Kreditkarte für Studenten: kostenlos oder Prepaid?
Wie wir unser Geld verdienen

Kreditkarte fürs Studium: kostenlos oder auf Guthabenbasis

Banken umwerben Studierende mit eigenen Kreditkarten-Angeboten – bei genauem Hinsehen sind das oft nicht die günstigsten Karten. Meist stehen zwei Wege zur Wahl: eine kostenlose Karte mit Kreditlinie, häufig zusammen mit einem Girokonto, oder eine Prepaid-Karte, die erst aufgeladen werden muss und die jeder bekommt. Welcher Weg passt, hängt am eigenen Einkommen, an den Reiseplänen und daran, wie streng das Budget kontrolliert werden soll.
Geschrieben von
Charlotte Ruzanski

Eigene Kreditkarten für Studierende gibt es – aber alle hängen an einem Girokonto der ausgebenden Bank. Santander verkauft die BestCard Smart als „Kreditkarte für Studenten“, die Commerzbank die Young Visa zum StartKonto, Volksbanken und Sparkassen führen regionale Karten für junge Leute. Die dauerhaft gebührenfreien Karten ohne Kontobindung kennen dagegen keinen Studentenstatus: Dort zählen Alter, Wohnsitz, Einkommen und Bonität, für alle gleich. Die Entscheidung im Studium lautet deshalb nicht „Studentenkarte oder normale Karte“, sondern: kontogebundene Karte mit Altersrabatt, gebührenfreie Kreditkarte mit Einkommensnachweis – oder eine Karte auf Guthabenbasis, die jeder bekommt. Alle Angaben stammen von den Herausgebern selbst (Stand: 05.09.2026).

Die Karten direkt zum Vergleichen:

Hanseatic Bank GenialCard
Jahresgebühr
0 €
Bargeld
3,95 €
eff. Jahreszins
19,92 %
Keine Jahresgebühr
Weltweit gebührenfrei bezahlen
Zum Start bis zu 4.000 € Kreditkarten Limit
Keine Zinsen bei Ratenzahlung für Neukunden (3 Monate)
Hohe Sollzinsen bei Teilrückzahlung
Kosten für Bargeldabhebungen in Deutschland
Deutschland Kreditkarte Visa Classic
Jahresgebühr
0 €
Bargeld
3,95 €
eff. Jahreszins
21,96 %
Keine Jahresgebühr
Kostenlose Bargeldabhebungen (außerhalb Deutschlands)
Keine Fremdwährungsgebühr
Keine Kontobindung
Flexible Rückzahlung
Gebühren für Bargeldbezug im Inland
Gebühren für Geldüberweisungen aufs Girokonto (3,95 €)
DKB Visa Debitkarte
Jahresgebühr
0 €
Bargeld
0 €
Keine Jahresgebühr
Weltweit kostenlos Bargeld abheben
Weltweit kostenlos bezahlen
Gebühren ohne Aktivstatus
Keine echte Kreditkarte
American Express Blue Card
Jahresgebühr
0 €
Bargeld
4 %
mind. 5 €
25 € StartguthabenInnerhalb der ersten 6 Monate nach Kartenerhalt einen Umsatz von mindestens 1.200 €. Bitte beachten Sie die Bedingungen auf der Anbieterseite.
Keine Jahresgebühr
Mietwagen-, Restaurant-, Shopping-Angebote
Vergünstigter Priority Pass
Hohe Gebühren für Bargeld

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Was die Herausgeber verlangen

Der Unterschied zwischen einer Karte mit Kreditrahmen und einer Karte auf Guthabenbasis liegt nicht in der Optik, sondern in der Prüfung davor. Eine Kreditkarte mit Rahmen ist ein Kreditvertrag; die Bank muss die Kreditwürdigkeit prüfen und tut das über die Schufa. Eine Debit- oder Prepaid-Karte belastet nur vorhandenes Guthaben – dort genügt in der Regel die Identitätsprüfung.

Zugangsvoraussetzungen für Karten, die für Studierende infrage kommen – Angaben der Herausgeber (Stand: 05.09.2026)
Karte oder Konto Kartentyp Mindestalter Einkommen Bonitätsprüfung
Hanseatic Bank GenialCard Kreditkarte mit Teilzahlung 18 Jahre „regelmäßiges Einkommen“, kein Mindestbetrag genannt ja, mit Schufa-Abfrage
awa7 Visa (Hanseatic Bank) Kreditkarte mit Teilzahlung 18 Jahre „regelmäßiges Einkommen“; ausdrücklich kein Mindesteinkommen ja, mit Schufa-Abfrage
Deutschland-Kreditkarte Classic Kreditkarte mit Teilzahlung 18 Jahre „kein Mindesteinkommen“ laut Anbieter-FAQ ja, „nicht schufafrei“
easybank Kreditkarte Visa Kreditkarte mit Teilzahlung 18 Jahre Einkommensangaben im Antrag; Höhe nicht veröffentlicht ja, „bei der Schufa Holding AG“
Bank Norwegian Visa Kreditkarte mit Teilzahlung 20 Jahre „ein zu versteuerndes Einkommen“, keine aktiven Inkassoverfahren ja, mit Schufa-Abfrage
American Express Blue Card Charge Card ohne Teilzahlung 18 Jahre Bonitätsprüfung, Pflicht-Lastschrift für den vollen Rechnungsbetrag ja, mit Schufa-Abfrage
Santander BestCard Smart „für Studenten“ Kreditkarte mit Teilzahlung 18 Jahre kein Einkommen genannt; „gute Bonität“ und deutsche Meldeadresse ja, mit Schufa-Abfrage
Commerzbank Young Visa zum StartKonto Kreditkarte mit Monatsabrechnung 18 Jahre „monatlichem Geldeingang von mindestens 300 Euro, z. B. in Form von Lohn, Gehalt oder Bafög“ ja, „Prüfung über Schufa“
DKB Studierendenkonto mit Visa Debitkarte Debitkarte zum Girokonto 18 Jahre kein Mindesteingang unter 28 Jahren ja, beim Kontoantrag
ING Girokonto Student mit Visa Card Debitkarte zum Girokonto 18 Jahre kein Mindesteingang unter 28 Jahren; BAföG zählt als Geldeingang ja, beim Kontoantrag
Prepaid-Karten (etwa von PayCenter) Guthabenkarte 18 Jahre keines nein, nur Identitätsprüfung
Quellen: Produktseiten und Hilfebereiche der Herausgeber (Hanseatic Bank, awa7, Deutschland-Kreditkarte, easybank, Bank Norwegian, American Express, Santander, Commerzbank, DKB, ING), abgerufen am 05.09.2026. Die beiden Angaben zur Deutschland-Kreditkarte stammen aus deren FAQ mit den Ständen 28.09.2023 und 29.03.2023, am 05.09.2026 unverändert online; das Mindestalter folgt dort aus den Bedingungen der Herausgeberin Hanseatic Bank. Prepaid-Konditionen siehe unseren Ratgeber zu Prepaid-Karten ohne Schufa.

Zwei Muster ziehen sich durch alle Bedingungswerke. Erstens verlangt keine der gebührenfreien Karten ein bestimmtes Mindesteinkommen – gefordert ist ein regelmäßiges, nachweisbares Einkommen. Was dabei zählt, legt keine der Banken öffentlich fest: Ein Werkstudentenvertrag ist unstrittig, bei Minijob oder BAföG entscheidet die Bank im Einzelfall – die Commerzbank nennt BAföG für ihre Young Visa ausdrücklich als möglichen Geldeingang. Am strengsten ist die Bank Norwegian: Sie verlangt 20 statt 18 Jahre und ausdrücklich ein „zu versteuerndes Einkommen“ (Bank Norwegian, abgerufen am 05.09.2026). Zweitens sagt keine Zusage vorab, wie hoch der Verfügungsrahmen ausfällt – das entscheidet die Bank nach der Prüfung.

Bei den beiden ausdrücklich als Studentenkarte beworbenen Kreditkarten lohnt der Blick ins Kleingedruckte. Santander verkauft unter „Kreditkarte für Studenten“ die BestCard Smart – dieselbe Karte, die die Bank allen anderen als Shopping-Kreditkarte anbietet. Sie kostet „0 € Jahresgebühr – im ersten Jahr und in jedem weiteren Jahr bei 2.000 € Umsatz“ und bringt Garantieverlängerung und Wareneinkaufsversicherung mit (Santander, abgerufen am 05.09.2026). Wer die 2.000 € Kaufumsatz im Jahr nicht erreicht – bei Studierenden eher die Regel als die Ausnahme –, zahlt ab dem zweiten Jahr 24 €.

Die Commerzbank gibt ihre Young Visa „bis zu Ihrem 28. Geburtstag ohne Jahrespreis“ aus, allerdings nur „im Rahmen des StartKontos“ und gegen einen „monatlichen Geldeingang von mindestens 300 Euro, z. B. in Form von Lohn, Gehalt oder Bafög“ (Commerzbank, abgerufen am 05.09.2026). Das ist die niedrigste ausdrücklich genannte Einkommensschwelle am Markt und die einzige Stelle, an der eine Bank BAföG von sich aus als Geldeingang aufführt. Der Preis dafür: Mit dem 28. Geburtstag wird aus dem kostenlosen StartKonto ein Konto für 9,90 € im Monat, und der Auslandseinsatz kostet 1,75 % – auf einer Auslandsreise mehr, als die gesparte Jahresgebühr wert ist.

Ohne Einkommensnachweis heißt nicht ohne Schufa

Auch dort, wo kein Einkommensnachweis verlangt wird, wird die Bonität geprüft. Die Hanseatic Bank schreibt für ihre Karte awa7, sie prüfe „deine Bonität bei der SCHUFA“; die Deutschland-Kreditkarte nennt sich in ihrer FAQ „nicht schufafrei“; die Commerzbank spricht von einer „Prüfung über Schufa“; die Bank Norwegian nimmt vor der Kartenzusage „eine Bonitätsprüfung“ vor. Ohne Schufa-Abfrage geht es nur bei Karten ohne Kreditrahmen – welche das sind und was sie kosten, steht in unseren Ratgebern zur Kreditkarte ohne Schufa und zur Prepaid-Kreditkarte.

Kreditlinie oder Guthaben: was der Unterschied im Alltag bedeutet

Eine Karte mit Kreditrahmen sammelt die Umsätze und rechnet sie einmal im Monat ab. Das verschafft ein Zahlungsziel von einigen Wochen – die Bank Norwegian weist „bis zu 44 Tage Zinsfreiheit“ aus, die easybank einen zinsfreien Zeitraum „von bis zu 59 Tagen“ – und es ist der Grund, warum diese Karten dort funktionieren, wo eine Kaution zu hinterlegen ist. Mietwagenstationen und Hotels reservieren einen Betrag auf dem Kreditrahmen; bei einer Debitkarte wird derselbe Betrag vom Guthaben blockiert oder gar nicht erst akzeptiert. Für ein studentisches Budget ist das ein spürbarer Unterschied: Eine Kautionssperre über mehrere hundert Euro bindet auf dem Girokonto echtes Guthaben, oft über mehrere Wochen. Welche Vermieter Guthabenkarten ausschließen, steht in unserem Ratgeber Mietwagen mit Prepaid-Karte.

Die Gegenrechnung ist die Kostenkontrolle. Wer nur ausgeben kann, was auf dem Konto liegt, gerät nicht in die Teilzahlung – und genau die ist bei den gebührenfreien Kreditkarten der Standard. Die Hanseatic Bank schreibt es auf ihrer Produktseite offen hin: „Die Teilzahlung ist bei der GenialCard schon voreingestellt“, mit 3 % des Gesamtbetrags oder mindestens 20 € im Monat und einem effektiven Jahreszins von 19,92 % nach Ablauf der ersten drei zinsfreien Monate. Umstellen lässt sich das kostenlos in der App – aber man muss es tun. Eine Ausnahme ist die easybank: Wer dort den vollen Betrag automatisch einziehen lassen will, zahlt laut Preisverzeichnis 2 € im Monat; gebührenfrei bleibt nur der manuelle Ausgleich. Wie die Teilzahlung rechnet und wie Sie sie bei den einzelnen Karten abschalten, steht in unserem Ratgeber zur Kreditkarte mit Teilzahlung.

Die dritte Möglichkeit ist die klassische Prepaid-Karte: Sie wird aufgeladen, bevor sie funktioniert, kennt weder Kreditrahmen noch Schufa-Abfrage – und kostet fast immer Geld. Bei deutschen Anbietern fallen Jahres- oder Monatsgebühren an, dazu ein fester Betrag je Bargeldabhebung; die Konditionen im Einzelnen stehen in unserem Ratgeber zu Prepaid-Karten ohne Schufa. Für Studierende lohnt sie deshalb nur in einem Fall: wenn ein Girokonto mit Debitkarte aus eigenem Grund nicht infrage kommt. Sonst leistet die kostenlose Debitkarte zum Girokonto dasselbe – Guthabenbasis, volle Kostenkontrolle, keine Kreditprüfung – und kostet nichts.

Studentenkonten: wo die Karte am Konto hängt

Bei den Girokonten mit Altersgrenze hängt die Karte nicht am Einkommen, sondern am Konto. Drei Beispiele – die Bedingung ist dort nicht das Einkommen, sondern das Alter, und sie läuft ab.

Girokonten mit Altersgrenze und die Karten, die dazugehören – Angaben der Banken (Stand: 05.09.2026)
Konto kostenlos, solange danach Karte dazu Dispozins
Consorsbank Girokonto unter 31 Jahren oder ab 700 € Geldeingang im Monat 4,00 € im Monat Visa Card Debit und Credit Card Gold Light – beide kostenlos 9,65 % p. a.
DKB Studierendenkonto unter 28 Jahren oder ab 700 € Geldeingang im Monat 4,50 € im Monat Visa Debitkarte; Kreditkarte nur gegen Aufpreis 8,51 %, mit Aktivstatus 7,91 % p. a.
ING Girokonto Student unter 28 Jahren oder ab 1.000 € Geldeingang im Monat 4,90 € im Monat Visa Card als Debitkarte; girocard für 1,49 € im Monat 9,14 % p. a.
Quellen: Consorsbank Girokonto-Seite, DKB Studierendenkonto, ING Girokonto Student und ING-Konditionen (Stand: 01.06.2026), abgerufen am 05.09.2026.

Die Consorsbank fällt aus der Reihe: Sie legt zum Konto nicht nur eine Debitkarte, sondern auch eine echte Kreditkarte – die Credit Card Gold Light, laut Bank „kostenlos“ und ausdrücklich zur „Akzeptanz als Sicherheit im Hotel oder bei der Mietwagenbuchung“ gedacht (Consorsbank, abgerufen am 05.09.2026). Ihre Altersgrenze liegt außerdem bei 31 statt 28 Jahren, was für ein Masterstudium oder eine Promotion den Unterschied macht. Zu Bonitätsprüfung und Verfügungsrahmen der Karte macht die Consorsbank auf der Kontoseite keine Angaben; Voraussetzung ist das Girokonto, und das ist unter 31 Jahren ohne jeden Geldeingang kostenlos.

Der Preis dieser Konstruktion ist die Bindung: Wer das Konto wechselt, verliert die Karte. Und die Altersgrenze endet an einem Stichtag, nicht mit dem Abschluss – wer am 28. Geburtstag noch immatrikuliert ist, zahlt bei DKB und ING von da an den vollen Kontopreis, solange der Geldeingang fehlt.

Auslandssemester: worauf es wirklich ankommt

Für ein oder zwei Semester im Ausland zählen drei Dinge: das Entgelt für Zahlungen in Fremdwährung, die Kosten fürs Abheben und die Frage, ob die Karte für Kautionen taugt. Beim Auslandseinsatzentgelt sind die gebührenfreien Kreditkarten stark – GenialCard, awa7, Deutschland-Kreditkarte, easybank, Bank Norwegian und die Karten der TF Bank und von Advanzia rechnen Fremdwährungen ohne eigenen Aufschlag ab. American Express verlangt 2 % und ist damit für ein Auslandssemester die teuerste unter den gebührenfreien Karten.

Bei den kontogebundenen Debitkarten hängt alles an einer Bedingung, die im Ausland schwer zu erfüllen ist. Das DKB-Studierendenkonto ist unter 28 Jahren kostenlos – der Aktivstatus, der weltweite Zahlungen und Abhebungen gebührenfrei stellt, ist es nicht: Er setzt „einen regelmäßigen monatlichen Geldeingang von mindestens 700 Euro“ voraus (DKB, abgerufen am 05.09.2026). Neukunden bekommen ihn für die ersten drei Monate geschenkt, sofern sie in den zwölf Monaten davor kein anderes DKB-Girokonto hatten; wer danach unter der Schwelle bleibt, zahlt in Fremdwährung 2,20 % – auf jede Kartenzahlung und jede Abhebung. Bei der ING liegt die Schwelle nach dem 28. Geburtstag bei 1.000 € im Monat, wobei die Bank ausdrücklich schreibt, dass auch BAföG und Nebenjobs als Geldeingang zählen und der Betrag in Teilbeträgen eingehen darf (ING, abgerufen am 05.09.2026).

Auf die eingebaute Reiseversicherung einer Kreditkarte sollte sich für ein Auslandssemester niemand verlassen. Bei der Bank Norwegian, die eine solche Police ohne Beitrag mitgibt, nennt die Bank drei Bedingungen: Ein Mindestanteil der Reise muss mit der Karte bezahlt sein – bei Buchungen bis zum 30.09.2026 mindestens 50 % der Transportkosten, bei Buchungen ab dem 01.10.2026 mindestens 75 % der Transport- und Übernachtungskosten. Die Reise muss „in Deutschland beginnen und enden“. Und: „Jede Reise kann bis zu 60 Tage dauern. Bei Reisen, die länger als 60 Tage dauern, gilt die Versicherung für keinen Teil der Reise“ (Bank Norwegian, abgerufen am 05.09.2026). Ein Semester im Ausland ist damit als Ganzes nicht abgedeckt.

Dieselbe FAQ enthält eine Sonderregel für Studierende: Der Schutz gelte „auch während der Reise zwischen dem Studienort und dem Heimatland und bei Reisen von dem Studienland in ein anderes Land, nicht aber während des eigentlichen Aufenthalts am Studienort“. In den Versicherungsbedingungen des Versicherers Tryg steht diese Klausel nicht – dort ist von privaten Urlaubsreisen bis 60 Tage die Rede, die am Wohnsitz in Deutschland beginnen und enden. Wer sich darauf verlassen will, sollte sich die Zusage vor der Abreise schriftlich bestätigen lassen. Für den eigentlichen Aufenthalt braucht es ohnehin eine eigene Police, wie unser Ratgeber zur Auslandskrankenversicherung per Kreditkarte zeigt.

Die teuerste Taste am Automaten

Bietet ein Geldautomat oder ein Kartenterminal im Ausland an, den Betrag „in Euro“ abzurechnen, stammt der Wechselkurs vom Betreiber und nicht vom Kartennetz. Der Aufschlag ist nirgends gedeckelt und macht jeden Vorteil einer Karte ohne Auslandseinsatzentgelt zunichte. Wählen Sie immer die Abrechnung in der Landeswährung. Und rechnen Sie damit, dass Automatenbetreiber außerhalb Europas eigene Entgelte verlangen, die keine deutsche Bank erstattet.

Die Gebühren, die im Studienalltag zählen

Die Jahresgebühr ist bei allen hier verglichenen Kredit- und Debitkarten null – anders als bei den klassischen Prepaid-Karten und der DKB Visa Kreditkarte. Vier andere Posten entscheiden darüber, was die Karte im Semester kostet.

Bargeld

Für den Alltag in der Uni-Stadt stellen die Hanseatic-Karten das Entgelt genau falsch herum ein: 3,95 € am deutschen Automaten, im Ausland nichts. Gebührenfrei bleibt im Inland nur der Bargeldservice an der Kasse teilnehmender Händler. Dazu kommt bei mehreren Karten ein Mindestbetrag von 50 € je Abhebung. Wer regelmäßig kleine Beträge braucht, ist mit der Debitkarte zum Girokonto besser bedient. Die Einzelheiten stehen in unserem Ratgeber zu kostenlosen Kreditkarten.

Zinsen bei Teilzahlung

Bleibt die Teilzahlung aktiv, kostet der offene Saldo je nach Karte zwischen 19,92 % und 24,4 % effektiv im Jahr. Bei 500 €, die über ein Jahr stehen bleiben, ist das ein Vielfaches dessen, was eine klassische Kreditkarte mit Jahresgebühr bei einer Sparkasse oder Volksbank kostet.

Dispozins auf dem Girokonto

Wer statt der Karte das Konto überzieht, zahlt ebenfalls – aber deutlich weniger: Die Dispozinsen der drei Studierendenkonten liegen unter 10 % im Jahr und damit rund die Hälfte unter dem Teilzahlungszins der Kreditkarten. Die ING räumt Studierenden unter 28 Jahren auf Wunsch bis zu 500 € Überziehung „ohne Nachweis weiterer Unterlagen“ ein. Günstiger heißt trotzdem: ein Kredit.

Kontoführung nach dem 28. Geburtstag

Die Altersgrenze läuft irgendwann ab. Wer den geforderten Geldeingang dann nicht erreicht, zahlt bei der DKB 54,00 € und bei der ING 58,80 € im Jahr – Beträge, die auf einem Konto anfallen, das bis zum Vortag nichts gekostet hat. Wer beim Berufseinstieg noch kein festes Gehalt hat, sollte diesen Termin im Blick behalten.

Welche Karte zu welchem Studium passt

Für eine gebührenfreie Kreditkarte mit Rahmen spricht
  • Sie wird bei Kautionen für Mietwagen und Hotels akzeptiert, wo Debitkarten scheitern
  • Kein Kontowechsel nötig – das vorhandene Girokonto bleibt Referenzkonto
  • Zahlungsziel bis zur Monatsabrechnung, bei der Bank Norwegian bis zu 44 Tage
  • Kein Auslandseinsatzentgelt bei der Mehrzahl der Karten

Dagegen spricht
  • Nachweis eines regelmäßigen Einkommens; ohne Nebenjob oder Werkstudentenstelle wird der Antrag oft abgelehnt
  • Teilzahlung ist voreingestellt und muss aktiv umgestellt werden
  • Bargeld am deutschen Automaten kostet bei mehreren Karten 3,95 € je Abhebung
  • Ein Kreditrahmen verleitet zu Ausgaben, die das Semesterbudget nicht hergibt

Kartenwahl nach Situation im Studium – Entscheidungshilfe (Stand: 05.09.2026)
Ihre Situation Empfehlung Weiterlesen
Nebenjob oder Werkstudentenstelle, Reisen geplant Gebührenfreie Kreditkarte mit Rahmen, Teilzahlung sofort auf Vollzahlung stellen Kostenlose Kreditkarten
Kein eigenes Einkommen, nur BAföG oder Unterstützung Girokonto mit Debitkarte – unter 28 Jahren ohne Mindesteingang; Kreditkarte später nachholen Karten auf Guthabenbasis
Auslandssemester außerhalb der Eurozone Zwei Karten: eine Kreditkarte ohne Auslandseinsatzentgelt für Kautionen und Buchungen, eine Debitkarte fürs Tagesgeld Versicherungsschutz prüfen
Antrag wurde schon einmal abgelehnt Karte auf Guthabenbasis; ein weiterer Antrag kurz nach einer Ablehnung verbessert den Schufa-Score nicht Karten ohne Schufa
Ausgabenkontrolle ist das Hauptmotiv Debitkarte zum Girokonto; die Belastung ist sofort sichtbar, eine Teilzahlung gibt es nicht Warum Teilzahlung teuer wird
Studium endet, Berufseinstieg steht an Konditionen des Kontos vor dem 28. Geburtstag prüfen und gegebenenfalls wechseln Karten nach Anbieter
Weitere Kartentypen stehen in der Typen-Übersicht; was die einzelnen Karten heute kosten, zeigt unser Kreditkarten-Vergleich.

Häufige Fragen zur Kreditkarte im Studium

Ohne jeden Geldeingang in aller Regel nicht – die Bonität wird immer geprüft. Die kontounabhängigen Karten verlangen ein regelmäßiges Einkommen, ohne die Höhe zu nennen. Bei den kontogebundenen Studentenkarten ist die Schwelle niedriger und teils ausdrücklich benannt: Die Commerzbank gibt ihre Young Visa ab „mindestens 300 Euro, z. B. in Form von Lohn, Gehalt oder Bafög“ aus. Wer auch das nicht vorweisen kann, bekommt eine Debitkarte zum Girokonto oder eine Prepaid-Karte auf Guthabenbasis.

Nur unter zwei Bedingungen: Man führt das Konto der Bank ohnehin, und man bleibt unter der Altersgrenze. Alle diese Karten sind an ein Girokonto gebunden, und der Vorteil endet an einem Stichtag – bei der Commerzbank am 28. Geburtstag, bei Santander gilt die Gebührenfreiheit ab dem zweiten Jahr nur bei 2.000 € Jahresumsatz. Wer kein neues Konto eröffnen will, fährt mit einer dauerhaft gebührenfreien Karte ohne Kontobindung besser: Dort entscheidet nicht der Status, sondern das Einkommen – dafür läuft der Vorteil nie ab.

Zwischen Visa und Mastercard ist die Wahl zweitrangig – beide werden international breit akzeptiert. Sinnvoller ist es, zwei Karten unterschiedlicher Netze dabeizuhaben, damit ein Ausfall oder eine Sperrung nicht das gesamte Zahlungsmittel lahmlegt. American Express wird an weniger Akzeptanzstellen genommen als Visa und Mastercard und verlangt 2 % Entgelt für Fremdwährungsumsätze – als einzige Karte für ein Auslandssemester ist sie deshalb nicht die erste Wahl.

Bei vielen Vermietern nicht. Für die Kaution verlangen sie eine Karte mit Kreditrahmen, weil sie darauf einen Betrag reservieren können, ohne dass er sofort abgebucht wird. Wird eine Debitkarte akzeptiert, blockiert die Station den Betrag auf dem Girokonto – er fehlt dann für die Reisekasse. Dasselbe gilt bei Hotelbuchungen mit Kautionsreservierung.

Der offene Saldo wird verzinst, und zwar zu einem Satz, der deutlich über jedem Dispozins liegt. Bleiben 500 € ein Jahr stehen, kostet das ein Vielfaches der Jahresgebühr, die eine ganz gewöhnliche Bankkarte verlangt – bei einer Karte, die mit „0 € Jahresgebühr“ beworben wird. Umstellen lässt sich das bei den meisten Anbietern kostenlos in der App; prüfen Sie danach die erste Abrechnung darauf, ob dort noch ein Zinsposten steht. Wie die Teilzahlung im Detail rechnet, steht in unserem Ratgeber zur Kreditkarte mit Teilzahlung.

Empfehlenswert ist es. Karten werden gesperrt, verloren, kopiert oder an einzelnen Terminals schlicht nicht akzeptiert; ohne zweite Karte steht man dann ohne Zahlungsmittel da. Sinnvoll ist die Kombination aus einer Kreditkarte mit Rahmen für Kautionen und Buchungen und einer Debitkarte für den Alltag – idealerweise auf verschiedene Netze verteilt und getrennt voneinander aufbewahrt.

Über die Autorin
Charlotte Ruzanski Charlotte Ruzanski recherchiert für onlinevergleich24.de detailliert die Konditionen und spezifischen Angebote von Kreditkarten, Geschäftskonten, Mobilfunkverträgen für unterschiedliche Anwender und Unternehmensformen (Freiberufler, GmbH, UG etc.). Ihre...