Kreditkarte ohne Schufa: welche Karten es wirklich gibt
Wie wir unser Geld verdienen

Kreditkarte ohne Schufa

Wer eine negative Schufa-Auskunft hat, bekommt keine klassische Kreditkarte mit Kreditrahmen: Banken dürfen Kredit nur nach einer Bonitätsprüfung vergeben. Es bleiben Karten, die gar keinen Kredit gewähren – Prepaid-Karten auf Guthabenbasis und Debitkarten zum Girokonto, auf das seit 2016 als Basiskonto jeder einen Rechtsanspruch hat. Die Kosten unterscheiden sich stark, und ein Schufa-Eintrag verschwindet nach festen Fristen von selbst wieder.
Geschrieben von
Charlotte Ruzanski

Eine Kreditkarte mit Verfügungsrahmen bekommt in Deutschland niemand ohne Bonitätsprüfung. Der Rahmen ist rechtlich ein Darlehen, und § 505a BGB verpflichtet die Bank, vor dem Vertragsschluss die Kreditwürdigkeit zu prüfen. Was es gibt, sind Karten, die überhaupt keinen Kredit gewähren: Guthabenkarten und Debitkarten zum Konto, im ersten Jahr zwischen 0 € und 139 €. Im Alltag ersetzen sie eine Kreditkarte fast vollständig; nur reine Guthabenkarten scheitern an der Mietwagen- und der Hotelkaution. Und wer trotz eines Schufa-Eintrags eine echte Kreditkarte will, landet bei Karten, die sehr wohl eine Schufa-Abfrage machen und deren Zinsen über 24 % liegen. Alle Zahlen stammen aus Preisverzeichnissen, Entgeltinformationen und Bedingungen der Anbieter sowie aus Gesetzestexten und Veröffentlichungen der Aufsicht (Stand: 05.09.2026).

Die Karten direkt zum Vergleichen:

Trade Republic
Jahresgebühr
0 €
Bargeld
0 €
Keine Jahresgebühr für alle Kartenvarianten
Weltweit gebührenfrei bezahlen
Innovative Sparfunktionen (Saveback und Roundup)
Verzinsung des Guthabens auf dem verknüpften Konto
Moderne Verwaltung und Kontrolle über die App
Bargeldabhebungen ab 100 € weltweit kostenlos
5 € für physische Karte, 50 € für die Spiegelkarte
Revolut Standard
Jahresgebühr
0 €
Bargeld
0 €
Keine Jahresgebühr
Abhebungen über 1000 Euro im Monat gebührenpflichtig
bunq Debit Mastercard
Jahresgebühr
0 €
Bargeld
2,99 €
Kostenloses Bankkonto ohne monatliche Grundgebühr
Kostenlose digitale Mastercard Debit
Deutsche IBAN bei Kontoeröffnung aus Deutschland
Englische Website, App und Kontoeröffnung
Unterstützt Apple Pay und Google Pay
Bis zu 3,01 % variable Zinsen über das separate bunq Sparkonto
Keine physische Karte enthalten
Jede Bargeldabhebung kostet 2,99 €
0,5 % Währungsschwankungsaufschlag kann anfallen
PayCenter SupremaCard
Jahresgebühr
79 €
Bargeld
5 €
Kein Auslandseinsatzentgelt
Hohes Aufladelimit von 10.000 €
Ohne Schufa-Prüfung
Hohe Jahresgebühr
Keine Versicherungsleistungen inklusive

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Warum es die Karte mit Kreditrahmen ohne Prüfung nicht gibt

Der Verfügungsrahmen einer Kreditkarte ist kein Zahlungsdetail, sondern ein Kredit. Die Advanzia Bank formuliert das in ihren vorvertraglichen Informationen selbst so: „Für unsere Erstattungsforderungen aus den jeweiligen Belastungsbuchungen auf Ihrem Kreditkartenkonto räumen wir Ihnen bis zur vereinbarten Höchstgrenze (Kreditrahmen) ein Darlehen ein.“ Damit ist der Kartenvertrag ein Allgemein-Verbraucherdarlehensvertrag nach § 491 Abs. 2 BGB – und daran hängt die Prüfpflicht.

§ 505a Abs. 1 BGB lässt der Bank keinen Spielraum: „Der Darlehensgeber hat vor dem Abschluss eines Verbraucherdarlehensvertrags die Kreditwürdigkeit des Darlehensnehmers zu prüfen.“ Und weiter: Er „darf den Verbraucherdarlehensvertrag nur abschließen, wenn aus der Kreditwürdigkeitsprüfung hervorgeht, dass bei einem Allgemein-Verbraucherdarlehensvertrag keine erheblichen Zweifel daran bestehen“, dass der Kunde seinen Pflichten aus dem Vertrag vertragsgemäß nachkommen wird.

Zwei der Ausnahmen in § 491 Abs. 2 Satz 2 BGB sind hier einschlägig und gelten noch bis zum 19.11.2026: Darlehen unter 200 € sind ausgenommen, ebenso solche, die binnen drei Monaten zurückzuzahlen sind und bei denen „nur geringe Kosten vereinbart sind“. Eine reine Charge-Karte, die jeden Monat vollständig eingezogen wird, kann darunterfallen.

Am 20. November 2026 wird die Prüfpflicht verschärft

Das Gesetz zur Umsetzung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie vom 12.05.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 139) tritt nach seinem Artikel 16 Abs. 1 am 20.11.2026 in Kraft – dem Tag, ab dem auch die Richtlinie (EU) 2023/2225 anzuwenden ist. Beide Ausnahmen des § 491 Abs. 2 fallen dann weg, in § 505a wird die Prüfung zur „eingehenden“ Prüfung, und die Bank muss eine Ablehnung künftig unverzüglich mitteilen und auf Schuldnerberatungsstellen hinweisen. Ganz verschwindet die Ausnahme allerdings nicht: Für Debitkarten mit zinsfreiem Zahlungsaufschub von höchstens 40 Tagen und nur geringen Entgelten gilt sie nach dem neuen § 506 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 BGB weiter.

Bonitätsprüfung und Schufa-Abfrage sind nicht dasselbe. Das Gesetz schreibt die Prüfung vor, überlässt der Bank aber, woher sie ihre Informationen nimmt; von einer bestimmten Auskunftei steht in § 505a BGB nichts. Wie Banken tatsächlich entscheiden und was der neue Schufa-Score seit März 2026 wiegt, steht in unserem Kredit-Ratgeber.

„Ohne Schufa“ und „trotz Schufa“ sind zwei verschiedene Wege

Werbung vermischt beides – dabei sind es zwei Produktgruppen mit gegensätzlichen Voraussetzungen.

Die zwei Wege zur Karte bei schwacher Bonität (Stand: 05.09.2026)
Merkmal Karte ohne Schufa Karte trotz Schufa
Kartenart Prepaid-Karte oder Debitkarte zum Konto echte Kreditkarte mit Verfügungsrahmen
Kreditrahmen keiner, es gilt allein das Guthaben ja, deshalb greift § 505a BGB
Bonitätsprüfung entfällt, solange kein Kredit vergeben wird zwingend; harte Negativmerkmale führen zur Ablehnung
Eintrag bei der Schufa PayCenter nennt Anfrage und Meldung für seine Karte „nicht notwendig“ Beantragung, Durchführung und Beendigung werden gemeldet
Zinsen keine, es gibt nichts zu verzinsen über 24 % effektiv bei den gebührenfreien Karten
Für wen laufende Insolvenz, harte Negativmerkmale, Jugendliche, Datensparsame getrübter Score bei geregeltem Einkommen
Quellen: § 491 Abs. 2 und § 505a BGB; Allgemeine Geschäftsbedingungen der Advanzia Bank S.A.; Übersicht der Kreditauskunfteien der TF Bank; Schufa-Informationsseite von PayCenter, abgerufen am 05.09.2026.

Ein drittes Etikett wird regelmäßig falsch einsortiert: N26 bietet mit „N26 Flex“ ein Konto für 8,90 € im Monat ausdrücklich für Menschen mit negativem Eintrag an – und schreibt dazu: „Wenn du keinen negativen SCHUFA-Eintrag hast, leiten wir dich zu unseren anderen N26 Kontotypen weiter.“ Das setzt eine Abfrage voraus: Flex ist ein Produkt trotz Schufa, keines ohne.

Die Karten, die ohne Schufa-Abfrage auskommen

Vier Angebote decken den Bedarf praktisch ab. Zwischen der günstigsten und der teuersten Lösung liegen im ersten Jahr bis zu 139 € – bei nahezu gleicher Alltagsfunktion.

Karten ohne Kreditrahmen: Kosten und Schufa-Aussage der Anbieter (Stand: 05.09.2026)
Karte Grundkosten Bargeld am Automaten Fremdwährung Was der Anbieter zur Schufa sagt
Trade Republic Visa Debit Kontoführung 0 €; physische Karte einmalig 5 € oder 50 €, virtuell kostenlos unter 100 € je 1 €, ab 100 € kostenlos 0 € Umrechnung keine Zusage; die Entgeltinformation führt Kreditkarte und Überziehung als „Dienst nicht verfügbar“
Revolut Standard (Debitkarte) Abo 0 €; Karte kostenlos, Versand ab 7,99 € 5 Abhebungen oder 200 € je rollierendem Monat frei, danach 2 %, mindestens 1 € werktags bis 1.000 € im Monat 0 %, darüber 0,5 %; am Wochenende 1 % keine Zusage; die Datenschutzerklärung nennt Auskunfteien
bunq (Mastercard auf Guthabenbasis) „Free“ 0 €, „Core“ 3,99 € im Monat; die kautionsfähige Kreditkarte erst ab „Core“ Core: erste 5 Abhebungen je 0,99 €, danach je 2,99 €; Free: je 2,99 € Mastercard-Kurs plus 0,5 %; bei „Free“ nur bis 1.000 € im Jahr, danach 1,5 % keine Zusage; für Kreditlinie und Charge-Karte prüft bunq die Bonität
PayCenter SupremaCard (Prepaid) 79 € im Jahr; Kontofunktion optional 5 € im Monat 5 € je Abhebung, höchstens 2.500 € im Monat Umrechnung kostenfrei „Aufgrund des Guthaben-Prinzips ist eine Meldung und Anfrage an die SCHUFA nicht notwendig – selbst im Falle einer Pfändung nicht.“
Quellen: Entgeltinformationen, Preisverzeichnisse und Datenschutzerklärungen der Anbieter, abgerufen am 05.09.2026 – Trade Republic (01.01.2025), Revolut (Version 1.8.1 vom 07.05.2026), bunq (27.08.2026, dazu die Datenschutzerklärung) und PayCenter. Die Jahresgebühren mit laufender Aktualisierung stammen aus unserer Produktdatenbank.

Nur PayCenter äußert sich überhaupt dazu – und formuliert es als Frage der Erforderlichkeit, nicht als Zusage: Meldung und Anfrage seien „nicht notwendig“. Trade Republic, Revolut und bunq sagen nirgends etwas Vergleichbares; alle drei nennen in ihren Datenschutzerklärungen Auskunfteien. Bei bunq gilt das ausdrücklich für Kreditlinie und Charge-Karte: „Wenn du einen Kreditrahmen beantragst, prüfen wir deine Bonität mithilfe relevanter Auskunfteien.“ Für die reine Guthaben- oder Debitkarte greift die Prüfpflicht des § 505a BGB dagegen nicht – das ist der belastbare Grund, warum es diese Karten auch mit Negativeintrag gibt.

Der Preis ist der zweite große Unterschied. Die Debitkarten der Neobanken kosten keine Jahresgebühr, bei bunq Core sind es 47,88 € im Jahr; einmalig kommen bei Trade Republic 5 € oder 50 € für die physische Karte dazu, bei Revolut ab 7,99 € Versand. Die Prepaid-Karte von PayCenter kostet mit Kontofunktion 139 € im ersten Jahr, dazu 5 € je Bargeldabhebung – dafür führt PayCenter das zugehörige Onlinekonto auf Wunsch gebührenfrei als Pfändungsschutzkonto. Die Kosten der einzelnen Guthabenkarten stehen ausführlicher in unserem Ratgeber Prepaid-Karte ohne Schufa.

Linktipp

Unsere Schwesterseite kreditkarte24.de führt zum selben Thema einen eigenen Vergleich: Kreditkarten ohne Schufa.

Wofür Karten ohne Kreditrahmen taugen
  • Online-Einkauf, kontaktloses Bezahlen, Apple Pay und Google Pay funktionieren wie mit einer Kreditkarte
  • keine Verschuldung möglich; bei Verlust ist der Schaden auf das Guthaben begrenzt
  • drei der vier Karten kosten keine Jahresgebühr

Wo sie an Grenzen stoßen
  • reine Prepaid-Karten lehnen alle großen Autovermieter am Schalter ab; Debitkarten nehmen die meisten, Europcar und Enterprise nur bis zur Kategorie Fullsize Elite
  • Hotelkautionen werden vom Guthaben abgebucht oder gesperrt und fehlen bis zur Freigabe
  • kein zinsfreies Zahlungsziel, keine Teilzahlung; bei Prepaid-Karten summieren sich feste Abhebe- und Überweisungsentgelte

Das Basiskonto: der Rechtsanspruch, den keine Bank verweigern darf

Wer gar kein Konto hat, muss keine Bank überzeugen. Nach § 31 Abs. 1 ZKG hat „jeder Verbraucher mit rechtmäßigem Aufenthalt in der Europäischen Union einschließlich Personen ohne festen Wohnsitz und Asylsuchende sowie Personen ohne Aufenthaltstitel, die aber aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht abgeschoben werden können“, Anspruch auf ein Basiskonto; das Institut muss binnen zehn Geschäftstagen antworten. Das Zahlungskontengesetz gilt seit dem 18.06.2016.

Entscheidend ist § 34 Abs. 1 ZKG: Die Bank darf den Antrag „nur aus den in den §§ 35 bis 37 genannten Gründen ablehnen“ – ein bereits vorhandenes nutzbares Konto, eine Verurteilung wegen einer vorsätzlichen Straftat zum Nachteil der Bank, ihrer Mitarbeiter oder Kunden in den letzten drei Jahren, eine frühere berechtigte Kündigung, nicht erfüllbare Geldwäschepflichten. Schlechte Bonität steht nicht darunter. Der Schutz greift allerdings nur für einen Antrag nach § 33 ZKG: auf dem vorgeschriebenen Formular und mit der wahrheitsgemäßen Erklärung, kein anderes nutzbares Zahlungskonto zu haben.

Was das Konto mitbringt, regelt § 38 ZKG: Zahlungsdienste „ohne Kreditgeschäft“, darunter nach Absatz 2 Nr. 2 Buchst. c die Zahlung „mittels einer Zahlungskarte oder eines ähnlichen Zahlungsinstruments“. Welche Karte das ist, sagt das Gesetz nicht – in der Praxis eine Debitkarte. Eine Kreditkarte schuldet die Bank nicht, und die Aufsicht stellt klar: Sie ist „nicht verpflichtet, einen Überziehungsrahmen einzuräumen“.

Lehnt die Bank trotzdem ab, können Sie nach § 48 ZKG ein Verwaltungsverfahren bei der BaFin beantragen; die schreibt dazu: „Das Verwaltungsverfahren bei der Bafin ist gebührenfrei.“ Das wirkt: Nach ihrem Jahresbericht hat die Aufsicht 2025 insgesamt 213 Verbraucherinnen und Verbrauchern zu einem Basiskonto verholfen, nachdem Banken es zunächst abgelehnt hatten – 2024 waren es 135. Ablauf, Kopplungsverbot, Entgelte und Pfändungsschutz stehen ausführlich in unserem Girokonto-Vergleich.

Echte Kreditkarte trotz Schufa-Eintrag: was realistisch ist

Zwei Karten werden für diesen Fall regelmäßig genannt: die Gebührenfrei Mastercard Gold der Advanzia Bank S.A. und die Mastercard Gold der TF Bank, die inzwischen als zweiter Firmenname der Avarda Bank AB (publ) firmiert. Beide kosten keine Jahresgebühr, beide prüfen die Schufa – und beide sagen das in ihren eigenen Unterlagen.

Advanzia übermittelt nach seinen Geschäftsbedingungen Daten „über die Beantragung, die Durchführung und Beendigung dieser Geschäftsbeziehung“ an die SCHUFA Holding AG; der Austausch diene „auch der Erfüllung gesetzlicher Pflichten zur Durchführung von Kreditwürdigkeitsprüfungen von Kunden (§ 505a des Bürgerlichen Gesetzbuches, § 18a des Kreditwesengesetzes)“. Beide Häuser beliefern dieselben Auskunfteien – neben der SCHUFA auch CRIF und Experian beziehungsweise Infoscore Consumer Data. Die Bonitätsbewertung der TF Bank „umfasst Profiling und automatisierte Entscheidungsfindung“.

Die beiden gebührenfreien Karten mit Kreditrahmen (Stand: 05.09.2026)
Karte Jahresgebühr Effektiver Jahreszins Was das im Alltag heißt
Advanzia Gebührenfrei Mastercard Gold 0 € 24,95 % (Sollzins 22,27 %) Bargeldabhebung ohne Gebühr, aber ab dem Transaktionstag mit 1,86 % im Monat verzinst; Mindestrate 3 % des Rechnungsbetrags, mindestens 30 €
TF Bank Mastercard Gold 0 € 25,09 % (Sollzins 22,60 %, an den EZB-Leitzins gebunden) bis zu 51 Tage zinsfrei bei Einkäufen, nicht bei Barabhebungen; Auslandseinsatz und Bargeldabhebung ohne Entgelt der Bank
Quellen: Advanzia Bank S.A., Vorvertragliche Informationen (Stand: Juli 2026) und Preisverzeichnis (Stand: Juli 2024); TF Bank, Preis- und Leistungsverzeichnis (zuletzt aktualisiert am 24.06.2026). Die Zins- und Gebührenwerte mit laufender Aktualisierung stammen aus unserer Produktdatenbank.

„Gebührenfrei“ heißt hier: keine Jahresgebühr. Es heißt nicht zinsfrei. Wer die Karte als Zahlungsmittel nutzt und den Saldo monatlich ausgleicht, zahlt bei Einkäufen nichts; wer Bargeld zieht oder in die Teilzahlung rutscht, zahlt über 24 %. Bei diesen beiden Karten lässt sich die Teilzahlung nicht abwählen – den Zins vermeiden Sie nur, indem Sie den Rechnungsbetrag jeden Monat vollständig ausgleichen. Wie die Teilzahlung funktioniert, steht in unserem Ratgeber zur Teilzahlungsfunktion.

Dass diese Anbieter mit besonders „kulanten“ Kriterien oder einem eigenen Scoring arbeiteten, lässt sich an den heute gültigen Unterlagen nicht belegen: In Geschäftsbedingungen, Preisverzeichnissen und vorvertraglichen Informationen beider Häuser steht davon nichts, beschrieben wird jeweils eine normale Bonitätsprüfung. Advanzia hat bis mindestens 2023 im eigenen Fragenkatalog geschrieben, die Auskunftei-Auskunft beeinflusse „in den meisten Fällen nicht den Kartenerhalt“ – heute steht der Satz dort nicht mehr. Bei laufender Insolvenz oder titulierten Forderungen ist eine Karte mit Kreditrahmen unrealistisch.

Mietwagen und Hotel: wo die Kaution zum Problem wird

Im Alltag merken Sie den Unterschied kaum. Zwei Situationen sind die Ausnahme, und in beiden geht es um dasselbe: die Kaution.

Am Mietwagenschalter zählt die Kartenart. Europcar schließt Guthabenkarten in den Vermietbedingungen (Fassung 05/2026) ausdrücklich aus: „Prepaidkarten und Karten des Anbieters ‚Nickel‘ werden nicht akzeptiert.“ Debitkarten von Visa und Mastercard nimmt Europcar dagegen „für PKW bis einschließlich der Kategorie Fullsize Elite“. Die Kaution beträgt dort 300 € bei Vorauszahlung, sonst Mietpreis plus 300 €; bei Luxus- und Sportwagen 2.500 €, und nur bei einer in Deutschland gebuchten Vollkasko ohne Selbstbeteiligung 100 €. Hertz geht weiter: „Wir begrüßen die Verwendung von Debitkarten an allen Vermietstationen“, und beschreibt „eine Kaution, die bei Kreditkarten genauso funktioniert wie bei Debitkarten“. Welcher Vermieter was akzeptiert, steht mit allen Belegen in unserem Ratgeber Mietwagen mit Prepaid-Karte.

Einen Sonderweg geht bunq: Der Anbieter gibt eine Mastercard aus, die er selbst Kreditkarte nennt, die aber nur auf Guthaben läuft – „Ja, es ist eine offizielle Kreditkarte – nur ohne das Risiko einer Verschuldung.“ Am Terminal verhält sie sich wie eine Kreditkarte, mit einem Unterschied, den bunq offen benennt: Der Kautionsbetrag wird nicht bloß reserviert, sondern „direkt zum Zeitpunkt des Kaufs von deinem Konto abgebucht“. Zwei Einschränkungen gehören dazu: Im kostenlosen Tarif gibt es diese Karte laut Preisliste nicht, sie beginnt bei bunq Core mit 3,99 € im Monat – und für Offline-Terminals ohne Verbindung zur Bank nennt bunq eine Grenze von 250 €.

Ohne Schufa heißt nicht ohne Ausweis

Kreditinstitute und Zahlungsdienstleister müssen ihre Kunden nach § 10 Abs. 1 Nr. 1 des Geldwäschegesetzes identifizieren, in der Praxis per Video- oder PostIdent. § 25i Abs. 2 KWG erlaubt eine Ausnahme nur für E-Geld mit sehr engen Betragsgrenzen. Angebote, die eine anonym nutzbare Karte mit vollem Funktionsumfang versprechen, halten das nicht ein. Welche Kleinstbeträge das Geldwäscherecht ausnimmt, steht in unserem Ratgeber Prepaid-Karte ohne Schufa.

Wie ein Schufa-Eintrag wieder verschwindet

Die Fristen folgen den Verhaltensregeln der deutschen Wirtschaftsauskunfteien vom 25.05.2024, einer Selbstverpflichtung der beigetretenen Auskunfteien, die der Hessische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit nach Art. 40 DSGVO genehmigt hat. Mitglieder des Verbands sind unter anderem die Schufa, CRIF und Creditreform Boniversum. Rechtlich zwingend sind die Regeln nicht – der Bundesgerichtshof lässt sie als Orientierung für die Interessenabwägung nach Art. 6 Abs. 1 Buchst. f DSGVO gelten.

Speicherfristen nach den Verhaltensregeln der Wirtschaftsauskunfteien vom 25.05.2024
Eintrag Frist
Ausgeglichene Forderung drei Jahre – aber nur 18 Monate, wenn bis dahin keine weiteren Negativdaten gemeldet wurden, keine Einträge aus Schuldnerverzeichnis oder Insolvenzbekanntmachungen vorliegen und die Forderung binnen 100 Tagen nach der Einmeldung ausgeglichen wurde
Offene Forderung drei Jahre, beginnend neu mit jeder Meldung zum aktuellen Stand
Restschuldbefreiung sechs Monate, so lange wie die Veröffentlichung im amtlichen Register; mit ihr endet auch die Frist für die Forderungen, die erkennbar zum Verfahren gehörten
Abweisung mangels Masse, Versagung oder Widerruf der Restschuldbefreiung nicht länger als im öffentlichen Verzeichnis, derzeit drei Jahre
Eintrag im Schuldnerverzeichnis nicht länger als im öffentlichen Verzeichnis, derzeit drei Jahre nach Eintragung
Anfragen Dritter mindestens ein Jahr, längstens drei Jahre; nach einem Jahr auf Antrag vorzeitig
Störungsfreie Verträge (Girokonto, Kreditkarte, Darlehen) drei Jahre nach Erledigung, auf Antrag vorzeitig
Quelle: „Verhaltensregeln für die Prüf- und Speicherfristen von personenbezogenen Daten durch die deutschen Wirtschaftsauskunfteien“ vom 25.05.2024, Ziffern IV.1 bis IV.6, abgerufen am 05.09.2026.

Die Verkürzung auf sechs Monate kündigte die Schufa am 31.03.2023 an und setzte sie bis Ende April um – nach eigener Darstellung „trotz noch laufender Gerichtsverfahren“. Der EuGH entschied erst am 07.12.2023 (verbundene Rechtssachen C-26/22 und C-64/22), dass Auskunfteien solche Informationen nicht länger speichern dürfen als das öffentliche Register.

Für gewöhnliche Zahlungsstörungen gilt diese Verkürzung nicht. Der Bundesgerichtshof hat am 18.12.2025 entschieden (Urteil des I. Zivilsenats, Az. I ZR 97/25), die „längstmögliche Speicherungsdauer von Daten über Zahlungsstörungen“ werde „nicht durch die Löschungsfrist von Eintragungen anderer Art über die jeweilige Forderung im öffentlichen Register“ vorgegeben. Auf die Revision der Schufa hob er das Urteil des Oberlandesgerichts Köln auf, das dem Kläger 500 € Schadensersatz zugesprochen hatte, und verwies zurück: Das Berufungsgericht muss prüfen, ob die 18-Monats-Voraussetzungen vorliegen. Wer besondere Umstände vorbringt, kann laut Urteil ausnahmsweise eine noch kürzere Speicherung durchsetzen.

Nach Art. 15 Abs. 3 DSGVO ist die erste Kopie Ihrer gespeicherten Daten unentgeltlich. Prüfen Sie darin jeden Negativeintrag auf Datum und Betrag, lassen Sie ausgeglichene Forderungen als erledigt melden und beantragen Sie nach einem Jahr die vorzeitige Löschung alter Anfragen.

Woran Sie unseriöse Angebote erkennen

Rund um „Kredit und Kreditkarte ohne Schufa“ arbeitet eine eigene Branche. Die Muster sind seit Jahren dieselben und von Verbraucherzentralen und Aufsicht dokumentiert.

Vier Warnzeichen, bei denen Sie abbrechen sollten
  • Nachnahme. Die Verbraucherzentrale Hamburg dokumentiert 99,80 € bis 149,90 € für eine Prepaid-Karte, die statt der versprochenen Kreditkarte kam, und „meist zwischen 200 und 500 Euro“ für Vertragsunterlagen per Nachnahme.
  • Geld im Voraus. Dem Verbraucherzentrale Bundesverband ist „kein Fall bekannt, in dem ein Kredit nach einer Vorab-Zahlung dann auch tatsächlich ausgezahlt wurde“ – üblich sind 200 € bis 300 €.
  • Kopplung. Wird der Kredit „ohne Schufa“ zusammen mit einer „goldenen“ Prepaid-Karte oder einem Handyvertrag angeboten, kommt am Ende oft nur die Rechnung für die Karte; bei Hausbesuchen kommen Versicherungen und Sparverträge dazu.
  • „Garantierte Zusage ohne Bonitätsprüfung“. Ein Versprechen, das mit § 505a BGB nicht vereinbar ist.

Zwei Vorschriften helfen im Streitfall. Nach § 655c Satz 1 BGB schuldet der Verbraucher dem Darlehensvermittler eine Vergütung „nur“, wenn das Darlehen tatsächlich geleistet wurde und der Widerruf nicht mehr möglich ist. Und § 655d BGB verbietet jedes weitere Entgelt außer einem ausdrücklich vereinbarten Beratungsentgelt; erstattet werden dürfen nur „entstandene, erforderliche Auslagen“. Kosten für einen Hausbesuch gehören laut Polizeilicher Kriminalprävention nicht dazu.

Ein verbreitetes Missverständnis betrifft das Kopplungsverbot: § 492a BGB gilt derzeit nur für Immobiliardarlehen und – seit dem 02.01.2025 – für die Restschuldversicherung, nicht für Ratenkredite oder Kreditkarten. Am 20.11.2026 wird es auf alle Verbraucherdarlehen ausgedehnt; die Rechtsfolge bleibt dieselbe wie heute bei Immobiliardarlehen: Gekoppelte Geschäfte sind nichtig, der Darlehensvertrag bleibt wirksam.

Wichtig ist auch, wer hier beaufsichtigt wird: Banken stehen unter Aufsicht der BaFin, Kreditvermittler nicht – für sie sind die Gewerbeämter der Länder zuständig. Vor Anbietern ohne Erlaubnis warnt die BaFin trotzdem regelmäßig, 2026 etwa am 03.03. und am 27.03.

Wie schnell ein Angebot veralten kann, zeigt VIABUY. Die Karte wird auf der eigenen Website weiter beworben, die Kontoeröffnung ist aber „derzeit pausiert“ – und das ist untertrieben: Der Herausgeber Dock Financial S.A. wurde am 23.12.2024 für insolvent erklärt, die Finanzaufsicht CSSF entzog am 24.12.2024 die Zulassung als E-Geld-Institut. Noch im Mai 2025 nannte das Impressum unverändert die alte Zulassungsnummer. Prüfen Sie bei unbekannten Anbietern immer, ob die im Impressum genannte Erlaubnis noch besteht.

Welche Lösung zu welcher Lage passt

Orientierung nach Ausgangslage (Stand: 05.09.2026)
Ihre Lage Was infrage kommt Weiterlesen
Kein Konto, Bank lehnt ab Basiskonto nach § 31 ZKG mit Debitkarte; bei Ablehnung Antrag bei der BaFin Girokonto-Vergleich
Konto vorhanden, nur die Karte fehlt schufafreie Debitkarte einer Neobank – ohne Jahresgebühr Prepaid- und Guthabenkarten
Laufende Pfändung Guthabenkarte mit P-Konto-Option Prepaid-Karte ohne Schufa
Mietwagen oder Hotel steht an Debitkarte statt Prepaid-Karte, Kautionsregeln des Vermieters vorher lesen Mietwagen mit Prepaid-Karte
Score getrübt, Einkommen geregelt gebührenfreie Karte mit Kreditrahmen – Antrag mit Schufa-Abfrage, Saldo monatlich ausgleichen Teilzahlungsfunktion
Bonität wieder in Ordnung reguläre Karte ohne Jahresgebühr Kostenlose Kreditkarte
Grundlage sind die in den Abschnitten oben belegten Konditionen und Rechtsnormen, Stand 05.09.2026.

Welche Karte zu welchem Nutzungsprofil passt, zeigt unser Kreditkarten-Vergleich.

Häufige Fragen zu Kreditkarten ohne Schufa

Nein. Eine Karte mit Verfügungsrahmen ist ein Darlehen, und § 505a BGB verlangt vorher eine Kreditwürdigkeitsprüfung. Ohne Prüfung gibt es nur Karten ohne Kredit: Prepaid- und Debitkarten. Ab dem 20.11.2026 entfallen die Ausnahmen für Kleinbeträge unter 200 € und für Dreimonats-Darlehen; Charge-Karten mit zinsfreiem Zahlungsziel bis 40 Tage bleiben ausgenommen.

Eine Guthabenkarte in der Regel ja, weil kein Kredit vergeben wird. Dazu kommt der Anspruch auf ein Basiskonto: Nach § 34 Abs. 1 ZKG darf die Bank nur aus den dort genannten Gründen ablehnen, und schlechte Bonität gehört nicht dazu. Eine Karte mit Kreditrahmen ist unrealistisch.

PayCenter nennt Anfrage und Meldung für die SupremaCard „nicht notwendig“. Trade Republic, Revolut und bunq geben keine solche Zusage; ihre Datenschutzerklärungen nennen Auskunfteien, bei bunq ausdrücklich für Kreditlinie und Charge-Karte. Wer dort nur die Guthaben- oder Debitkarte nutzt, nimmt kein Kreditgeschäft in Anspruch. Bei einer Karte mit Kreditrahmen wird der Vertrag gemeldet – störungsfrei geführt ist das ein positives Merkmal.

Eine ausgeglichene Forderung drei Jahre. Auf 18 Monate verkürzt sich das nur, wenn Sie binnen 100 Tagen nach der Einmeldung zahlen und sonst nichts Negatives vorliegt – die genauen Bedingungen stehen in der Tabelle oben. Eine Restschuldbefreiung wird nach sechs Monaten gelöscht, und mit ihr enden auch die Fristen der Forderungen, die zum Verfahren gehörten.

Reine Prepaid-Karten lehnt Europcar in den Vermietbedingungen ausdrücklich ab. Debitkarten von Visa und Mastercard werden dagegen weithin akzeptiert – bei Europcar bis zur Kategorie Fullsize Elite, bei Hertz an allen Stationen. Die Kaution wird bei Guthabenkarten sofort abgebucht statt nur reserviert.

Die Debitkarten der Neobanken kosten keine Jahresgebühr; Kosten entstehen bei Bargeldabhebungen und in Fremdwährung. Die Prepaid-Karte von PayCenter kostet 79 € im Jahr, Kontofunktion und Abhebungen kommen obendrauf. Der Aufpreis lohnt vor allem wegen des Pfändungsschutzes für das zugehörige Konto.

Über die Autorin
Charlotte Ruzanski Charlotte Ruzanski recherchiert für onlinevergleich24.de detailliert die Konditionen und spezifischen Angebote von Kreditkarten, Geschäftskonten, Mobilfunkverträgen für unterschiedliche Anwender und Unternehmensformen (Freiberufler, GmbH, UG etc.). Ihre...