld verdienen

Reiserücktrittsversicherung per Kreditkarte

Wer vor der Reise krank wird, schuldet dem Veranstalter die Stornokosten – die eigene Krankheit ist reiserechtlich kein Grund für einen kostenlosen Rücktritt. Viele Kreditkarten bringen eine Reiserücktrittsversicherung mit, einige davon ohne Jahresgebühr. Wir vergleichen die Karten mit Rücktrittsschutz, erklären Karteneinsatz-Klausel, Selbstbehalt und Versicherungssumme und zeigen, wann Versicherer nicht zahlen.
Geschrieben von
Charlotte Ruzanski

Die Karten direkt zum Vergleichen

TF Mastercard Gold
Jahresgebühr
0 €
Bargeld
25,09 %
eff. Jahreszins
25,09 %
Keine Jahresgebühr
Keine Fremdwährungsgebühr
Umfassende Versicherungen
Flexible Rückzahlungsoptionen
Cashback und Rabatte
Berechnung von Sollzinsen auf Bargeldabhebungen
Hohe Sollzinsen bei Teilrückzahlung
Gebührenfrei Mastercard Gold
Jahresgebühr
0 €
Bargeld
24,95 %
eff. Jahreszins
24,95 %
Keine Jahresgebühr
Weltweit kostenlos bezahlen
Umfangreiches Versicherungspaket
Reise- und Bonusleistungen
Hohe Sollzinsen bei Teilrückzahlung
Berechnung von Sollzinsen auf Bargeldabhebungen
Bank Norwegian Kreditkarte
Jahresgebühr
0 €
Bargeld
0 €
eff. Jahreszins
24,4 %
15 € WillkommensbonusUm den Bonus zu erhalten, müssen Sie innerhalb von 45 Tagen nach Kontoeröffnung einen Einkauf mit der Kreditkarte tätigen
Keine Jahresgebühr
Weltweit kostenlos Bargeld abheben
Keine Fremdwährungsgebühr
Zinsfrei bis zu 44 Tagen
Hohe Sollzinsen bei Teilrückzahlung
Hanseatic Bank GoldCard
Jahresgebühr
58,80 €
Bargeld
0 €
eff. Jahreszins
25,79 %
Geringe Jahresgebühr
Keine Fremdwährungsgebühr
Weltweit kostenlos Bargeld abheben
Umfassendes Versicherungspaket
Zum Start bis zu 5.000 € Kreditkarten Limit
Mindestabhebesumme von 50 €
Hohe Sollzinsen bei Teilrückzahlung
Openbank BestCard Extra
Jahresgebühr
58,80 €
Bargeld
0 €
eff. Jahreszins
16,72 %
Monatlich 6 x kostenloser Bargeldbezug weltweit
1 % Tankrabatt auch an Elektro-Ladestationen (max. 200 € im Monat)
Zahlreiche Bonusleistungen
Umfassendes Versicherungspaket
Hohe Gebühren ab 7. Geldabhebung
easybank Kreditkarte Gold
Jahresgebühr
59 €
Bargeld
0 €
eff. Jahreszins
21,51 %
Umfassendes Reiseversicherungspaket
Keine Kosten beim Bargeldbezug innerhalb der Eurozone
Zinsfreies Zahlungsziel bis zu 2 Monate
Hohe Sollzinsen bei Teilrückzahlung
Fremdwährungsgebühr
Postbank Mastercard Gold
Jahresgebühr
59 €
Bargeld
2,5 %
mind. 5 €
Kostenlose Zahlungen im Euro-Raum
Versicherungspaket
Flexible Rückzahlungsmöglichkeiten
Bonus- und Reiseleistungen
Jahresgebühr
Hohe Gebühren für Bargeldabhebungen
Gebühren für Zahlungen im Ausland
Nur in Verbindung mit einem kostenpflichtigem Girokonto
Unzureichende Versicherungen
easybank Platinum
Jahresgebühr
99 €
Bargeld
0 €
eff. Jahreszins
21,51 %
Weltweit kostenlos Bargeld abheben
Umfangreiche Versicherungen
Keine Fremdwährungsgebühren
Flexible Rückzahlungsoptionen
Hohe Sollzinsen bei Teilrückzahlung
Kein Bonusprogramm
Postbank Mastercard Platinum
Jahresgebühr
99 €
Bargeld
2,5 %
mind. 5 €
Kostenlose Zahlungen im Euro-Raum
Umfangreiches Versicherungspaket
Flexible Rückzahlungsmöglichkeiten und hoher Verfügungsrahmen
Bonus- und Reiseleistungen
Nur in Verbindung mit einem kostenpflichtigem Konto
Consorsbank Visa Gold
Jahresgebühr
108 €
Bargeld
0 €
Weltweit kostenlos Bargeldabheben
Weltweit kostenlos bezahlen
Umfangreiche Versicherungsleistungen
Bonusleistungen
Jahresgebühr
Kontobindung
Openbank BestCard Premium
Jahresgebühr
118,80 €
Bargeld
0 €
eff. Jahreszins
16,72 %
Monatlich 8 x kostenloser Bargeldbezug weltweit
1 % Tankrabatt auch an Elektro-Ladestationen (max. 200 € im Monat)
Partnerkarte kostenfrei
Umfangreiche Reiseversicherungen
Hohe Jahresgebühr
Miles & More Gold
Jahresgebühr
138 €
Bargeld
2 %
mind. 5 €
eff. Jahreszins
10,05 %
4.000 Meilen und 40 Points Willkommensbonus
1 Meile je 2 € Kartenumsatz
Großes Bonusprogramm
Viele Versicherungen
Meilen verfallen nicht solange die Karte aktiv ist
Hohe Jahresgebühr
Commerzbank PremiumKreditkarte
Jahresgebühr
154,80 €
Bargeld
0 €
Jährlich 12 x kostenloser Bargeldbezug in Deutschland
Jährlich 25 x kostenloser Bargeldbezug im Ausland
Kostenlose bargeldlose Zahlungen in der Euro-Zone
Umfassendes Versicherungspaket
Priority Pass
Weltweite Akzeptanz durch Duo aus Mastercard und Visa
Sehr hohe Jahresgebühr
Nur begrenzt kostenloses Bargeld

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Wer krank wird, bevor die Reise losgeht, bleibt auf den Stornokosten sitzen – reiserechtlich ist die eigene Krankheit kein Grund für einen kostenlosen Rücktritt, wie der Bundesgerichtshof 2025 noch einmal klargestellt hat. Genau diese Lücke soll die Reiserücktrittsversicherung schließen, und viele Kreditkarten bringen sie mit: von drei dauerhaft gebührenfreien Karten bis zur American Express Platinum für 720 € im Jahr. Der Haken steckt im Kleingedruckten – Karteneinsatz-Klausel, Selbstbehalt, Versicherungssumme und Ausschlüsse entscheiden darüber, ob im Ernstfall 2.400 € oder 1.920 € zurückkommen, und keine der 16 verglichenen Karten ersetzt bei einer teuren Fernreise eine separate Police.

Was die Reiserücktrittsversicherung leistet – und was nicht

Eine Reiserücktrittsversicherung erstattet die Stornokosten, die der Veranstalter, die Airline oder das Hotel verlangen, wenn Sie eine gebuchte Reise vor dem Antritt aus einem versicherten Grund absagen müssen. Versichert sind nach den Musterbedingungen des Versichererverbands GDV typischerweise Tod, schwere Unfallverletzung, unerwartete schwere Erkrankung, Impfunverträglichkeit, Schwangerschaft, ein erheblicher Schaden am Eigentum, eine betriebsbedingte Kündigung oder die Arbeitsaufnahme aus der Arbeitslosigkeit – bei Tod, Unfall, Krankheit, Impfunverträglichkeit und Schwangerschaft auch, wenn es nahe Angehörige oder Mitreisende trifft. Nicht versichert ist, was bei der Buchung schon absehbar war, und ebenso wenig die schlichte Reiseunlust.

Kreditkarten mit Reiserücktrittsversicherung
Der Rücktrittsschutz steckt bei vielen Karten im Leistungspaket – mit KleingedrucktemFoto: Sakkawokkie / iStock

Wie viel auf dem Spiel steht, zeigen die Stornostaffeln der Veranstalter: Bei einer TUI-Flugpauschalreise fallen nach den Buchungsbedingungen (Version 83, für Neubuchungen ab 01.10.2025) 40 % des Reisepreises an, wenn Sie bis zum 31. Tag vor Abreise stornieren, 60 % ab dem 30. Tag und 80 % ab dem 14. Tag; bei anderen Veranstaltern reichen die Staffeln bis 85 %, viele Flugtarife kosten ab der Festbuchung 95 %. Bei einer Pauschalreise kommen Sie nach § 651h BGB nur dann ohne Storno-Entschädigung heraus, wenn am Reiseziel unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände die Reise erheblich beeinträchtigen – Naturkatastrophen, Krieg, flächendeckende Unruhen. Die eigene Gesundheit zählt nicht dazu: Wer wegen einer Erkrankung nicht reisen kann, trägt das Risiko selbst und schuldet dem Veranstalter die Entschädigung (BGH, Urteil vom 18.02.2025 – X ZR 68/24). Der Reisemarkt ist dabei größer denn je: 2025 gaben die Deutschen laut Reiseanalyse 2026 rund 91,7 Milliarden Euro für Urlaubsreisen aus, im Schnitt 1.354 € pro Person und Reise; knapp die Hälfte der Urlaubsreisen wird als Pauschal- oder Bausteinreise mit genau solchen Stornostaffeln gebucht.

Reiserücktritt ist nicht Reiseabbruch

Die Reiserücktrittsversicherung zahlt nur für die Absage vor Reisebeginn. Wer unterwegs erkrankt und früher nach Hause muss, braucht die Reiseabbruchversicherung (Mehrkosten der Rückreise, nicht genutzte Reiseleistungen) – bei allen hier genannten Karten ist sie im selben Paket enthalten, mit eigenen Höchstsummen und Reisedauern. Die Behandlungskosten im Ausland deckt keine von beiden, sondern die Auslandsreise-Krankenversicherung; Schäden am Leihwagen deckt die Mietwagenversicherung per Kreditkarte.

Kreditkarten mit Reiserücktrittsversicherung im Vergleich

Die Bandbreite ist groß: Drei Karten enthalten den Rücktrittsschutz ohne Jahresgebühr, die teuerste kostet ein Vielfaches davon. Alle Angaben stammen aus den Versicherungsbedingungen der Herausgeber (Stand: August 2026); die Jahresgebühren werden laufend aus unserer Produktdatenbank aktualisiert.

Kreditkarten mit Reiserücktrittsversicherung: Jahresgebühr, Versicherungssumme, Selbstbehalt und Karteneinsatz-Klausel (Stand: August 2026)
Karte Jahresgebühr Versicherungssumme Reiserücktritt Selbstbehalt Voraussetzung Karteneinsatz
TF Bank Mastercard Gold 0 € 3.000 € je Reise (bis zu 5 Personen) 100 € pauschal je Versichertem mind. 50 % der Beförderungskosten
Advanzia Gebührenfrei Mastercard Gold 0 € k.A.* 20 %, mind. 100 € mind. 50 % der Reisekosten
Bank Norwegian Kreditkarte 0 € 2.000 € je Person, 4.000 € je Reise 20 %, mind. 185 € mind. 75 % der Transport- und Übernachtungskosten (Neuverträge seit 20.08.2026; Altkunden für bis 30.09.2026 gebuchte Reisen: 50 % der Transportkosten)
Hanseatic Bank GoldCard 58,80 € 5.000 € je Reise für alle Versicherten zusammen 10 %, mind. 100 € mind. 50 % des Reisepreises
Santander BestCard Extra 58,80 € 5.000 € 10 %, mind. 100 € Reise vollständig mit der Karte bezahlt
easybank Kreditkarte Gold 59 € 5.000 € je Reise für alle Versicherten zusammen 20 %, mind. 200 € je Person Reise vollständig mit der Karte bezahlt; Reisen bis 42 Tage
Postbank Mastercard Gold 59 €** 5.200 € je Karteninhaber, 10.400 € je Familie 100 € pauschal; bei Krankheit 20 %, mind. 100 € Reise mit der Karte bezahlt (bei Buchung klarstellen, Nachweis nötig)
easybank Kreditkarte Platinum 99 € 5.200 € je Karteninhaber, 10.300 € für alle Versicherten zusammen 20 %, mind. 200 € je Person 20 % bei Buchung plus 30 % bis 30 Tage vor Abreise
Postbank Mastercard Platinum 99 €** 5.200 € je Karteninhaber, 10.400 € je Familie 100 € pauschal; bei Krankheit 20 %, mind. 100 € wie Gold
Consorsbank Visa Card Gold 108 €*** 10.000 € je Versicherungsfall und Jahr 20 %, mind. 100 € (200 € bei Reisen mit Familie) Reise mit der Karte oder dem Consorsbank-Girokonto bezahlt
Santander BestCard Premium 118,80 €**** 10.000 € 10 %, mind. 100 € Reise vollständig mit der Karte bezahlt
Lufthansa Miles & More Gold Credit Card 138 € 5.000 € je Reise 10 %, mind. 100 € Reise vollständig mit der Karte bezahlt
Commerzbank PremiumKreditkarte 154,80 €***** 5.000 € je Versicherungsfall und Jahr 20 %, mind. 100 € (200 € mit Familie) kein Karteneinsatz nötig
Deutsche Bank Mastercard Travel 94 € 5.000 € je Versicherungsfall und Jahr kein Selbstbehalt Reise mit der Karte bezahlt
American Express Gold Card 240 € 5.000 € je Person und Reise 10 %, mind. 100 € je Person Reise mit der Karte bezahlt; Reisen bis 62 Tage
American Express Platinum Card 720 € 6.000 € je Person und Reise 10 %, mind. 100 € je Person Reise mit der Karte bezahlt; Reisen bis 120 Tage
Fußnoten: * Advanzia: Summe und Selbstbehalt nach übereinstimmenden Sekundärquellen und unserer Produktdatenbank; Bedingungen beim Anbieter nachlesen. ** Postbank: 30 € (Gold) bzw. 79 € (Platinum) mit dem Girokonto „Giro extra plus“. *** Consorsbank: nur mit Consorsbank-Girokonto. **** Santander/Openbank: 70,80 € mit Girokonto der Bank. ***** Commerzbank: Preis des PremiumKontos (12,90 €/Monat), das die Karte enthält. Santander nennt für die Höchstentschädigung keinen Bezug (je Reise oder Jahr). Selbstbehalte und Karteneinsatz-Regeln laut Versicherungsbedingungen, Stand: August 2026.

Zwei Gruppen fehlen in der Tabelle bewusst. N26 Go und Metal sowie Revolut Premium und Metal enthalten ebenfalls einen Rücktrittsschutz (N26: bis 10.000 € je Reise bei nur 20 € Selbstbehalt und ohne Karteneinsatz-Bedingung; Revolut: bis 5.000 €, nur für mit dem Konto bezahlte Reisen bis 30 Tage; Stand: August 2026) – aber als Debitkarten zu einem kostenpflichtigen Kontomodell, nicht als Kreditkarten. Und die Goldkarten der Sparkassen und Volksbanken haben fast immer einen Rücktrittsschutz, bei den Sparkassen sogar ohne Karteneinsatz-Klausel; Summen und Jahresgebühr legt jedes Institut selbst fest.

Genauso wichtig ist, welche Karten keinen Rücktrittsschutz haben, auch wenn ihr Name es vermuten lässt: die DKB Visa Kreditkarte, die Hanseatic GenialCard, die easybank Kreditkarte, die Consorsbank Credit Card Gold Light, die Santander BestCard Smart, die Deutsche Bank Mastercard Gold und die Standardkarten von N26 und Revolut. Bei der awa7 Visa lässt sich der Schutz nur als Zusatzpaket gegen Monatsgebühr hinzubuchen. Prepaid-Karten enthalten in der Regel gar keine Reiseversicherungen – wer eine solche Karte auch bei schwacher Bonität bekommt, kauft damit keinen Reiseschutz.

Vier Klauseln, die über Ihre Erstattung entscheiden

Zwei Karten mit „Reiserücktrittsversicherung“ auf dem Datenblatt können im Schadenfall völlig unterschiedlich zahlen. Das liegt an vier Stellschrauben der Bedingungen (Stand: August 2026).

  • Karteneinsatz: Die meisten Herausgeber versichern nur Reisen, die ganz oder zu einem Mindestanteil mit der Karte bezahlt wurden – von 50 % (Hanseatic Bank, TF Bank, Advanzia) über 75 % (Bank Norwegian, Neuverträge seit 20.08.2026) bis zur ausdrücklich vollständigen Bezahlung (easybank Gold, Miles & More, Santander); American Express, Postbank und Deutsche Bank Travel verlangen eine „mit der Karte bezahlte“ Reise, ohne eine Mindestquote zu nennen. Die Consorsbank akzeptiert auch die Zahlung vom zugehörigen Girokonto, und nur die Commerzbank PremiumKreditkarte versichert unabhängig davon, womit Sie bezahlt haben. Wer die Anzahlung vom Girokonto überweist und den Rest mit der Karte begleicht, riskiert bei mehreren Karten den Schutz – easybank Gold erstattet dann nur die mit der Karte bezahlten Leistungen.
  • Bezug der Versicherungssumme: „5.000 €“ kann pro Person und Reise gelten (American Express), je Reise für alle Mitreisenden zusammen (Hanseatic Bank, easybank Gold, Miles & More, TF Bank) oder pro Versicherungsfall und Jahr (Consorsbank, Commerzbank, Deutsche Bank Travel). Für eine vierköpfige Familie mit einer 8.000-Euro-Reise und 80 % Stornokosten ist das der Unterschied zwischen voller Deckung (Summe je Person) und einer Lücke von 1.400 € (5.000 € je Reise) bis 3.400 € (3.000 € je Reise) – Stornokosten oberhalb der Summe bleiben bei Ihnen.
  • Selbstbehalt: Ohne Selbstbehalt kommt nur die Deutsche Bank Mastercard Travel aus, N26 zieht 20 € ab. Verbreitet sind 10 % des Schadens (mindestens 100 €) oder – bei Consorsbank, Commerzbank, easybank, Advanzia und Bank Norwegian – 20 % (mindestens 100 bis 200 €). Die Verbraucherzentrale rät, Tarife ohne Selbstbehalt zu wählen – bei Kartenversicherungen haben Sie diese Wahl nicht.
  • Versicherte Personen, Reisedauer, Alter: Partner und Kinder sind meist mitversichert, wenn sie gemeinsam mit dem Karteninhaber reisen; Miles & More und TF Bank versichern bis zu vier, easybank Platinum bis zu sechs Mitreisende auch ohne Verwandtschaft. Die versicherte Reisedauer reicht von 42 Tagen (easybank Gold) über 62 Tage (Amex Gold, Consorsbank, Commerzbank) bis 120 Tage (Amex Platinum); Miles & More begrenzt den Rücktrittsschutz gar nicht. Bei der TF Bank entfällt der Rücktrittsschutz für über 75-Jährige (ab 70 nur noch 21 Reisetage), bei Bank Norwegian bereits mit dem 65. Geburtstag.

Was das in Euro bedeutet, zeigt ein Rechenbeispiel: Eine Pauschalreise für zwei Personen kostet 3.000 € und wird zehn Tage vor Abflug wegen Krankheit storniert. Der Veranstalter behält nach der TUI-Staffel 80 %, also 2.400 €. Eine Karte mit 10 % Selbstbehalt erstattet 2.160 €, eine mit 20 % nur 1.920 €, die TF Bank mit ihrer Pauschale von 100 € je Person 2.200 € – und die Deutsche Bank Mastercard Travel den vollen Betrag. Bei einer 8.000-Euro-Fernreise desselben Paars wäre die 3.000-Euro-Summe von TF Bank und Advanzia dagegen schon bei der ersten Stornostufe ausgeschöpft.

Teilzahlung ist bei einigen Karten voreingestellt

Günstige Karten mit Rücktrittsschutz verdienen ihr Geld oft über Teilzahlungszinsen: Bei der Gebührenfrei Mastercard Gold und der Hanseatic GoldCard ist die Ratenzahlung ab Werk aktiv, mit effektiven Jahreszinsen von 24,95 % beziehungsweise 25,79 %; TF Bank und Bank Norwegian sind ebenfalls Revolving-Karten, bei denen ohne vollständigen Ausgleich der Abrechnung Zinsen anfallen. Stellen Sie auf vollständigen Rechnungsausgleich um – sonst kostet der „kostenlose“ Reiseschutz mehr als jede separate Police. Details in unserem Ratgeber zur Teilzahlungsfunktion.

Wann die Versicherung nicht zahlt

Der häufigste Streitpunkt ist das Wort „unerwartet“. Eine Erkrankung gilt nur dann als versicherter Rücktrittsgrund, wenn Sie bei der Buchung nicht mit ihr gerechnet haben; die Verschlechterung einer bekannten, in den letzten Monaten behandelten Vorerkrankung ist bei fast allen Karten ausgeschlossen. Der Bundesgerichtshof hat die Klausel „unerwartete und schwere Erkrankung“ als hinreichend klar bestätigt: „Unerwartet“ hängt allein von der positiven Kenntnis des Versicherten ab, und ob eine Erkrankung „schwer“ ist, richtet sich objektiv danach, ob der Antritt der konkreten Reise aus Sicht eines verständigen Dritten unzumutbar ist – eine leichte Erkrankung kann bei einer Trekkingtour genügen, eine schwerere bei einem Strandurlaub nicht (Urteil vom 19.10.2022 – IV ZR 185/20). Beim Versicherungsombudsmann war genau diese Frage 2025 ein Hauptstreitpunkt in der Reiserücktrittsversicherung, daneben die Erstattungshöhe und die Frage, ob rechtzeitig storniert wurde – 681 zulässige Beschwerden in einem Jahr.

Weitere Ausschlüsse unterscheiden sich von Karte zu Karte:

  • Psychische Erkrankungen: American Express schließt „Phobien, emotionale, mentale oder depressive Krankheiten aller Art“ aus; die Consorsbank den Schub einer psychischen Erkrankung und Suchtkrankheiten, die Commerzbank den Schub einer chronischen psychischen Erkrankung, Santander psychische Erkrankungen mit einem Schub in den letzten drei Jahren sowie Sucht. Miles & More versichert psychische Erkrankungen dagegen, wenn sie stationär behandelt oder von einem Psychiater attestiert werden.
  • Pandemie und Reisewarnung: Pandemie-Ausschlüsse sind zulässig – der Bundesgerichtshof hat eine entsprechende Klausel einer Jahres-Reiseversicherung gebilligt (Urteil vom 05.11.2025 – IV ZR 109/24). Die Commerzbank schließt Pandemien aus, die TF Bank staatliche Pandemie-Maßnahmen, Santander pandemiebedingte Reisewarnungen des Auswärtigen Amts; die Amex Platinum versichert umgekehrt Reisewarnungen, Zwangsquarantäne und Einreiseverbote ausdrücklich, N26 und Miles & More die eigene pandemische Erkrankung samt persönlich angeordneter Quarantäne, Revolut die Diagnose einer pandemischen Erkrankung. Für Krieg, Naturkatastrophen und andere unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände am Zielort ist ohnehin nicht die Versicherung zuständig, sondern der Veranstalter: Bei einer Pauschalreise greift dann der kostenlose Rücktritt nach § 651h Abs. 3 BGB – entscheidend ist die tatsächliche Lage vor Ort im Zeitpunkt des Rücktritts, eine Reisewarnung ist dafür ein starkes Indiz, aber keine Voraussetzung, wie die Verbraucherzentrale erläutert.
  • Meilen- und Punktebuchungen: Mit Meilen bezahlte Flüge sind bei Miles & More nur mit Steuern und Gebühren versichert, bei easybank gar nicht.
  • Obliegenheiten: Sie müssen die Reise unverzüglich stornieren, sobald der Grund feststeht – Miles & More setzt dafür 48 Stunden –, ein ärztliches Attest vorlegen, das nicht von einem Angehörigen stammt, und bei psychischen Erkrankungen ein fachärztliches. Wer erst kurz vor Abreise storniert, obwohl die Krankheit schon Wochen vorher feststand, bekommt nur die Stornokosten ersetzt, die bei sofortiger Absage angefallen wären.
So melden Sie den Schadenfall richtig

Erst den Versicherungsfall dokumentieren (Attest, Todesurkunde, Kündigungsschreiben), dann sofort beim Veranstalter stornieren und die Stornorechnung anfordern, danach Rechnung, Attest und Buchungsunterlagen samt Zahlungsbeleg der Karte beim Versicherer einreichen – nicht bei der Bank. Die Versicherer sitzen teils im Ausland: Für American Express reguliert Europ Assistance, für die Hanseatic Bank die HanseMerkur, für Postbank, Deutsche Bank, Commerzbank, Miles & More und N26 der Allianz-Partner AWP, für Consorsbank und Santander Lifestyle Protection, für easybank Sogessur, für die TF Bank AmTrust (Abwicklung über Roland Assistance) und für Bank Norwegian Tryg. Lehnt der Versicherer ab, ist bei den meisten dieser Versicherer der Versicherungsombudsmann zuständig – für Sie kostenfrei; spartenübergreifend endete 2025 die Hälfte der zulässigen Beschwerden ganz oder teilweise zugunsten der Kunden. Für die TF-Bank-Versicherung nennen die Bedingungen stattdessen die Streitbeilegungsstelle für Verbraucher und Unternehmer e. V., für Revolut den Versicherer in Malta.

Die Bank ist Versicherungsnehmer – Sie sind nur versichert

Alle Kartenversicherungen sind Gruppenverträge zwischen dem Herausgeber und dem Versicherer (§ 43 VVG, Versicherung für fremde Rechnung): Vertragspartner des Versicherers ist die Bank, Sie sind versicherte Person, solange Sie die Karte besitzen. Das hat drei praktische Folgen. Der Herausgeber kann Versicherer und Bedingungen wechseln, ohne Sie zu fragen – American Express hat zum 1. Januar 2025 vom bisherigen Versicherer – nach übereinstimmenden Berichten die AXA-Gruppe – zu Europ Assistance und Chubb gewechselt, die Bedingungen wurden komplett ausgetauscht. Der Schutz endet mit der Karte, etwa wenn Sie kündigen oder die Bank den Gruppenvertrag beendet. Und im Streitfall müssen Sie die Bedingungen kennen, die zum Zeitpunkt der Buchung galten – speichern Sie deshalb das Bedingungs-PDF mit Datum, sobald Sie eine Reise mit der Karte bezahlen. Was ein Verkauf oder eine Umbenennung Ihres Herausgebers für den Kartenvertrag selbst bedeutet, steht auf unserer Seite zu den Kreditkarten-Herausgebern.

Was Karteninhaber über die Schadenregulierung berichten

Über die Qualität einer Kartenversicherung entscheidet nicht die Bank, sondern der Versicherer dahinter – und dessen Bewertungen fallen durchweg schlechter aus als die der Karten. Auf Trustpilot kommt Europ Assistance, seit 2025 für den Rücktrittsschutz von American Express zuständig, auf 2,5 von 5 bei 518 Bewertungen, polarisiert zwischen Lob für schnelle Hilfe im Notfall und Kritik an Ablehnungen „aus formalen Gründen“, wiederholten Unterlagenanforderungen und langer Bearbeitung; die HanseMerkur (Hanseatic Bank) steht bei 2,3 von 5 bei rund 9.750 Bewertungen, mit ausdrücklicher Kritik an wochen- bis monatelanger Bearbeitung von Rücktrittsfällen; das kleine Profil von Allianz Travel (Postbank, Deutsche Bank, Commerzbank, N26) liegt bei 1,4 von 5 bei nur 46 Bewertungen, Chubb (weitere Amex-Sparten) europaweit bei 4,2 von 5 bei rund 3.200 (alle Stand: 29.08.2026). Dabei gilt: Versicherer, die aktiv zu Bewertungen einladen, schneiden strukturell besser ab als solche, die es nicht tun.

Aufschlussreich ist der Vergleich vor und nach dem Versichererwechsel bei American Express. Nach übereinstimmenden Berichten aus Vielflieger-Communities lief die Regulierung in der AXA-Zeit mit Attest und Kartenbeleg innerhalb von zwei bis vier Wochen „reibungslos“; seit 2025 beschreiben Reise-Communities eine formalistischere Praxis – nur noch offizielle Airline-Schreiben statt E-Mails, automatische Ablehnungen ohne dokumentierte Kontaktaufnahme, wochenlange Rückfragen. Ein Karteninhaber lobt auf Trustpilot umgekehrt, dass seine Reiseabbruch-Fälle „unkompliziert“ abgewickelt wurden. Die Lehre daraus: Belege lückenlos sammeln, schriftlich kommunizieren, Fristen einhalten – dann funktioniert der Kartenschutz, nur eben nicht auf Zuruf.

Kartenversicherung oder separate Police?

Verbraucherschützer sind sich über die Grenzen einig, nicht über die Konsequenz. Die Stiftung Warentest urteilt in ihrem im April 2026 aktualisierten Vergleich von 156 Reiserücktritts-Tarifen, der mitgelieferte Kartenschutz sei „in der Regel unzureichend“, weil er meist einen Selbstbehalt enthalte, die Summen oft nicht reichten und der Schutz nur bei Kartenzahlung greife – und empfiehlt, Reiseversicherungen grundsätzlich separat abzuschließen. Der Bund der Versicherten hält Reiserücktrittspolicen dagegen generell für verzichtbar, weil sie kein existenzielles Risiko absichern. Die Verbraucherzentrale sieht sie bei teuren Reisen und Reisen mit Kindern als sinnvoll an.

Vorteile
  • keine Zusatzprämie – der Schutz ist in der Jahresgebühr enthalten, bei drei Karten sogar in einer Gebühr von null
  • gilt das ganze Jahr für jede versicherte Reise, ohne dass Sie an eine Police denken müssen
  • Partner und Kinder sind bei fast allen Karten mitversichert, wenn sie mitreisen
  • lohnt sich auch für günstige Reisen, für die sich eine Einzelpolice nicht rechnet

Nachteile
  • Selbstbehalt von 10 bis 20 % bei fast allen Karten – separate Tarife gibt es ohne
  • Versicherungssummen von 3.000 bis 10.000 € reichen für teure Fernreisen oder Familien oft nicht
  • Karteneinsatz-Klausel: Anzahlung per Überweisung oder Meilenbuchung kann den Schutz kosten
  • die Bank kann Versicherer und Bedingungen wechseln oder den Vertrag beenden, ohne Sie zu fragen
  • Reisedauer- und Altersgrenzen, bei einigen Karten voreingestellte Teilzahlung

Kartenversicherung oder separate Police – Entscheidungshilfe nach Reiseprofil
Ihr Profil Empfehlung Weiterlesen
Städtereisen und Pauschalurlaub bis etwa 3.000 €, Reise komplett mit der Karte bezahlt Kartenschutz reicht meist – auf Selbstbehalt und Summenbezug achten Kostenlose Kreditkarten
Fernreise oder Familie mit Reisepreis über der Versicherungssumme separate Police ohne Selbstbehalt in Reisepreishöhe; Kartenschutz als Ergänzung Gold- und Platinkarten
Vorerkrankung oder psychische Erkrankung in der Familie Bedingungen auf Vorerkrankungs- und Psyche-Klauseln prüfen; im Zweifel Einzelpolice mit passendem Tarif Auslandsreise-Krankenversicherung
Anzahlung per Überweisung, Meilen- oder Punktebuchung Karte ohne Karteneinsatz-Pflicht (Commerzbank PremiumKreditkarte) oder separate Police Kreditkarten-Vergleich
Vielreisende mit Lounge- und Versicherungspaket Premium-Karte mit hoher Gesamtsumme (Amex Platinum je Person, Consorsbank Gold je Fall und Jahr, Santander Premium) Priority Pass per Kreditkarte
Die tagesaktuellen Konditionen aller Karten zeigt unser Kreditkarten-Vergleich; einen Überblick über alle Kartentypen gibt unsere Typen-Übersicht.

Häufige Fragen zur Reiserücktrittsversicherung per Kreditkarte

Ja. Die TF Bank Mastercard Gold, die Gebührenfrei Mastercard Gold von Advanzia und die Bank Norwegian Kreditkarte enthalten einen Rücktrittsschutz ohne Jahresgebühr – mit Versicherungssummen ab 3.000 € je Reise, Selbstbehalt und der Bedingung, mindestens die Hälfte der Beförderungs- beziehungsweise Reisekosten mit der Karte zu bezahlen. Prüfen Sie, ob die Teilzahlung voreingestellt ist – bei Advanzia ist sie es –, sonst finanzieren Sie den Schutz über Zinsen.

Das hängt von der Karte ab: Die Mindestquote reicht von der Hälfte der Reisekosten (Hanseatic Bank, TF Bank, Advanzia, Bank Norwegian) bis zur vollständigen Kartenzahlung; nur die Commerzbank verzichtet auf die Bedingung. Bezahlen Sie Anzahlung und Restzahlung deshalb mit derselben Karte.

Bei fast allen Karten ja, sofern sie gemeinsam mit dem Karteninhaber reisen – meist Ehe- oder Lebenspartner und Kinder bis 18, in Ausbildung bis 25; einzelne Karten nehmen auch nicht verwandte Mitreisende auf. Entscheidend ist der Bezug der Versicherungssumme: Gilt sie je Reise für alle zusammen, teilt sich die Familie einen Betrag.

Pandemie-Ausschlüsse sind nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom November 2025 zulässig, und die Karten handhaben das Thema unterschiedlich – von einem generellen Ausschluss bis zur ausdrücklich versicherten Quarantäne. Liegen am Zielort unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände vor – eine Reisewarnung ist dafür ein starkes Indiz –, können Sie eine Pauschalreise ohnehin kostenlos beim Veranstalter stornieren; dafür braucht es keine Versicherung.

Ja, unverzüglich nach der Diagnose – einzelne Karten setzen dafür eine Frist von 48 Stunden. Wer abwartet, trägt die Differenz zur höheren Stornostufe selbst. Ein ärztliches Attest, das die Reiseunfähigkeit bestätigt, ist Pflicht.

Für gelegentliche Reisen unterhalb der Versicherungssumme, die Sie komplett mit der Karte bezahlen, in der Regel ja. Für teure Fernreisen, Familien oder bei bekannten Vorerkrankungen bleibt eine separate Police ohne Selbstbehalt die sicherere Wahl – so sieht es auch die Stiftung Warentest (Stand: April 2026).

Über die Autorin
Charlotte Ruzanski Charlotte Ruzanski recherchiert für onlinevergleich24.de detailliert die Konditionen und spezifischen Angebote von Kreditkarten, Geschäftskonten, Mobilfunkverträgen für unterschiedliche Anwender und Unternehmensformen (Freiberufler, GmbH, UG etc.). Ihre...