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Geschäftskonto ohne Schufa
Eine Schufa-Auskunft muss für ein Geschäftskonto niemand vorlegen. Vorgeschrieben ist etwas anderes: Ihre Identität. Ob eine Bank zusätzlich die Bonität prüft, entscheidet sie selbst – und mehrere Anbieter verzichten darauf, weil sie kein Kredit- oder Überziehungsangebot machen. Qonto begründet das auf der eigenen Seite mit einem Satz: „Da Ihr Geschäftskonto als Debitkonto auf Guthabenbasis geführt wird, führen wir bei Ihrer Registrierung keine Schufa-Abfrage durch.“ Das ist der ganze Mechanismus – und zugleich der Preis: kein Dispo, keine Kreditlinie. Alle Anbieteraussagen sind wörtlich zitiert und mit Abrufdatum belegt, alle Rechtsstände stammen aus dem Gesetzestext (Stand: 06.09.2026).
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Warum Banken fragen – und warum manche es nicht tun
Zwei Prüfungen werden regelmäßig verwechselt. Die eine ist Pflicht, die andere nicht.
Die Identitätsprüfung ist Pflicht. § 154 Abs. 1 der Abgabenordnung verbietet es, „auf einen falschen oder erdichteten Namen“ ein Konto zu errichten; nach Absatz 2 muss der Kontoführende sich „zuvor Gewissheit über die Person und Anschrift jedes Verfügungsberechtigten und jedes wirtschaftlich Berechtigten“ verschaffen. Dazu kommen die Sorgfaltspflichten des § 10 Geldwäschegesetz. „Ohne Schufa“ heißt deshalb nie „anonym“: Ausweis, ein zugelassenes Identifizierungsverfahren – Video-Ident, Post-Ident, elektronischer Personalausweis oder qualifizierte elektronische Signatur – und je nach Rechtsform ein Nachweis der Geschäftstätigkeit bleiben in jedem Fall.
Die Bonitätsprüfung ist es nicht. Für Verbraucherdarlehen schreibt § 505a BGB eine Kreditwürdigkeitsprüfung vor. Für ein Geschäftskonto gibt es keine solche Vorschrift, und für einen Geschäftskredit ebenfalls nicht in dieser Form – dort greifen bankaufsichtliche Regeln, keine zivilrechtliche Prüfpflicht. Ob abgefragt wird, ist damit eine Geschäftsentscheidung der Bank.
Und diese Entscheidung folgt einer einfachen Logik: Wer kein Geld verleiht, hat kein Ausfallrisiko und braucht keine Auskunft. Bei Kontist stehen beide Hälften auf derselben Produktseite. Im Text: „Und da es keine SCHUFA-Prüfung gibt, kannst du direkt loslegen …“ In der FAQ darunter: „Bitte beachte jedoch: Ohne SCHUFA-Auskunft kannst du unsere Kreditangebote nicht nutzen.“
Fragt eine Bank die Schufa ab, wird diese Anfrage gespeichert. Die Verhaltensregeln der Wirtschaftsauskunfteien – ein Regelwerk des Verbands, dem die SCHUFA Holding AG als Mitglied angehört – bestimmen dazu in Ziffer IV.6: „Angaben über Anfragen Dritter bleiben mindestens für ein Jahr, längstens bis zu drei Jahre gespeichert. Auf Antrag der betroffenen Person wird nach Ablauf eines Jahres die Speicherung vorzeitig beendet.“ Eine gespeicherte Anfrage ist kein Negativmerkmal – Negativdaten sind nach Ziffer III.6 „Informationen zu Störungen in Vertragsverhältnissen“.
Was die Bank stattdessen verlangt
Weil die Identitätsprüfung nicht verhandelbar ist, verschiebt sich der Aufwand bei einem Konto ohne Bonitätsabfrage vollständig auf Papiere. Welche das sind, hängt an der Rechtsform. Qonto listet für die eigene Eröffnung „einen gültigen Identitätsnachweis, um Ihre Identität sowie die aller Gesellschafter:innen zu bestätigen“ – Personalausweis, Reisepass oder Aufenthaltserlaubnis – und dazu „einen Auszug aus dem Handelsregister bzw. einen Gewerbeschein oder, im Fall von Unternehmen in Gründung, Ihren Gesellschaftsvertrag“.
- Freiberufler: Ausweis und ein Nachweis der Tätigkeit
- Gewerbetreibende und Einzelunternehmer: zusätzlich die Gewerbeanmeldung
- Eingetragene Unternehmen: Handelsregisterauszug; bei Gesellschaften außerdem die wirtschaftlich Berechtigten nach dem Geldwäschegesetz
- Unternehmen in Gründung: der Gesellschaftsvertrag
Wie lange das dauert, nennt nur ein Teil der Anbieter. Qonto gibt für die regulatorische Prüfung „in der Regel innerhalb von 1-2 Werktagen“ an und schreibt, dass die deutsche IBAN schon vorher abrufbar ist und Geldeingänge annimmt. Was in dieser Zeit passiert und welche Unterlagen andere Anbieter verlangen, steht auf unserer Seite zum Geschäftskonto eröffnen.
Wer auf die Abfrage verzichtet – und wer nicht
Die Anbieter äußern sich unterschiedlich deutlich. Entscheidend ist, was jeweils belegt ist – nicht, was im Werbetext steht.
„Ohne Schufa“ und „trotz Schufa“ sind zwei verschiedene Versprechen
Die Werbung benutzt beides durcheinander – Qonto etwa überschreibt seine Seite mit „Kontoeröffnung trotz Schufa Eintrag“ und meint damit genau den Verzicht auf die Abfrage. Für die eigene Entscheidung lohnt es trotzdem, die zwei Fälle zu trennen. Der eine: Es wird nicht abgefragt, der Eintrag ist unerheblich – und es gibt keinen Kredit. Der andere: Es wird abgefragt, und der Anbieter lehnt nicht automatisch ab. Der zweite Fall ist der schwächere, weil er keine Zusage enthält – wer abfragt, kann auch ablehnen.
Für Geschäftskonten ist die Unterscheidung deshalb wichtig, weil sie an der Kreditfrage hängt. Solange kein Verfügungsrahmen dazugehört, kostet der Verzicht auf die Abfrage die Bank nichts. Sobald eine Kreditlinie ins Spiel kommt, ist er nicht mehr zu haben – jedenfalls bei keinem der hier belegten Anbieter.
| Anbieter | Aussage des Anbieters | Was daran hängt |
|---|---|---|
| Qonto | „Wir holen keine Schufa-Auskunft über Sie ein, wenn Sie Ihr Geschäftskonto eröffnen.“ | Konto auf Guthabenbasis; eine Kreditlinie gibt es separat und dann mit Prüfung |
| Kontist | „Und da es keine SCHUFA-Prüfung gibt, kannst du direkt loslegen …“ | „Ohne SCHUFA-Auskunft kannst du unsere Kreditangebote nicht nutzen.“ |
| N26 | überträgt Daten „über die Beantragung, Abwicklung und Beendigung dieser Geschäftsbeziehung“ an die SCHUFA Holding AG | Schon der Antrag wird gemeldet – kein Konto ohne Schufa-Berührung |
| FYRST (Deutsche Bank) | Datenaustausch mit Auskunfteien „zur Ermittlung von Bonitäts- bzw. Ausfallrisiken im Kreditgeschäft“ | Die Bonitätsabfrage ist dem Kreditgeschäft zugeordnet, eine Aussage zur reinen Kontoeröffnung fehlt |
| ING | verlangt für e. K., GmbH, OHG, KG und UG: „Ihr Unternehmen muss bei KYCnow (powered by SCHUFA) registriert sein.“ | Hier läuft die Schufa nicht über die Bonität, sondern über die Identitätsprüfung der Gesellschaft |
| Tide | „Bei einigen Tide-Produkten und -Dienstleistungen führen wir eine Bonitätsprüfung durch, wenn Sie diese für Ihr Unternehmen beantragen.“ | Daten gehen bei Kreditprodukten an die CRIF GmbH; zur Kontoeröffnung selbst sagt der Anbieter nichts |
| Zitate aus Produktseiten, Datenschutzhinweisen und Preisverzeichnissen der Anbieter, abgerufen am 06.09.2026. | ||
Zwei Feinheiten, die in keiner Werbeaussage stehen. Erstens: Bei Kontist führt nicht Kontist das Konto, sondern die Solaris SE. Deren Datenschutzhinweis nennt einen Fall, in dem doch Daten an die Schufa gehen – wenn die geldwäscherechtliche Identifikation „durch eine qualifizierte elektronische Signatur erfolgt“, werden Daten „zur Identitätsüberprüfung“ übermittelt. Das ist eine Identitäts-, keine Bonitätsabfrage, aber es ist eine Übermittlung.
Zweitens: Nicht jede Auskunftei ist die Schufa. Wer sein Konto bei einem Anbieter eröffnet, der stattdessen CRIF, Creditreform oder Experian abfragt, hat kein Konto „ohne Bonitätsprüfung“ – nur eines ohne Schufa.
Was der Verzicht kostet
Der Zusammenhang zwischen fehlender Abfrage und fehlendem Kredit ist kein Zufall, sondern dasselbe Geschäftsmodell von zwei Seiten. Wer ein Konto ohne Schufa-Abfrage wählt, verzichtet auf alles, was die Bank ins Risiko bringt.
- Kontoeröffnung auch mit negativem Eintrag – die Bonität spielt keine Rolle, weil kein Kredit vergeben wird
- Volle Zahlungsfunktion: deutsche IBAN, SEPA-Überweisungen und -Lastschriften, Debitkarte
- Kurze Eröffnung, weil nur Identität und Unternehmen geprüft werden
- Keine Anfrage, die für ein bis drei Jahre in der Auskunftei steht
- Kein Kontokorrentkredit – das Konto lässt sich nicht überziehen, jede Zahlung braucht Deckung
- Keine Kreditkarte mit Verfügungsrahmen; ausgegeben werden Debitkarten auf Guthabenbasis
- Bargeldeinzahlung ist bei diesen Anbietern meist gar nicht vorgesehen
- Keine Girocard und kein Filialservice
- Beleghafte Buchungen und Scheckeinreichung entfallen
Praktisch trifft der erste Punkt am härtesten. Ohne Überziehungsmöglichkeit muss jede Lastschrift gedeckt sein – eine verspätete Kundenzahlung kann deshalb unmittelbar zu Rücklastschriften und deren Gebühren führen. Wer saisonal schwankende Eingänge hat, braucht dann eine eigene Liquiditätsreserve auf dem Konto.
Die Vorstellung, ein schufafreies Konto koste einen Aufschlag, hält der Prüfung nicht stand: Die beiden Anbieter mit ausdrücklicher Zusage führen genau dieselben Tarife wie für alle anderen Kunden. Kontist Free kostet 0 € im Monat, Qonto beginnt mit einem Tarif zu 0 €, den der Anbieter als „ideal für Freiberufler:innen und Solo-Selbstständige“ beschreibt. Teurer wird es an anderer Stelle – bei Bargeld und bei jeder Buchung über dem Freikontingent.
Einen Anspruch auf ein Geschäftskonto gibt es nicht
Das ist der Unterschied zum Privatkonto, und er wird regelmäßig übersehen. Seit 2016 hat jeder Verbraucher einen Rechtsanspruch auf ein Basiskonto. § 31 Abs. 1 des Zahlungskontengesetzes formuliert ihn so: „Ein Institut, das Zahlungskonten für Verbraucher anbietet (Verpflichteter), hat mit einem Berechtigten einen Basiskontovertrag zu schließen, wenn dessen Antrag die Voraussetzungen des § 33 erfüllt“ – und „Berechtigter ist jeder Verbraucher mit rechtmäßigem Aufenthalt in der Europäischen Union“.
Das Wort „Verbraucher“ ist die Grenze. § 1 ZKG stellt klar, dass das Gesetz gilt, „soweit hierin nicht ausdrücklich etwas anderes geregelt ist, für alle Verbraucher sowie für Zahlungsdienstleister, die auf dem Markt Zahlungskonten für Verbraucher anbieten“. Ein Geschäftskonto fällt nicht darunter. Eine private Bank darf einen gewerblichen Kontoantrag ablehnen, ohne das zu begründen, und muss auch keine Frist einhalten. Bei Sparkassen können die Sparkassengesetze der Länder zusätzliche Pflichten begründen.
Wer als Selbstständiger überhaupt kein Konto mehr bekommt, hat als Privatperson trotzdem den Anspruch auf ein Basiskonto. Das löst das Problem aber nur halb: Ein Basiskonto ist ein privates Zahlungskonto, und mehrere Banken schließen die geschäftliche Nutzung ihrer Privatkonten in den Bedingungen aus – die norisbank etwa nennt als Voraussetzung ausdrücklich „Sie sind eine nicht selbstständige Privatperson“.
Was über Selbstständige gespeichert wird – und wie lange
Auskunfteien sind keine Behörden. Die Verhaltensregeln beschreiben sie als „nicht-öffentliche Privatunternehmen, die personenbezogene Daten zu natürlichen Personen sowie Informationen zu Unternehmen verarbeiten und diese ihren Abnehmern zur Verfügung stellen“. Beide Datenbestände existieren also nebeneinander – zu Ihnen als Person und zu Ihrem Unternehmen.
Für Einzelunternehmer und Freiberufler fallen sie zusammen: Unternehmen und Unternehmer sind dieselbe Person, private Negativmerkmale wirken deshalb unmittelbar auf den Geschäftskontoantrag. Bei einer GmbH oder UG wird dagegen die Gesellschaft bewertet – wobei Banken regelmäßig zusätzlich die Geschäftsführung ansehen, gerade bei jungen Gesellschaften ohne eigene Zahlungshistorie.
Die Speicherfristen stehen in den Verhaltensregeln der Wirtschaftsauskunfteien – einer freiwilligen Selbstverpflichtung nach Artikel 40 DSGVO, der die großen Auskunfteien beigetreten sind. Das Regelwerk hält selbst fest, dass sich „auf der Basis besonderer Rechtsgrundlagen“ auch längere oder kürzere Fristen ergeben können.
| Art der Information | Frist |
|---|---|
| Offene, unbestrittene Forderung | grundsätzlich drei Jahre, neu beginnend mit jeder Änderungsmeldung |
| Ausgeglichene Forderung | drei Jahre; 18 Monate, wenn keine weiteren Negativdaten gemeldet wurden, keine Informationen aus Schuldnerverzeichnis oder Insolvenzbekanntmachungen vorliegen und die Forderung binnen 100 Tagen nach Einmeldung ausgeglichen wurde |
| Erteilte Restschuldbefreiung | so lange wie die Veröffentlichung, derzeit sechs Monate; danach enden auch die Fristen der davon umfassten Forderungen |
| Abweisung mangels Masse, Versagung oder Widerruf der Restschuldbefreiung | derzeit drei Jahre |
| Anfragen Dritter | mindestens ein Jahr, längstens drei Jahre; auf Antrag nach einem Jahr vorzeitiges Ende |
| Vertragsdaten zu störungsfreien Konten | drei Jahre nach Erledigung; auf Antrag vorzeitig |
| Quelle: Verhaltensregeln für die Prüf- und Speicherfristen von personenbezogenen Daten durch die deutschen Wirtschaftsauskunfteien, Abschnitt IV Nr. 1 bis 6, genehmigt vom Hessischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit; abgerufen am 06.09.2026. | |
Ein Detail, das für Gesellschaften wichtig ist: Der Scoring-Paragraf § 31 BDSG regelt Wahrscheinlichkeitswerte „über ein bestimmtes zukünftiges Verhalten einer natürlichen Person“ – er greift also nur bei Menschen. Für die Bewertung einer GmbH gelten seine Bedingungen nicht – dort entscheiden Handelsregisterdaten, Jahresabschlüsse und Zahlungserfahrungen, die Auskunfteien von Lieferanten einsammeln.
Wenn der Antrag abgelehnt wird
Eine Ablehnung ohne Begründung ist bei einem Geschäftskonto der Normalfall – deshalb lohnt es, in dieser Reihenfolge vorzugehen.
- Die eigenen Daten ansehen. Nach Artikel 15 Abs. 3 DSGVO steht Ihnen eine Kopie der gespeicherten Daten zu; unentgeltlich ist sie, weil Artikel 12 Abs. 5 DSGVO ein Entgelt nur für weitere Kopien zulässt. Erst danach wissen Sie, ob überhaupt ein Negativmerkmal vorliegt oder ob der Antrag an etwas anderem gescheitert ist – etwa an der Rechtsform.
- Falsche oder erledigte Einträge korrigieren lassen. Artikel 16 und 17 DSGVO geben Ihnen ein Recht auf Berichtigung und Löschung. Bei einer binnen 100 Tagen ausgeglichenen Forderung verkürzt sich die Speicherung nach den Verhaltensregeln auf 18 Monate.
- Die Rechtsform prüfen. Mehrere Ablehnungen haben mit Bonität nichts zu tun: Die ING nimmt „GbR, GmbH & Co. KG und GmbH i.G.“ nicht an, N26 nur Selbstständige, die „unter ihrem eigenen Namen arbeiten“. Welcher Anbieter welche Rechtsform annimmt, steht auf unserer Seite zum Geschäftskonto für Einzelunternehmer.
- Zu einem Anbieter ohne Abfrage wechseln. Qonto und Kontist sagen den Verzicht ausdrücklich zu – das ist der kürzeste Weg zu einer funktionierenden IBAN.
- Später nachrüsten. Ein Kontokorrentkredit lässt sich nachträglich beantragen, wenn die Bonität wieder trägt. Bei Kontist gehört dazu allerdings ein Tarifwechsel: Den Dispo „bis zu 3.000 €“ gibt es erst ab dem Start-Tarif und erst „3 Monate nach Kontoeröffnung“.
Ein Wechsel später ist möglich, aber teuer an Zeit: neue IBAN an alle Kunden und Lieferanten, Daueraufträge und Lastschriftmandate umziehen, Zahlungsdienstleister und Finanzamt informieren. Wer absehbar eine Kreditlinie braucht, bleibt deshalb besser bei einem Anbieter, der beides kann: Bei Qonto lässt sich der Dispositionskredit zum bestehenden Konto beantragen, bei Kontist ist dafür zusätzlich ein Wechsel in einen kostenpflichtigen Tarif nötig.
Wer erst am Anfang steht, findet die Grundfragen zur Kontowahl auf unserer Seite zum Geschäftskonto für Kleinunternehmer und Kleingewerbe; alle Anbieter und Tarife nebeneinander zeigt der Geschäftskonto-Vergleich.
Häufige Fragen zum Geschäftskonto ohne Schufa
Nein. Vorgeschrieben ist nur die Identitätsprüfung: § 154 der Abgabenordnung verlangt „Gewissheit über die Person und Anschrift jedes Verfügungsberechtigten und jedes wirtschaftlich Berechtigten“, dazu kommen die Sorgfaltspflichten des § 10 Geldwäschegesetz. Ob eine Bank zusätzlich die Bonität abfragt, entscheidet sie selbst. Für Geschäftskonten gibt es keine Vorschrift wie § 505a BGB, der die Kreditwürdigkeitsprüfung bei Verbraucherdarlehen vorschreibt.
Ausdrücklich zugesagt haben das zwei Anbieter im Vergleich. Qonto schreibt: „Wir holen keine Schufa-Auskunft über Sie ein, wenn Sie Ihr Geschäftskonto eröffnen.“ Kontist formuliert: „Und da es keine SCHUFA-Prüfung gibt, kannst du direkt loslegen …“ Bei anderen Anbietern fehlt eine solche Aussage oder es gilt das Gegenteil – N26 meldet bereits die Beantragung an die Schufa.
Bei den Anbietern ohne Bonitätsabfrage ja, weil der Eintrag dort keine Rolle spielt. Einen Rechtsanspruch gibt es allerdings nicht: Das Basiskonto nach § 31 Abs. 1 Zahlungskontengesetz steht nur Verbrauchern zu, und § 1 ZKG grenzt den Anwendungsbereich des Gesetzes ausdrücklich auf Verbraucher ein. Eine Bank darf einen gewerblichen Antrag ohne Begründung ablehnen.
Nicht mehr als ein anderes: Die Anbieter mit ausdrücklicher Zusage führen dieselben Tarife für alle Kunden. Bei Kontist Free sind es 0 € Grundgebühr und ab der sechsten Buchung 0,25 € je Überweisung. Qonto verlangt für Basic bei monatlicher Zahlung 11 €* netto und ab der 31. Buchung 0,20 € je Transaktion. Ein Aufschlag für schwache Bonität ist bei keinem der beiden dokumentiert.
Nach den Verhaltensregeln der Wirtschaftsauskunfteien werden offene, unbestrittene Forderungen grundsätzlich drei Jahre gespeichert. Bei ausgeglichenen Forderungen endet die Speicherung nach 18 Monaten – dafür müssen drei Bedingungen zusammenkommen: keine weiteren Negativdaten, keine Einträge aus Schuldnerverzeichnis oder Insolvenzbekanntmachungen und ein Ausgleich binnen 100 Tagen nach Einmeldung. Die Information über eine erteilte Restschuldbefreiung wird nicht länger gespeichert als sie öffentlich bekanntgemacht ist – derzeit sechs Monate.
Das hängt am Anbieter. N26 hält in der eigenen Datenschutzerklärung fest, die Bank übermittle Daten „über die Beantragung, Abwicklung und Beendigung dieser Geschäftsbeziehung“ an die SCHUFA Holding AG. Bei Kontist führt die Solaris SE das Konto; erfolgt die geldwäscherechtliche Identifikation über eine qualifizierte elektronische Signatur, gehen Daten „zur Identitätsüberprüfung“ an die Schufa. Wo abgefragt wird, bleibt die Anfrage nach den Verhaltensregeln mindestens ein Jahr und höchstens drei Jahre gespeichert.
Nein, das ist der Kern der Konstruktion. Qonto begründet den Verzicht auf die Abfrage damit, dass das Konto „als Debitkonto auf Guthabenbasis geführt wird“; Kontist stellt klar: „Ohne SCHUFA-Auskunft kannst du unsere Kreditangebote nicht nutzen.“ Ein Kontokorrentkredit lässt sich später beantragen – dann allerdings mit Bonitätsprüfung.
Nein, und das ist der häufigste Irrtum. § 154 der Abgabenordnung verbietet ausdrücklich, „auf einen falschen oder erdichteten Namen“ ein Konto zu errichten, und verlangt vom kontoführenden Institut Gewissheit über Verfügungsberechtigte und wirtschaftlich Berechtigte. Dazu kommen die Sorgfaltspflichten des Geldwäschegesetzes. Wer ein Konto ohne Ausweis, ohne Video-Ident und ohne Gewerbeschein verspricht, verspricht etwas, das in Deutschland kein zugelassenes Institut anbieten darf.
Quellen und Rechtsgrundlagen (Stand: 07.10.2026)
Gesetze (gesetze-im-internet.de, abgerufen am 06.09.2026, am 07.10.2026 erreichbar): § 154 AO (Kontenwahrheit, Identitätsprüfung) · § 10 GwG (allgemeine Sorgfaltspflichten) · § 505a BGB (Kreditwürdigkeitsprüfung bei Verbraucherdarlehen; abgerufen am 05.09.2026) · § 1 ZKG (Anwendungsbereich: Verbraucher) · § 31 ZKG (Anspruch auf ein Basiskonto) · § 31 BDSG (Scoring nur bei natürlichen Personen) · Datenschutz-Grundverordnung, Verordnung (EU) 2016/679 (Art. 12 Abs. 5, Art. 15 Abs. 3, Art. 16 und 17: unentgeltliche Datenkopie, Berichtigung, Löschung; Art. 40: Verhaltensregeln).
Verhaltensregeln der Wirtschaftsauskunfteien (Die Wirtschaftsauskunfteien e. V., abgerufen am 06.09.2026, am 07.10.2026 unverändert): Verhaltensregeln für die Prüf- und Speicherfristen von personenbezogenen Daten durch die deutschen Wirtschaftsauskunfteien vom 25. Mai 2024 (Begriffe, Speicherfristen nach Abschnitt IV) · Genehmigung durch den Hessischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit (nach Art. 40 Abs. 5 DSGVO).
Anbieterdokumente (abgerufen am 06.09.2026, am 07.10.2026 erneut geprüft): Qonto Geschäftskonto ohne Schufa (Verzicht auf die Abfrage, Unterlagen, Dauer, Starter-Tarif) und Kontokorrentkredit (Kreditlinie nach Bonitätsprüfung) · Kontist Geschäftskonto ohne Schufa und Preise (Dispositionskredit) · Solaris Kundeninformation zur Datenverarbeitung (Schufa-Übermittlung bei QES-Identifikation; heute Version 2.4 vom 15.09.2026) · N26 Datenschutzerklärung (Version 13.8 vom 03.09.2026) und Geschäftskonto · FYRST Datenschutzhinweise · ING Geschäftskonto für Selbstständige (KYCnow, zugelassene Rechtsformen) · Tide Datenschutzrichtlinie · norisbank Voraussetzungen für das Top-Girokonto. Die Kontoführungsgebühr von Kontist Free stammt aus unserer eigenen Produktdatenbank.